Sa., 27.10.2018

Hövelmarkt: Bis zur Ratssitzung am 8. November sollen neue Varianten vorliegen CDU ist die Planung »zu parkplatzlastig«

2020 soll der Hövelmarktplatz als letzter Baustein des aktuellen Ortskernkonzeptes umgestaltet werden. Erste Kostenschätzungen dafür belaufen sich auf etwa 1,6 Millionen Euro, wovon mehr als die Hälfte aber aus Fördermitteln bestritten würde.

2020 soll der Hövelmarktplatz als letzter Baustein des aktuellen Ortskernkonzeptes umgestaltet werden. Erste Kostenschätzungen dafür belaufen sich auf etwa 1,6 Millionen Euro, wovon mehr als die Hälfte aber aus Fördermitteln bestritten würde. Foto: Besim Mazhiqi

Von Meike Oblau

Hövelhof (WB). Die Pläne zur Neugestaltung des Hövelmarktes müssen noch einmal überarbeitet werden: Die CDU-Fraktion teilte am Donnerstagabend im Bauausschuss mit, sie halte das vorgelegte Konzept für »zu parkplatzlastig«. Auch die anderen Fraktionen sprachen sich für eine weitere Reduzierung von Stellflächen zugunsten eines vergrößerten autofreien Bereichs aus.

Wie berichtet soll sich der Platz zwischen Pfarrkirche, Allee und Bahnhofstraße künftig in einen großen Aufenthaltsbereich mit neuem Brunnen vor dem Eiscafé und dem Lokal Einstein sowie Parkflächen entlang der Kirchmauer und parallel dazu in einer zweiten Parkreihe aufteilen. Der Jerome-Brunnen soll abgebaut werden. Durch die Neuordnung und konkrete Markierung der Parkplätze sollte die Zahl ohnehin bereits von 70 auf 50 verringert werden. Das aber geht den Politikern noch nicht weit genug.

»Freie Flächen am Brunnen offener gestalten«

Nachdem Bürgermeister Michael Berens, Bauamtsleiter An­dreas Markgraf und Ingenieur Günter Drilling vom Delbrücker Planungsbüro Drilling die Pläne vorgestellt hatten, meldete sich Eberhard Großekathöfer (CDU) zu Wort: »Wir haben uns in der Fraktion intensiv mit dem Entwurf befasst und sind noch nicht ganz überzeugt. Uns ist das zu parkplatzlastig, wir würden die freie Fläche um den neuen Brunnen gerne offener gestalten.«

Positiv überrascht reagierten die Vertreter der Opposition auf diese Stellungnahme. »Ich bin erfreut über dieses Statement der CDU, das hat früher ganz anders geklungen«, sagte Mario Schäfer (SPD). »Es geschehen noch Zeichen und Wunder«, kommentierte Marcus Praschan (Bündnis 90/Die Grünen), »auch unser Ansatz wären weniger Parkplätze gewesen.«

Neue Planungen in Skizzenform gewünscht

Planer Günter Drilling soll nun bis zur Ratssitzung am 8. November verschiedene Varianten mit weniger Parkplätzen ausarbeiten. »Dass die Bezirksregierung eine Variante mit weniger Parkplätzen mittragen würde, halte ich für unstrittig«, sagte Bauamtsleiter An­dreas Markgraf. »Nicht mitgespielt hätte die Bezirksregierung, wenn wir noch mehr Parkplätze als die zunächst vorgesehenen 50 vorgesehen hätten. Dann hätten wir das Konzept zu den Akten legen können.«

Markgraf schilderte eine Begegnung mit Besuchern, die er zufällig auf dem Hövelmarkt getroffen habe: »Die fragten mich, wo es denn hier zur Ortsmitte gehe und ich konnte nur sagen: Sie sind eigentlich schon mittendrin.« Genau das sei das Problem, was angegangen werden solle, sagte der Bauamtsleiter: »Es stellt sich in Hövelhof immer wieder die Frage: Wo ist eigentlich unsere Mitte?« Die Hoffnung ist, dies mit dem neuen Konzept für den Hövelmarkt besser herausarbeiten zu können, denn eigentlich sei der Platz derzeit nur ein Durchgangsort, der nicht zum Verweilen einlade.

Kosten für die Umgestaltung liegen bei etwa 1,6 Millionen Euro

Planer Günter Drilling ging in der Ausschusssitzung auch auf die zu erwartenden Kosten ein, die er insgesamt auf etwa 1,6 Millionen Euro schätzte. In der ursprünglichen Planung wären auf die Gemeinde 735.000 Euro für Parkplätze und Fahrgassen entfallen. Wenn nun weniger Parkplätze gebaut würden, würde sich dieser Eigenanteil noch reduzieren, da dann für den autofreien Raum mehr Fördermittel zu erwarten seien, sagte Andreas Markgraf.

In der Ratssitzung am 8. November soll nun eine endgültige Entscheidung, auch über die Zahl und die Anordnung der Parkplätze, fallen. Günter Drilling wird verschiedene Skizzen erarbeiten, die die Politiker dann vor der Ratssitzung in Fraktionssitzungen diskutieren können. Bürgermeister Michael Berens deutete zudem an, dass es mittelfristiges Ziel sei, auch den hinteren Bereich des Hövelmarktes Richtung Bahnhofstraße in den Blick zu nehmen und möglicherweise ebenfalls neu zu konzeptionieren.

Kommentar

Vielleicht wäre ein Parkplatzkonzept mit konkreten Zählungen für das Ortszentrum, wie es die Grünen 2017 beantragt hatten, doch gar nicht so eine schlechte Idee gewesen. Denn jetzt wird mal so und mal so entschieden. Eine Aussage des ersten Entwurfs des Ortskernkonzepts war, dass es zu einer Reduzierung von Parkplätzen kommen werde und dies auch vertretbar sei. Auf dem Hövelmarkt gibt es derzeit 70, nach dem Umbau sollten es 50 sein – das findet die CDU sogar noch zu viel. Gegenüber am Schlossgarten sollten es elf Parkplätze sein, nun werden es direkt neben der einzigen Grünfläche im Ortskern 24 mit dem Verweis darauf, dass die dringend benötigt würden, auch für die Besucher des Pfarrheims. So erfreulich es ist, dass die CDU in die Hövelmarkt-Planungen eingreift, Verbesserungsvorschläge einbringt und mehr Aufenthaltsqualität fordert – im Gesamtbild der vergangenen Monate ergibt sich daraus beim Thema Parkplätze nun aber eher ein »mal hü und mal hott«. Meike Oblau

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