So., 11.08.2019

Heideblützenfest in Hövelhof ganz im Zeichen der 1000 Heidschnucken Großer Tag der vierbeinigen Naturpfleger

Von Bernhard Liedmann

Hövelhof (WB). Sie leisten eher still und heimlich wertvolle Arbeit für den Naturschutz in der Senne. Zumindest einmal im Jahr stehen sie dafür beim Heideblütenfest im Rampenlicht. Die mehr als 1000 Heidschnucken, die insgesamt 1200 Hektar der Senne als offene Heidelandschaft erhalten.

Etliche tausend Besucher zählte die Biologische Station als Gastgeber am Sonntag beim bunten Treiben rund um das Stallgelände direkt an der Panzerringstraße des Übungsgeländes. Zahlreiche Institutionen und Vereine informierten mit vielen Mitmachaktionen rund um das Thema Senne, Naturschutz und traditionelles Handwerk rund um die Schäferei.

Eigens für diesen Tag waren auch einige hundert der Heidschnucken für die Besucher auf das Gelände beordert worden, und Schäfer Thomas Rüping demonstrierte mit einer alten Handschere, wie die Heidschnucken zu ihrem Sommerkleid kommen. Sein persönlicher Rekord seien elf Minuten für eine Heidschnucke gewesen, berichtet er.

Biologische Station schießt 70.000 Euro dazu

Über die zentrale Bedeutung der Schäferei für die Heidelandschaft informierte natürlich neben den Schäfern Renate Regier und Markus Laabs auch die Biologische Station, die allein zum Erhalt diesen Schafherde jährlich bis zu 70.000 Euro zuschießt. »Andernfalls hätten wir in der Heidelandschaft innerhalb von wenigen Jahren Buschwerk und anschließend Birken und Gehölz«, berichten Ulrich Klinke und Bernhard Troja vom Aufsichtsrat der Biologischen Station.

Die Heidschnucken, eine nordische Schafrasse, die das magere Futter der Heidelandschaft gewöhnt ist, leisten die Hauptarbeit. Unterstützt werden sie dabei von 20 Ziegen, die den Jungaufwuchs von Birken und Gehölzen wegknabbern. Auch sie sind immer im Tross der großen Herde, wenn es nach täglicher Absprache mit der Range Control morgens von 4 bis 8 Uhr und nach den Schießübungen von 16 bis zu 21 Uhr oftmals mehrere Kilometer pro Tag über die Sennelandschaften mit Schäfer und Hunden geht.

Damit die Heidelandschaft dauerhaft bleibt, greifen auch Ehrenamtliche zu. Unter Federführung von Dietmar Hahn gehen an vielen Wochenenden manchmal bis zu 30 Freiwillige ein paar Stunden durch die Heide, um Buschwerk und Jungbäume zu entfernen. Bis zu 600 Jungpflanzen werden so pro Termin entfernt, damit die Heide dauerhaft erhalten bleibt.

Nur zur Nachwuchszeit in den Stall

Der Wolf, so Schäferin Renate Regier, ist derzeit trotz der Deklaration zum Wolfsgebiet kein Thema für die Schäfer, da die Herde ständig in der Senne unterwegs ist und somit kein attraktives Ziel darstellt. Nur zur Nachwuchszeit wandert die Herde für einige Wochen in die Stallungen.

Ob sich die Pflege der Heidelandschaft wie bisher auch nach dem Abzug der Briten so aufrechterhalten lässt, daran hat Schäfer Markus Laas Zweifel, weil der Schießbetrieb und damit die Sperrzeit für die Herde zugenommen hat. Untersagt wurde zunächst beim Thema Wolf auch das Halten von Herdeschutzhunden. Und sicherheitshalber wird zum Schutz der Erdbereich des Zauns in der Nacht besonders gesichert.

Dennoch sind auch die Briten weiterhin beim Erhalt der Sennelandschaft engagiert. Pro Jahr stehen im Verteidigungshaushalt 700.000 Euro für den Erhalt und die Pflege dieses besonderen Übungsplatzes zur Verfügung.

Vom Plattdeutschen Kreis über den Nabu bis hin zum Imkerverein und Senne Original informierten und unterhielten an diesem Sonntag die Freunde der Senne die Besucher zu einem einzigartigen Kleinod der Region.

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