Mi., 02.10.2019

Kreis Paderborn zeichnet Projekte in Ostenland, Wewelsburg und Grundsteinheim aus Heimatpreis feiert Dreifach-Premiere

Landrat Manfred Müller (links) gratuliert Catharina Schoenmakers (Volkstanzkreis Wewelsburg), Ulrich Renger (Seniorenheim St. Joseph Ostenland) und Walter Wächter (Dorfgemeinschaftshaus Grundsteinheim) zum Heimatpreis.

Landrat Manfred Müller (links) gratuliert Catharina Schoenmakers (Volkstanzkreis Wewelsburg), Ulrich Renger (Seniorenheim St. Joseph Ostenland) und Walter Wächter (Dorfgemeinschaftshaus Grundsteinheim) zum Heimatpreis. Foto: Meike Oblau

Von Meike Oblau

Hövelhof (WB). Aller guten Dinge sind drei. Betonung auf: gut! Der Kreis Paderborn hat erstmals den Heimatpreis verliehen. Drei Projekte teilen sich das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro: das Seniorenheim Haus Joseph in Ostenland, der Volkstanzkreis Wewelsburg und das ehrenamtliche Team, das in Grundsteinheim die alte Schule in ein Dorfgemeinschaftshaus umgebaut hat.

Landrat Manfred Müller zeichnete die drei Projekte im Rahmen des Erntedankempfanges des Kreises aus, der diesmal im Hövelmarkt-Festzelt in Hövelhof auf Stollmeiers Wiese stattfand. Zu Gast war dort als Festredner Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen und des Europäischen Bauernverbandes. Eingeladen zu dem Empfang hatten der Landrat und die Vorsitzende des Kreislandfrauenverbandes Paderborn-Büren, Kornelia Wegener. Für Musik sorgten die »Siene Puttkers«, die Band des Hövelhofer Bürgermeisters Michael Berens, und die Bundesschützenblaskapelle Hövelriege.

Preisverleihung im Hövelmarkt-Festzelt

Im Mittelpunkt stand die Premiere des Heimatpreises. Landrat Manfred Müller stellte die drei ausgezeichneten Gruppierungen näher vor. Die kürzeste Anreise zur Preisverleihung hatten die Ehrenamtler, die den Bau des Seniorenheims Haus Joseph im unmittelbar an die Sennegemeinde angrenzenden Ostenland verwirklicht hatten. Die ehrenamtlich tätigen Geschäftsführer des Hauses Joseph, Franz Büser, Ulrich Renger sowie Reinhard Thiele, erhielten den Preis für ihr soziales Engagement, das es ermöglicht hat, das von den Ostenländern sehnlichst gewünschte Seniorenheim zu bauen.

Bürger aus Ostenland helfen bei Finanzierung eines Altenheims

2013 wurden erste Planungen in einer Informationsveranstaltung vorstellt, zu der über 200 Bürger erschienen. Die Idee war, den Bau der Anlage durch Ostenländer Bürger zu finanzieren. Dazu wurde eine gemeinnützige GmbH gegründet. 185 Bürger erwarben Geschäftsanteile im Wert von je 500 Euro und stellten ein Darlehen in Höhe von 4500 Euro zur Verfügung. Dazu kamen Darlehen der Banken und Spenden. In der Summe flossen vier Millionen Euro in den Bau des Seniorenheims, das zusätzlich zu zehn Eigentumswohnungen 16 Plätze in Hausgemeinschaften, zehn Tagespflegeplätze und ein Palliativzimmer anbieten kann. Am 30. November 2018 wurde das Haus in Betrieb genommen.  

Volkstanzkreis Wewelsburg erhält regionales Erbe

Der Volkstanzkreis Wewelsburg wurde aufgrund seines vielfältigen, jahrzehntelangen Engagements zur Förderung des Brauchtums und der Erhaltung des regionalen Erbes im Hinblick auf Tanz und Kultur sowie der grenzüberschreitenden Völkerverständigung ausgezeichnet. Er wurde bereits 1935 erstmals in der Dorfchronik erwähnt. Der Verein   hat mehr als 160 Mitglieder und drei Tanzgruppen. Die Kindergruppe, die so genannten Tanzzwerge, kooperiert mit der OGS des Grundschulverbundes Almetal. Die Jugendvolkstanzgruppe erreichte 2015 beim Bundeswettbewerb »Jugend tanzt« den zweiten Platz. Alle zwei Jahre nimmt der Volkstanzkreis an der Internationalen Jugendfestwoche des Kreises Paderborn teil. Der Volkstanz leistet zudem Integrationsarbeit, da er Menschen mit Behinderungen aufnimmt und sie ihren Fähigkeiten entsprechend fördert. Den Heimatpreis nahm die erste Vorsitzende des Vereins, Catharina Schoenmakers, entgegen.

Aus einer alten Schule wird ein Dorfgemeinschaftshaus

Der dritte Preis geht nach Grundsteinheim: Dort ist es gelungen, die ehemalige Schule in ein Dorfgemeinschaftshaus für 480 Bürger umzugestalten . Den Preis nahm Walter Wächter stellvertretend für Ortsvorsteherin Claudia Keiter entgegen. Während der Bauphase waren 110 Grundsteinheimer aktiv. Investiert wurden insgesamt 318.000 Euro in den Umbau der ehemaligen Schule, die seit 1975 leer stand.

2013 nahm eine Projektgruppe die Arbeit auf. Architektin Christel Hatscher und ihr Mann Paul setzen die Planung um: Im Erdgeschoss wurden mehrere Räume zusammengelegt, so dass dort ein großer Saal für Veranstaltungen entstand. Im Obergeschoss hat der Spielmannszug ein neues Zuhause gefunden. Im Dachgeschoss befinden sich vier Schießbahnen, die von den Sportschützen genutzt werden. Die Frauengemeinschaft findet in den Räumen genug Platz für Versammlungen und Seniorenkaffeetreffen. Genutzt wird das Dorfgemeinschaftshaus auch von Jugendlichen.

Zum Erntedank den Blick auf die Natur richten

In seiner Begrüßungsrede betonte Landrat Manfred Müller, Erntedank sei auch ein Tag, an dem der Blick auf die Natur gerichtet sei. Insbesondere von jungen Menschen werde Engagement beim Klimaschutz zurecht eingefordert. Der Kreis sei mit einem eigenen Klimaschutzkonzept seit 2011 unterwegs: »Wir sind zuversichtlich, dass wir bis 2030 CO2-Neu­tralität erreichen werden. Das alles haben wir nicht ideologisch betrieben, sondern mit gesundem Menschenverstand.«

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