So., 10.02.2019

Hövelhofer Bürgermeister kritisiert auf Feuerwehr-Versammlung FDP-Chef Klocksin Gerätehaus wird 2020 erweitert

Geehrt und befördert (von links): Hubert Meier, Hubert Westerwalbesloh (Sonderauszeichnung VDF), Thomas Westhof, Udo Plaßhenrich, Ulrich Klösener (Feuerwehrehrenabzeichen in Silber), Gemeindebrandinspektor Max Rempe, Brandinspektor Patrick Falkenrich, Brandoberinspektor Thomas Gehle, Brandinspektor Benedikt Michaelis und Brandoberinspektor Sebastian Lienen.

Geehrt und befördert (von links): Hubert Meier, Hubert Westerwalbesloh (Sonderauszeichnung VDF), Thomas Westhof, Udo Plaßhenrich, Ulrich Klösener (Feuerwehrehrenabzeichen in Silber), Gemeindebrandinspektor Max Rempe, Brandinspektor Patrick Falkenrich, Brandoberinspektor Thomas Gehle, Brandinspektor Benedikt Michaelis und Brandoberinspektor Sebastian Lienen. Foto: Meike Oblau

Von Meike Oblau

Hövelhof (WB). Nicht nur Ehrungen, Beförderungen und Jahresberichte sowie die gute Nachricht, dass von 2020 an das Gerätehaus am Alten Markt erweitert werden soll, haben die Jahreshauptversammlung der Hövelhofer Feuerwehr geprägt. Bürgermeister Michael Berens gab dem Abend auch eine politische Dimension.

In seinem Grußwort ging das Gemeindeoberhaupt mit markigen Worten auf einen Streit am Abend zuvor im Haupt- und Finanzausschuss (»ein unwürdiges Schauspiel«) ein.

Berens: »Politik auf dem Rücken der Feuerwehr«

Wie berichtet hatte dort FDP-Fraktionsvorsitzender André Klocksin formell die Rechtmäßigkeit und Gültigkeit einer öffentlich-rechtlichen Kooperationsvereinbarung zwischen der Hövelhofer und der Delbrücker Feuerwehr angezweifelt, da in Hövelhof anders als in Salzkotten und Rietberg bei diesem Thema der Rat nicht beteiligt worden war. »Es gibt nichts Schlimmeres, als als Retter an der Front zu stehen und im Rücken steht dann jemand, der ein Messer zückt«, sagte Berens. Ohne Namen zu nennen bilanzierte der Bürgermeister, es gebe im Haupt- und Finanzausschuss jemanden, der »Politik auf dem Rücken der Feuerwehr macht«.

Neues Fahrzeug bestellt

Er versicherte den Feuerwehrleuten, die Mehrheit des Rates stehe hinter ihnen. Davon zeugten, so Berens, auch die Summen, die in diesem Jahr für die Feuerwehr ausgegeben werden sollen (eine Million Euro unter anderem für ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug/HLF), und der Plan, das Gerätehaus zu erweitern. Hierfür sei eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben worden, die bald präsentiert werden solle: »Wir wissen, dass das Gerätehaus an seine Kapazitätsgrenzen stößt, halten den Alten Markt aber trotz des schwierigen Grundstückszuschnitts für den richtigen Standort für unsere Feuerwehr. Wir möchten die Planungen für den Umbau dieses Jahr abschließen und 2020 mit der Erweiterung beginnen«, sagte Berens.

Feuerwehr hat aktuell 112 Mitglieder

Derzeit gehören 112 Mitglieder der Feuerwehr an, laut Bürgermeister gibt es aktuell sogar aufgrund der beengten Verhältnisse im Gerätehaus eine Warteliste. Schriftführer Sebastian Lienen gab einen Überblick über das Jahr 2018 und die Einsätze: »Wir wurden 353 Mal gerufen, das begann am 3. Januar mit einem Baum über der Fahrbahn und endete am 30. Dezember mit einer ausgelösten Brandmeldeanlage.«

353 Einsätze im Jahr 2018

An einige besondere Daten erinnerte Lienen ausführlicher, so an den Schulbusunfall nach einer Vollbremsung am Zebrastreifen an der Allee am 30. November, an Orkantief Friederike mit 56 Einsätzen allein in Hövelhof am 18. Januar oder auch an den ersten Einsatz der mit Hilfe des Fördervereins und weiterer Sponsoren angeschafften Drohne nach einem Motorradunfall am 11. Oktober, als mit dem 15.000 Euro teuren Fluggerät erfolgreich nach einem abgetrennten Körperteil gesucht wurde. Außerdem unterstützten die Hövelhofer 2018 auch bei der Bombenentschärfung in Paderborn.

