Di., 21.05.2019

Landwirte in OWL säen 900 Kilometer Blühstreifen – mit Video Von Flensburg bis München

Hier entsteht ein Blühstreifen: Hubertus Beringmeier (von links), Antonius Tillmann und Wilhelm Brüggemeier.

Hier entsteht ein Blühstreifen: Hubertus Beringmeier (von links), Antonius Tillmann und Wilhelm Brüggemeier. Foto: Lukas Brekenkamp

Von Lukas Brekenkamp

Hövelhof (WB). »Das Thema Artenschutz ist in aller Munde«, sagt Hubertus Beringmeier, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Bezirksverbandes OWL. »Wir wollen auch unseren Teil dazu beitragen.«

Dabei säen die Landwirte im Rahmen der Aktion »Blühendes Land durch Bauernhand« in OWL mehr als 900 Kilometer Blühstreifen mit einer Breite von mindestens drei Metern – »von Flensburg nach München«, vergleicht der Vorsitzende. Freiwillig, wie die Landwirte betonen. Beringmeier hat etwa einen Hektar seiner Fläche bepflanzt. Dabei verzichte er »Pi mal Daumen auf etwa 1000 Euro Ertrag«. Schon zuvor hat Beringmeier auf seinem Hof die Ems renaturiert und auf etwa 3000 Quadratmetern ein Biotop geschaffen.

»Ziel der Blühstreifen ist natürlich der Erhalt der Artenvielfalt«, sagt Beringmeier. »Wir Landwirte haben das Problem erkannt. Wir wissen aber auch, dass wir nicht alleine Schuld sind.« Mit den Blühstreifen wolle man Bienen und anderen Insekten Nahrung bieten. Diese Streifen entstehen häufig am Rande der Felder und Äcker der Landwirte. Wildkräuter, so Beringmeier, seien bis zu einem gewissen Grad im Feld geduldet. »Wir müssen natürlich aufpassen, dass das Getreide sauber ist. Aber auch dort geht es nach Schadschwellen. Heißt: Nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Wenn kleine, geringe Mengen vorhanden sind, wird das schon eher toleriert als noch vor zehn Jahren«, sagt der Vorsitzende.

Im kommenden Jahr planen die Landwirte erneut eine solche Aktion, dann wollen sie auch Patenschaften für Blühflächen anbieten. »Dann können sich auch andere Leute nicht rausflüchten«, so Beringmeier. Und auch in Sachen Lebensraum für Bienen seien die Landwirte in der Planung. »In der Landwirtschaft haben wir uns vor zehn Jahren mit solchen Sachen noch nicht beschäftigt«, so Beringmeier.

Bedroht sei die Honigbiene laut Dr. Werner Mühlen, ehemaliger Leiter des Bieneninstituts Münster, vor allem durch die Varroamilbe, einem Parasiten. »Imkern ist es zu verdanken, dass es die Honigbiene noch gibt«, sagt er. Bedroht sind aber vor allem die Wildbienen, die zumeist keine Staaten bilden um im Erdboden nisten. Da fehle es in der Tat an Nistmöglichkeiten, sagt Mühlen.

»Wir brauchen einen langen Atem, um etwas zu ändern. Aber wir machen uns auf den Weg«, betont Wilhelm Brüggemeier, Vizepräsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes. Die passende Beratung sei an vielen Höfen und Betrieben notwendig, appelliert Brüggemeier.

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