Werte an der A33 in Hövelhof überschritten – Anwalt reicht Klage ein
Anwohner fordern Lärmschutz

Hövelhof (WB). 24 Anwohner klagen für mehr Lärmschutz entlang der A 33 zwischen Sennelager und Stukenbrock-Senne. Der Verein zum Schutz vor Lärm durch die A33 hat einen Anwalt beauftragt, der in seiner Klagebegründung unter anderem auf gestiegenen Lärm durch gestiegenes Verkehrsaufkommen hinweist.

Dienstag, 26.03.2019, 08:00 Uhr
Zwischen Stukenbrock und Sennelager ist die Lärmbelastung an der A33 deutlich gestiegen, sagen Anwohner. Foto: Jörn Hannemann
Zwischen Stukenbrock und Sennelager ist die Lärmbelastung an der A33 deutlich gestiegen, sagen Anwohner. Foto: Jörn Hannemann

Die Klagebegründung erläuterte der Rechtsbeistand des Vereins, Dr. Christoph Worms, auf einem Infoabend im Hövelhofer Rathaus. Wurden 1977 noch täglich 17.000 Fahrzeuge prognostiziert, wurden 2017 bei der jüngsten Zählung 45.000 Fahrzeuge pro Tag gezählt. Mit dem immer weiter steigenden Verkehrsaufkommen nimmt auch die Lärmbelastung zu. Was auf der einen Seite an den Nerven der Anwohner zerrt, machte ihnen auf der anderen Seite neue Hoffnung auf aktiven Lärmschutz.

Möglicher Anspruch auf Lärmschutzwände

Dies wurde bei der Informationsveranstaltung des Vereins zum Schutz vor Lärm durch die A33 deutlich. Die Mitglieder um ihren Vorsitzenden Hartmut Wiethof berufen sich bei ihrer Klage vor dem Verwaltungsgericht Minden auf nicht vorhersehbare Veränderungen der Prognosezahlen. Wenn sich durch den zunehmenden Verkehr die Lärmbelastung um mehr als drei Dezibel (dB/A) erhöht, besteht für die Anwohner ein Anspruch auf nachträgliche Schutzmaßnahmen wie zum Beispiel eine Lärmschutzwand. 24 Anwohner klagen diesen Schutz ein. Tatsächlich betroffen seien aber mehr als 100 bewohnte Gebäude. Dies betonte auch Rechtsanwalt Dr. Christoph Worms. Der Experte für Verwaltungsrecht hat jüngst gemeinsam mit dem Vorstand die Klagebegründung verfasst.

Kein lärmmindernder Asphalt verbaut

Ausgehend von den 1977 prognostizierten Zahlen war einst ein Lärmgrundpegel von 75,4 dB(A) angenommen worden. Die Bezirksregierung habe davon sogar noch 1,5 dB (A) abgezogen, weil geplant war, einen lärmmindernden Asphalt aufzubringen. »Dieser Abzug erfolge zu Unrecht, da ganz normaler Asphalt verbaut wurde«, ist eines der Argumente von Dr. Christoph Worms.

Bei der Berechnung der aktuellen Lärmbelastung sei dieselbe Messmethode eingesetzt worden. Mit den Zahlen der jüngsten Verkehrszählung aus dem Jahr 2017 ergibt sich ein Lärmwert von 79,5 dB(A). Gegenüber dem 1977 angenommenen Grundpegel von 75,4 dB(A) ist das eine Steigerung von 4,1 dB(A). Damit liege man oberhalb der vom Bundesverwaltungsgericht vorgegebenen Veränderung von 3 dB(A), die für zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen als notwendig angesehen werden. In der Praxis runden die Gerichte Werte ab 2,1 dB(A) auf 3 dB(A) auf, so dass nach Auskunft von Dr. Christoph Worms der entscheidende Wert bei 2,1 liege. »Diesen erreichen wir auf jeden Fall, auch wenn Lärmwerte für angeblich leiseren Asphalt abgezogen werden«, stärkte Christoph Worms die Hoffnung der Anwohner.

Warten auf Klageerwiderung durch die Bezirksregierung

Nach seinen Worten ändere daran auch der Einbau von Flüsterasphalt 2014/15 nichts. Üblicherweise werden hierfür 2 dB(A) abgezogen. »Allerdings gibt es keine Langzeitstudien und damit keine wissenschaftlichen Belege für die lärmmindernde Wirkung und schon gar nicht, wie lange diese Lärmminderung anhält. Flüsterasphalt ist offenporiger Asphalt, der sich im Laufe der Zeit mit Reifenabrieb zusetzt. Wir haben also eine deutliche Überschreitung der Lärmwerte, die einen Anspruch auf Lärmschutz unterstreichen«, so der Anwalt. Dr. Christoph Worms erwartet nun die Klageerwiderung durch die Bezirksregierung Detmold. »Die Bezirksregierung wird begründen, warum aus ihrer Sicht kein weiterer Lärmschutz notwendig ist«, vermutet der Rechtsbeistand. Eine Frist, bis wann die Bezirksregierung eine Antwort formuliert haben muss, gibt es nicht.

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