Do., 31.01.2019

Altenzentrum Haus Bredemeier stellt Konzept für neuen Demenzbereich vor Hövelhof fühlen und erleben

Stellten das neue Wohnkonzept für den Demenzpflegebereich im Altenzentrum Haus Bredemeier vor (von links): Mechtild Piskol (Leiterin des ambulanten Dienstes), Vorstandsvorsitzende Monika Stricker und Bettina Reller-Wiese (Leitung Sozialer Dienst).

Stellten das neue Wohnkonzept für den Demenzpflegebereich im Altenzentrum Haus Bredemeier vor (von links): Mechtild Piskol (Leiterin des ambulanten Dienstes), Vorstandsvorsitzende Monika Stricker und Bettina Reller-Wiese (Leitung Sozialer Dienst).

Von Meike Oblau

Hövelhof (WB). Das Caritas-Altenzentrum Haus Bredemeier setzt neue Pflegeschwerpunkte. Zusätzlich zum geplanten Anbau soll im »Altbau« ein neuer Demenzpflegebereich entstehen, der mit vielen Hövelhofer Erinnerungsstücken ausgestattet werden soll. Das Konzept hat der Vorstand jetzt dem WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT vorgestellt.

»Wir möchten uns in diesem Bereich noch professioneller aufstellen und die deutlich gestiegene Nachfrage speziell nach Plätzen für Menschen mit Demenz befriedigen«, sagt Vorstandsvorsitzende Monika Stricker. Sie spreche bewusst nicht von einer »Demenzerkrankung«, betonte Stricker.

Anbau bietet Chance zur generellen Neuausrichtung

Der geplante Erweiterungsbau biete dem Haus Bredemeier jetzt die Chance, sich generell neu aufzustellen. Beim letzten Umbau 2012 habe man noch ein integratives Konzept verfolgt: »Wir haben seither Menschen mit Demenz und andere Bewohner in gemischten Tagesgruppen betreut. Da immer mehr Bewohner dement sind und vor allem immer öfter schwer dement sind, stößt dieses Miteinander an seine Grenzen«, erklärt Mechtild Piskol, Leiterin des ambulanten Dienstes, warum dieses integrative Konzept ausgedient hat.

Spatenstich am Anbau

Im November 2016 wurden die Anbaupläne vorgestellt – jetzt geht es los: Der erste Spatenstich wurde auf Mittwoch, 13. März, terminiert. Zur Dr.-Sonnenschein-Straße hin soll ein Anbau mit zwei Wohngemeinschaften sowie fünf Seniorenwohnungen entstehen. Eine Wohngemeinschaft ist für jüngere Menschen mit körperlichen Erkrankungen gedacht, die zweite für Ältere, die geringfügig pflegebedürftig sind. Das Haus Bredemeier rechnet mit Investitionskosten von etwa 3,1 Millionen Euro.

Stattdessen sollen Bewohner mit Demenz vom Sommer an in einem eigenen Bereich betreut werden. Dies gehe auch einher mit einer Vielzahl von Schulungen für alle Mitarbeiter. Der neue Demenzbereich bietet 34 Plätze. Er heißt nicht nur »Zur Senne«, sondern soll mit vielen Hövelhofer Themen die Erinnerungen und alle Sinne der Bewohner anregen. Zusammen mit Claudia Noelke aus Recklinghausen, Pflegewissenschaftlerin und Tischlerin, und einer örtlichen Arbeitsgruppe wurde dazu ein eigens auf Hövelhof zugeschnittenes Konzept entwickelt. Beteiligt an diesem Arbeitskreis sind unter anderem auch Ortsheimatpfleger Carsten Tegethoff und Bürgermeister Michael Berens.

Dabei soll es nicht nur damit getan sein, Zimmer- und Fahrstuhltüren mit typischen Hövelhofer Fotomotiven zu gestalten. Angelehnt an die Hövelhof-Hymne der Siene Puttkers werden unter dem Motto »Hüwelhuäf - däo bis meyne Heimat, däo bis meyn Duärp« die Themen Heimat und Zuhause in den Vordergrund gerückt.

Erinnerungen an das »alte« Hövelhof

Einzelne Bereiche werden nach Hövelhofer Straßennamen wie Alter Markt oder Sennestraße benannt und mit Fotos und Erinnerungsstücken aus Themenbereichen wie Landwirtschaft, Handwerk, Dorfschule, Friseur, gute Stube, Dorfkneipe, altes Kino, Feuerwehr oder Schützen bestückt.

»Damit möchten wir alle Sinne ansprechen und das alte Hövelhof fühl- und erlebbar machen«, beschreibt Bettina Reller-Wiese. So sollen zum Beispiel Schaf-Felle oder Kiefernstämme zum Tasten aufgestellt werden und auf dem »Sinnespfad Senne« wird entlang der Handläufe auf dem Flur ein kleiner seniorengerechter »Trimm-dich-Pfad« angelegt. »Das alles können wir nur mit Sponsorengeldern finanzieren und wir hoffen, dass unsere Idee den ein oder anderen Spender anspricht«, bittet Monika Stricker um Unterstützung.

Perspektivisch soll im Haus Bredemeier demnächst dann auch der Bereich Junge Pflege umorganisiert werden. Durch die neue WG, die im Anbau entsteht, soll im Bereich Junges Wohnen bis 2020 mehr Platz als bisher geschaffen werden für schwerstpflegebedürftige junge Menschen.

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