Sa., 13.04.2019

Sennesperrzeiten: Gemeinde Hövelhof will sich für Straßenöffnung einsetzen Truppenübungsplatz: Warten auf Infos aus London

Hier geht es nicht weiter: An der Sennestraße, nahe der Hövelsenner Kapelle und der Heidschnuckenschäferei, endet die Fahrt an der Schranke. Zu den Sennesperrzeiten hat Bürgermeister Michael Berens jetzt Stellung genommen.

Hier geht es nicht weiter: An der Sennestraße, nahe der Hövelsenner Kapelle und der Heidschnuckenschäferei, endet die Fahrt an der Schranke. Zu den Sennesperrzeiten hat Bürgermeister Michael Berens jetzt Stellung genommen.

Von Meike Oblau

Hövelhof (WB). Die Hövelhofer Gemeindeverwaltung hat keine genauen Kenntnisse über die geplante Ausweitung des Übungsbetriebes und damit einhergehende vermehrte Sperrungen auf dem Truppenübungsplatz Senne. Bürgermeister Michael Berens (CDU) nahm im Rat Stellung zu einer Anfrage der SPD-Fraktion.

Die Signale, die die Bürgerinitiative »Schlangen 4.0« aussendete, waren Anfang des Monats auch schnell im benachbarten Hövelhof angekommen: Die Initiative hat nach eigenen Angaben Informationen darüber erhalten, dass die Sperrzeiten auf dem Truppenübungsplatz von 2020 wegen zunehmendem Übungsbetrieb auf bis zu 50 Wochen ausgedehnt werden sollen. Die Bürgerinitiative um Henning Schwarze bezieht sich dabei auf ein internes Schreiben des britischen Brigade­generals Richard Clements.

»Der Sennegemeinde Hövelhof liegen derzeit keine Informationen über die Intensität des zukünftigen Übungsbetriebes auf dem Truppenübungsplatz Senne vor. Es wurde lediglich kommuniziert, dass ab 2020 wieder mit verstärkten Aktivitäten zu rechnen ist«, heißt es aus dem Hövelhofer Rathaus.

Sennevereinbarung wurde 1989 geschlossen

Die SPD hatte sich in ihrer Anfrage auch auf die Sennevereinbarung bezogen, in der der Zugang zum Truppenübungsplatz 1989 schriftlich geregelt wurde. Von Hövelhofer Seite aus hatte der damalige Bürgermeister Werner Thor die Vereinbarung unterzeichnet. Dieses Schriftstück gelte so lange, bis es durch eine neue Vereinbarung ersetzt werde, teilte die Gemeindeverwaltung mit.

Bürgermeister Michael Berens bezeichnete die damalige Vereinbarung in der Ratssitzung am Donnerstag als »Entgegenkommen der Briten« und blickte zurück. »Früher wurde die Senne nur bei Schießübungen geschlossen, dafür gab es damals die Rücken­deckung aus London. Inzwischen wird das sehr viel strikter gehandhabt. Das liegt auch daran, dass die Bevölkerung die Öffnung zum Teil dafür genutzt hat, auch Flächen zu betreten, die nicht freigegeben waren«, sagte Berens.

Platzkommandant könnte persönlich haftbar gemacht werden

Inzwischen könne der Platzkommandant persönlich haftbar gemacht werden, er sei verantwortlich für die Sicherheit der Passanten. Das habe in den vergangenen zwei bis drei Jahren zu sehr viel restriktiveren Sperrungen geführt. »Inzwischen wird wirklich nur noch geöffnet, wenn gar keine Übungen stattfinden«, sagte Berens. Zuletzt hätten die Senne-Anrainer-Kommunen 2018 in einem gemeinsamen Schreiben auf die in der Sennevereinbarung zugestandenen Durchfahrtsrechte verwiesen. »Für uns in Hövelhof ist es ein wichtiges Anliegen, die Straßen für den Durchgangsverkehr offen zu halten, insbesondere den Weg nach Bad Lippspringe«, sagte der Bürgermeister.

Berens: »London hat im Moment andere Sorgen«

In welchem Umfang der Übungsbetrieb von 2020 an ausgeweitet werden solle, sei derzeit noch völlig unbekannt, so Berens: »London hat im Moment auch andere Sorgen«, spielte er auf den Brexit an. Für 2019 sei signalisiert worden, dass ab Herbst kaum noch Übungen stattfinden sollen, 2020 solle der Truppenübungsplatz dann verstärkt auch von Nato-Streitkräften genutzt werden. »Im deutsch-britischen Arbeitskreis sowie im regelmäßigen Austausch mit dem Verbindungsoffizier wird das Thema Durchfahrtsstraßen regelmäßig angesprochen und für eine bürgerfreundliche Handhabung im Rahmen der Sicherheitsauflagen geworben«, hieß es. Die Nutzung sei schon immer Schwankungen unterworfen gewesen, betonte ­Berens. In Hövelhof warte man auf Signale aus London sowie von Land und Bund, sagte der Bürgermeister.

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