Sa., 08.12.2018

Hövelhof prüft Zukunft des Sennebades Neubau oder Sanierung?

Das Sennebad müsste umfassend saniert werden. Vielleicht besteht aber auch die Chance auf einen Neubau.

Das Sennebad müsste umfassend saniert werden. Vielleicht besteht aber auch die Chance auf einen Neubau. Foto: Jörn Hannemann

Von Meike Oblau

Hövelhof (WB). Die Sanierung des Hövelhofer Sennebades würde vermutlich mehr als zwei Millionen Euro kosten. »Wenn es wirtschaftlicher ist, sollten wir über einen Neubau nachdenken«, sagte Bürgermeister Michael Berens am Donnerstag im Haupt- und Finanzausschuss.

Wie berichtet hatten FDP und CDU im Rahmen der Haushaltsberatungen beantragt, über einen Hallenbad-Neubau zu debattieren und nach möglichen Fördermitteln Ausschau zu halten. »Auch die Verwaltung ist in diesem Jahr nicht untätig gewesen«, sagte Michael Berens und erläuterte, was bei einer Untersuchung der Bausubstanz des Hallenbades am Schulzentrum herausgekommen ist.

Berens: »Drei bis fünf Jahre hält das Bad noch«

»Die Fassade ist so auf Dauer nicht mehr haltbar, außerdem haben Bohrungen ergeben, dass die damals eingebauten Stahlträger im Betonkörper des Bades durch Chlor korrodiert sind, also rosten«, beschrieb der Bürgermeister. Als Sofortmaßnahme habe man zusätzliche Stützen im Keller eingebaut und die Sanierung der Fassade bewusst noch nicht umgesetzt. »Drei bis fünf Jahre hält das Bad noch, aber wir müssen uns Gedanken machen, was passieren soll«, so Berens.

Teure Sanierungsmaßnahmen notwendig

Ein Gutachter habe festgestellt, dass tief greifende und teure Sanierungsmaßnahmen notwendig seien. »Wir müssten die Stahlträger komplett freilegen und vom Rost befreien, neue Stützträger einbauen und im Zuge dieser Maßnahmen auch das Becken komplett herausnehmen«, erläuterte Berens. Außerdem seien weitere Sanierungen unter anderem im Duschbereich sowie Brandschutzmaßnahmen notwendig. »Alles in allem würde das sicherlich mehr als zwei Millionen Euro kosten und dann vielleicht 25 Jahre halten«, schätzt der Bürgermeister. Nun soll geprüft werden, ob ein Neubau, dessen Kosten je nach Ausstattung auf sechs bis acht Millionen Euro geschätzt werden, wirtschaftlicher wäre. Ein Neubau würde vermutlich auch das jährliche Defizit bei den Betriebskosten reduzieren, weil die Energiekosten geringer wären.

Überlegungen zu möglichem neuen Standort

Auch über den Standort eines möglichen neuen Bades müsste man noch einmal sprechen, sagte Michael Berens. »Eine Sanierung würde wohl zwei Jahre dauern, in der Zeit wäre das Sennebad geschlossen. Ein Neubau an neuem Standort hätte den Vorteil, dass während der Bauphase der Schwimmbetrieb im alten Bad noch weiterlaufen könnte.«

Hauptamtsleiter Thorsten Langemeier stellte zwei Förderprogramme vor, bei denen sich die Gemeinde bewerben könnte. Die Verwaltung lasse sich zudem derzeit von der Deutschen Bädergesellschaft beraten. Um sich möglicherweise kurzfristig um Fördermittel bewerben zu können, soll bis zur Ratssitzung am Donnerstag, 13. Dezember, ein erster Beschlussvorschlag erarbeitet werden. Ins Detail, sagte Bürgermeister Berens, könne man möglicherweise in der Bauausschusssitzung Ende Januar gehen. »Da können wir vielleicht erste mögliche Varianten durchsprechen.«

Wirtschaftlichkeitsprüfung gefordert

CDU-Fraktionsvorsitzender Udo Neisens sagte, der CDU und der FDP gehe es um dasselbe: »Wir möchten eine Wirtschaftlichkeitsprüfung, bevor noch mehr Geld in die Sanierung gesteckt wird, aber wir möchten auch ein klares Bekenntnis zum Sennebad abgeben.« FDP-Fraktionschef André Klocksin bestätigte: »Wir möchten das Thema Hallenbad-Neubau mit unserem Antrag anstoßen.« Im Rat am 13. Dezember wird weiter beraten.

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