Erstmalig werden in Hövelhof dünne Asphaltschichten in Kaltbauweise aufgebracht
Ruckzuck ist die Straße wieder heile

Hövelhof (WB). Schlaglöcher en masse, Risse im Asphalt, grobe Unebenheiten, loses Material, unschöne Optik: Der Zahn der Zeit hatte nicht erst seit ein paar Jahren an der Substanz der Brandtstraße in Hövelhof genagt. Mit einem in der Region bisher noch wenig eingesetzten Verfahren ist der 600 Meter lange Straßenzug zwischen Kirchstraße und Delbrücker Straße im Eiltempo repariert worden.

Freitag, 20.09.2019, 08:52 Uhr aktualisiert: 20.09.2019, 08:56 Uhr
Dennis Kleewald (rechts) vom Bauamt der Gemeinde Hövelhof beobachtet die Arbeiten in der Brandtstraße. Ausgeführt wird das Aufbringen dünner Asphaltschichten vom darauf spezialisierten Unternehmen Bitunova aus Düsseldorf. Foto: Jürgen Spies
Dennis Kleewald (rechts) vom Bauamt der Gemeinde Hövelhof beobachtet die Arbeiten in der Brandtstraße. Ausgeführt wird das Aufbringen dünner Asphaltschichten vom darauf spezialisierten Unternehmen Bitunova aus Düsseldorf. Foto: Jürgen Spies

Eine klassische Sanierung hätte Monate gedauert und wäre mindestens dreimal so teuer gewesen wie die erstmalig in der Sennegemeinde angewandte Straßenunterhaltungsmaßnahme, die in Fachkreisen unter dem Kürzel DSK bekannt ist. Hinter diesen drei Buchstaben verbirgt sich das Verfahren, dünne Asphaltschichten in Kaltbauweise aufzubringen.

Für die Anlieger hat DSK den entscheidenden Vorteil, dass keine Straßenbaubeiträge erhoben werden müssen.

Dennis Kleewald, Mitarbeiter des Hövelhofer Bauamtes, hatte diese Form der Straßenunterhaltung an seinem früheren Arbeitsplatz in Hamm kennengelernt. Für die Ausbesserung der bis auf einen Knick schnurgeraden Brandtstraße, deren Grundsubstanz aus den späten 50er und frühen 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stammt, eignete sich DSK praktisch ideal. Ein Hauptgrund: Der Unterbau der Straße ist noch in Ordnung, so dass es ausreicht, eine neue 2,5 Zentimeter hohe Deckschicht aufzutragen.

Vorteil für die Anlieger: Es werden keine Straßenbaubeiträge erhoben

Vorab mussten Vorarbeiten erledigt werden. Dabei galt es unter anderem größere Unebenheiten anzupassen und Risse im Asphalt durch Vergießen zu verschließen.

Dennis Kleewald fasst in einem Gespräch mit dieser Zeitung die DSK-Vorteile zusammen: »Schneller Einbau, geringe Verkehrsbehinderung, rasche Freigabe für den Verkehr, geringe Lärmbelästigung für Anwohner, Wirtschaftlichkeit, geringe Einbaukosten, aber auch Ressourcenschonung, weil wenig Material verwendet werden muss.«

DSK ist in erster Linie eine Schutzmaßnahme, die den Verfall maroder Straßenoberflächen gründlich stoppt und die Optik durch eine neue Deckschicht verbessert. Mit einem kompletten Neuaufbau einer Straße ist das Verfahren nicht gleichzusetzen.

Wie lange wird die Straße nun »halten«? Kleewald schätzt, dass dies etwa zehn Jahre der Fall sein wird. Vielleicht mehr, eventuell auch weniger. 115.000 Euro stellt die Gemeinde Hövelhof für die Maßnahme an der Brandtstraße zur Verfügung. Etwas kostengünstigeres gibt es nicht.

Die vergleichsweise dünnflüssige Mischung aus Bitumen, Zement, einer Gesteinskörnung und Wasser wird in einer selbstfahrenden Maschine in einem Schneckenlaufwerk permanent gemischt, dann aufgespritzt und wo nötig von Mitarbeitern des beauftragten Fachbetriebes, die hinter der Maschine hergehen, in einem Arbeitsgang verteilt. Danach wird noch eine Steinkörnung, eine Art Feinsplit, durch Streuwerk an einem Lkw aufgebracht. Das Material dringt halb in die Masse ein, erhärtet, so dass sich letztlich eine griffige Oberfläche ergibt.

Zuvor wurden Schachtdeckel, Gullyeinläufe und Ränder zu den Bordsteinen hin abgedeckt.

Regenwasser kann nun wieder auf direktestem Wege von der Straßenoberfläche nach außen in die Rinnen ablaufen, das Wasser bleibt nicht mehr in Schlaglöchern als Pfütze stehen und dringt nicht mehr in Asphalt­risse ein – Stichwort Frost im Winter.

Die Anlieger der Brandtstraße, die in den vergangenen Monaten aufgrund der Bauarbeiten in der Ortsdurchfahrt unter erhöhtem Verkehrsaufkommen zu leiden hatten, haben jetzt wieder eine reparierte Straße. »Hoffentlich führt das nicht dazu, dass Autofahrer meinen, sie könnten jetzt mit erhöhtem Tempo durch unsere Straße fahren«, sagte ein Anlieger am Mittwochnachmittag.

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