Werner Pfeils Mutter sollte in Hövelhof um 13.750 Euro gebracht werden
Krimiautor verhindert Enkeltrick

Hövelhof (WB). Eigentlich erfindet Werner Pfeil in seinen Hövelhof-Krimis die bösen Buben nur. Am Donnerstag bekam es der Autor mit leibhaftigen Verbrechern zu tun. Pfeil verhinderte, dass seine Mutter Maria Opfer von Enkeltrick-Betrügern wurde.

Donnerstag, 05.09.2019, 20:00 Uhr
In seinen Hövelhof-Krimis ist Werner Pfeil Verbrechern auf der Spur – jetzt entlarvte er zusammen mit seiner Mutter Maria (88) einen versuchten Enkeltrickbetrug. Foto:
In seinen Hövelhof-Krimis ist Werner Pfeil Verbrechern auf der Spur – jetzt entlarvte er zusammen mit seiner Mutter Maria (88) einen versuchten Enkeltrickbetrug.

»Gegen 10.45 Uhr klingelte bei meiner Mutter das Telefon«, beschreibt der pensionierte Berufssoldat. Es passierte genau das, was er schon so oft in der Zeitung gelesen und wovor er seine 88-jährige Mutter immer wieder gewarnt hatte. Eine der Stimme nach junge Frau, vermutlich etwa 25 bis 30 Jahre alt, meldete sich, ohne ihren Namen zu nennen.

Anruferin hatte angeblich Unfall verschuldet

»Sie schilderte, dass sie einen Unfall hatte, an dem sie schuld sei und dass der Unfallgegner bereit sei, auf eine Anzeige bei der Polizei zu verzichten, wenn sie ihm sofort den Schaden in bar ersetzen würde«, berichtet Werner Pfeil, wie das Telefonat verlief. 13.750 Euro wurden gefordert. Angeblich hätte eine Werkstatt diese Summe für eine notwendige Reparatur des Wagens des Unfallgegners genannt.

Auf Fragen seiner Mutter habe die Anruferin sehr geschickt reagiert: »Sie hat gesagt, sie würde lieber ihre Oma als ihren Vater anrufen, weil der Papa sich doch immer gleich so aufregen würde, und schilderte in höchster Not, der Unfallgegner dürfe doch jetzt nicht die Polizei rufen, sie brauche doch ihren Führerschein.« Auch als Maria Pfeil nachbohrte, wer denn da anrufe, wusste sich die Betrügerin zu helfen: »Es kam die klassische Gegenfrage: ›Weißt Du denn nicht, wer ich bin?‹ Prompt hat meine Mutter dann gefragt: ›Katrin, bist Du es?‹ und so den Namen ihrer echten Enkelin verraten«, sagt Werner Pfeil.

Polizei lobt Aufmerksamkeit von Mutter und Sohn

Zum Glück habe sich seine Mutter aber daran erinnert, dass sie schon oft miteinander über diesen so genannten Enkeltrick gesprochen hatten. »Sie kam dann zu mir und gab mir das Telefon«, berichtet er. Die Anruferin habe ganz frech wissen wollen, wie viel Geld seine Mutter denn so auf dem Konto habe und noch mal betont, sie mache sich strafbar, wenn sie dem Unfallgegner jetzt nicht sofort den Schaden ersetze. »Dann ist es mir zu bunt geworden und ich habe der Dame gesagt, dass es genau dieser Lügenanruf ist, mit dem sie sich strafbar macht«, so der Hövelhofer, der danach umgehend die Polizei rief.

Die Beamten, die die Anzeige aufnahmen, hätten seine Mutter und ihn gelobt, weil sie den Trick erkannt hatten. »Ich möchte erzählen, wie diese Betrüger vorgehen, damit andere gewarnt sind und vielleicht mit älteren Angehörigen nochmals explizit über diese perfide Masche sprechen«, sagt der Hövelhofer.

Er vermutet, dass sich Betrüger explizit Menschen aus dem Telefonbuch heraussuchen, deren Namen vermuten lassen, dass sie schon älter sind – oder auch wie im Falle von Maria Pfeil, die noch alte, vierstellige Telefonnummern haben. Ob die Enkeltrick-Betrüger Donnerstag noch weitere Anrufe im Kreis Paderborn getätigt haben, war bislang nicht zu ermitteln.

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