Sa., 13.04.2019

Neue Kita der Malteser startet im Sommer in Hövelhof Gemeinde übernimmt Risiko

Symbolbild

Symbolbild Foto: dpa/Carsten Rehder

Von Meike Oblau

Hövelhof (WB). Die Gemeinde Hövelhof übernimmt für die provisorische Kita-Gruppe der Malteser, die nach Angaben von Bürgermeister Michael Berens im August am Hövelmarkt an den Start gehen soll, das finanzielle Risiko. Sollten nicht alle 18 Kita-Plätze belegt werden können, greift die Gemeinde den Maltesern in dieser Situation mit bis zu 49.000 Euro unter die Arme. Nicht bei allen Politikern kam dieser Beschluss gut an.

Kritik wurde vor allem an der Tatsache laut, dass die Malteser die Forderung nach dieser Garantieerklärung erst gestellt hatten, nachdem sie den Zuschlag bekommen hatten. Wie berichtet hatten sich neben den Maltesern auch die AWO, das Deutsche Rote Kreuz, der Kreissportbund und Pari-Aktiv/Pari-Sozial als Träger beworben. Zunächst soll ein eingruppiges Provisorium eingerichtet werden, dann ein Neubau für bis zu sechs Gruppen entstehen.

»Eingruppige Übergangslösung birgt Risiken«

»Dass die Gemeinde Kosten erstattet für nicht belegte Plätze, ist mir neu«, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Mario Schäfer. Bürgeramtsleiterin Petra Schäfers-Schlichting betonte, gerade der Start einer eingruppigen Übergangslösung berge für einen Betreiber ein besonderes Risiko. Von den 18 geplanten Plätzen seien aktuell ab August 13 belegt.

»Wir lehnen eine Übernahme des finanziellen Risikos ab«, sagte FDP-Fraktionschef André Klocksin. »Das hätte man schon während des Auswahlverfahrens klären müssen, vielleicht hätten sich noch ganz andere Interessenten beworben, wenn von vornherein klar gewesen wäre, dass im ersten Jahr kein finanzielles Risiko besteht«, sagte auch Juliane Brauckmann von den Grünen. »Das finanzielle Risiko auf die Gemeinde abzuwälzen finde ich nicht in Ordnung«, meinte Benjamin Joachim (FDP), »wenn wir das vorher gewusst hätten, hätten wir dem Kreis möglicherweise einen anderen Träger empfohlen.«

»Ungewöhnlichen Bitte in einer ungewöhnlichen Situation«

CDU-Fraktionsvorsitzender Udo Neisens hingegen sprach von »einer ungewöhnlichen Bitte in einer ungewöhnlichen Situation« und erinnerte daran, dass die Gemeinde schon einmal einer örtlichen Kita, nämlich dem Waldkindergarten, finanziell unter die Arme gegriffen habe. Die Verwaltung betonte, dass es bei der Garantieerklärung der Gemeinde ausschließlich um das erste Jahr, in dem die Malteser eine provisorische Gruppe betreiben, gehe und nicht darum, jedes Jahr ein mögliches Minus auszugleichen.

Bei sechs Gegenstimmen und einer Enthaltung beschloss der Rat, dass die Gemeinde einspringt, falls bei den Maltesern im Kita-Jahr 2019/2020 ein Defizit entsteht.

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