Fr., 28.06.2019

Grundstein für Erweiterung des Hauses Bredemeier in Hövelhof gelegt Wie der Wein in die Wand kam

Klaus Heckmann und Monika Stricker befüllten am Erweiterungsbau des Hauses Bredemeier die Zeitkapsel, die später eingemauert wurde. Bei der Grundsteinlegung waren auch der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus (links), und Landrat Manfred Müller (rechts) zu Gast.

Klaus Heckmann und Monika Stricker befüllten am Erweiterungsbau des Hauses Bredemeier die Zeitkapsel, die später eingemauert wurde. Bei der Grundsteinlegung waren auch der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus (links), und Landrat Manfred Müller (rechts) zu Gast. Foto: Meike Oblau

Von Meike Oblau

Hövelhof (WB). Wenn Archäologen in tausenden von Jahren die Grundmauern des Anbaus am Haus Bredemeier erforschen, werden sie nicht nur eine Zeitkapsel finden, die Architektenpläne und eine Ausgabe des WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATTES enthält. Eingemauert wurde dort am Freitag auch eine Flasche Wein – Sorte: »Chateau de Bredemeier«.

Erst Mitte März war der erste Spatenstich für das Projekt »Wohnen an Stollmeiers Wiese« erfolgt. Seither hat sich am Bau schon einiges getan. Zur Grundsteinlegung kam hoher Besuch aus Berlin. Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, lobte den örtlichen Trägerverein: »Sie sind klein, aber fein, und sie leisten Großes.«

»Mitten im Ort, mitten im Leben«

Das Motto des Altenzentrums, »Mitten im Ort, mitten im Leben«, sage genau das Wesentliche aus, betonte Westerfellhaus: » Es muss das gesellschaftliche Ziel sein, auch alte Menschen im Mittelpunkt der Gesellschaft zu halten, denn dort gehören sie hin.« Das sei im Haus Bredemeier hervorragend gelungen: »Sie sind eingebettet ins soziale Leben Hövelhofs.«

Landrat Manfred Müller beglückwünschte das Haus Bredemeier zu einer mehr als 20-jährigen Erfolgsgeschichte, deren Keimzelle in der Hövelhofer Bürgerschaft liege. Der Slogan »Nicht einsam, sondern gemeinsam« greife das immer größer werdende Problem der Einsamkeit auf: »Für mich ist Einsamkeit die neue Armut in Deutschland. Soziale Isolation ist ein schlimmes Schicksal. Dem wirken Sie hier entgegen.«

Klaus Heckmann mauert Zeitkapsel ein

Müller sagte, Großbritannien habe sogar eine »Ministerin für Einsamkeit« ernannt. »Sowas brauchen wir hier nicht«, schmunzelte Vorstandsvorsitzende Monika Stricker. Im Rahmen der Grundsteinlegung füllte sie gemeinsam mit ihren Vorstandskollegen Klaus Heckmann und Mechtild Piskol die Zeitkapsel, die Heckmann anschließend zusammen mit einer Flasche »Chateau de Bredemeier« und einer Urkunde, die die Geschichte des Anbaus erzählt, einmauerte.

Platz für zwei WGs und fünf Seniorenwohnungen

2016 kaufte der Trägerverein das Grundstück an Stollmeiers Wiese von der Gemeinde. 3,1 Millionen Euro werden nun hier investiert , um die Pläne von Architekt Wolfgang Just (Just Architects) umzusetzen. In diesem Neubau sollen von 2020 an fünf Seniorenwohnungen im Staffelgeschoss sowie im Erdgeschoss und im ersten Stock zwei Wohngemeinschaften untergebracht werden. Eine Wohngemeinschaft ist für jüngere Menschen mit körperlichen Erkrankungen gedacht, die zweite für Ältere, die geringfügig pflegebedürftig sind. Aktuell hat das Haus Bredemeier bereits 84 Zimmer. 180 Mitarbeiter (darunter neun Auszubildende) und mehr als 100 ehrenamtliche Helfer kümmern sich um die Bewohner.

Wortgottesdienst mit Vikar Hellekes und Pastor Richter

Zu Beginn des kleinen Festes hatten Vikar Lukas Hellekes und Pastor Ulrich Richter einen Wortgottesdienst zelebriert. Zur Feier waren unter anderem auch Rita Schmidt, Klaus-Dieter Borgmeier und Hubert Brockmann als Mitglieder des Verwaltungsrates gekommen, ebenso das Ehepaar Ferdi und Marianne Wesseler, das damals den Trägerverein entscheidend mitbegründet hatte. »Ich weiß noch, dass Ferdi Wesseler einmal so auf den Tisch gehauen hat, dass die Kaffeetassen fast meterhoch hüpften, als wir uns in unnötigen Diskussionen verzettelt hatten«, erinnerte sich stellvertretender Bürgermeister Michael Kersting. Für gute Ideen braucht es eben Durchsetzungskraft. Die Kaffeetassen blieben heil – und auf alles, was das Altenzentrum inzwischen erreicht hat, lässt sich getrost mit einer Flasche »Chateau de Bredemeier« anstoßen. Es gibt sicher noch eine, die nicht eingemauert wurde.

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