Insgesamt seien bei allen Einsätzen 151 Menschen gerettet worden, drei seien leider verstorben, sagte Lienen. 17 Mal war die Hövelhofer Feuerwehr auf der A33 im Einsatz, 24 Mal wurde sie durch Brandmeldeanlagen gerufen. 47 Mal waren die First Responder und siebenmal die Notfallseelsorger gefragt.

Retter leisten 20.000 Stunden im Ehrenamt

Zahlreiche Stunden absolvierten die Feuerwehrleute zudem im Bereich Aus- und Weiterbildung und bei Brandschutzschulungen. Schriftführer Sebastian Lienen summierte die geleisteten ehrenamtlichen Stunden auf etwa 20.000. Die Retter freuten sich 2018 zudem über einen neuen Einsatzleitwagen, einen neuen Kommandowagen und die Digitalisierung des Funksystems.

Eingebettet in die Feuerwehrversammlung war auch wieder die Jahreshauptversammlung des Fördervereins, der inzwischen 233 Mitglieder zählt und die Feuerwehr in diesem Jahr mit Anschaffungen im Wert von etwa 19.500 Euro unterstützen will, wie Vorsitzender Ralf Dirks sagte.

Ehrungen und Beförderungen

Geehrt und befördert wurden: Sonderauszeichnung Mitgliedschaft VDF NRW: Hubert Westerwalbesloh, Josef Westerwinter (für 60 Jahre), Hubert Meier (für 50 Jahre). Feuerwehrehrenabzeichen in Silber: Udo Plaßhenrich, Thomas Westhof,Ulrich Klösener. Ernannt zu Gerätewarten: Benedikt Michaelis, Thomas Meier, Sascha Pott, Kevin Reschke. Feuerwehrmann/-frau: Anna Kesselmeier, Patrick Desel, Nils Sindermann. Oberfeuerwehrfrau: Lea Kesselmeier. Unterbrandmeister: Thomas Wiethoff, Kevin Reschke, Noel Förster. Brandmeister: Kevin Wiethoff. Hauptbrandmeister: Rene Hentschel. Brandinspektor: Patrick Falkenrich, Benedikt Michaelis. Brandoberinspektor: Thomas Gehle, Sebastian Lienen. Gemeindebrandinspektor: Max Rempe.

Kommentar

War das ein Grußwort oder eine vorgezogene Wahlkampfrede? In einem hatte Michael Berens recht: Es war in der Tat ein unwürdiges Schauspiel im Haupt- und Finanzausschuss – aber eines, an dem er aktiv beteiligt war. Jetzt vor Dutzenden Feuerwehrleuten zu behaupten, es gebe jemanden, der Politik auf dem Rücken der Feuerwehr mache und der den Rettern ein Messer in den Rücken stoße, ist polemisch. Niemand im Gemeinderat versagt der Feuerwehr die Unterstützung, niemand zweifelt ihren großartigen Dienst an der Allgemeinheit an und niemand findet eine Kooperation mit der Delbrücker Feuerwehr unsinnig. Die Kritik, die FDP-Fraktionschef André Klocksin geäußert hat, bezog sich – wieder mal – einzig und allein auf die Tatsache, dass der Rat vom Bürgermeister weder informiert noch beteiligt wurde, so wie das in Salzkotten und Rietberg selbstverständlich war. Klocksin zweifelt die Vereinbarung formell an – nicht inhaltlich, wie es der Bürgermeister suggerierte. Die Feuerwehrleute sind gut beraten, sich auf diese Spielchen nicht einzulassen. Mittlerweile kann man wohl sagen: Es handelt sich auch um eine persönliche Fehde zwischen den beiden Politikern. Meike Oblau

 

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