Mi., 30.10.2019

Infotafel auf dem Hövelhofer Friedhof wird am 10. November enthüllt Feierstunde zum Hundertjährigen

Der Arbeitskreis mit Thomas Westhof, Ellen Horenkamp, Helena Kottowski, Manfred Rodehutscord und Carsten Tegethoff (von links) zeigt die Friedhofsskizze von Pfarrer Brix im Rondell des alten kommunalen Friedhofs.

Der Arbeitskreis mit Thomas Westhof, Ellen Horenkamp, Helena Kottowski, Manfred Rodehutscord und Carsten Tegethoff (von links) zeigt die Friedhofsskizze von Pfarrer Brix im Rondell des alten kommunalen Friedhofs. Foto: Ralph Meyer

Hövelhof (WB). Im November feiert der kommunale Friedhof der Sennegemeinde sein hundertjähriges Bestehen. Zu diesem Anlass hat ein Arbeitskreis für Sonntag, 10. November, eine Feierstunde vorbereitet.

Dem Arbeitskreis gehören Ortsheimatpfleger Carsten Tegethoff, Friedhofsgärtner Manfred Rodehutscord, Ellen Horenkamp, im Rathaus zuständig für Friedhofsangelegenheiten, Helena Kottowski von der Stabsstelle Marketing und Thomas Westhof, Hövelhofer Marketingchef, an.

Reise durch die Geschichte der Friedhöfe

Nach einem Grußwort von Bürgermeister Michael Berens und einem geistlichen Impuls der Hövelhofer Seelsorger wird Carsten Tegethoff die Besucher mitnehmen auf eine Reise durch die Geschichte der Hövelhofer Friedhöfe.

Ergänzend dazu hat die Sennegemeinde unter der Federführung des Ortsheimatpflegers eine Begleitbroschüre zum Thema aufgelegt, die im Rahmen der Feierstunde erstmals vorgestellt wird. Die Broschüre vermittelt wertvolle Informationen zur Entwicklungsgeschichte der Begräbnisplätze in Hövelhof, Espeln und Hövelriege/Riege. Sie entspricht in Form und Aufmachung den Broschüren, die in den vergangenen Jahren bereits über die Bahngeschichte der Sennegemeinde, das 200. Jubiläum des Hövelmarktes, die 200. Wiederkehr der Gründung der selbstständigen Gemeinde Hövelhof und zum 350-jährigen Bestehen des Jagdschlosses erschienen sind.

Führungen mit Manfred Rodehutscord

Ferner wird bei der Jubiläumsfeier eine Infotafel im zentralen Geviert des alten Friedhofs enthüllt, die auf einer Edelstahltafel neben kurzgefassten Informationen eine Friedhofskizze von 1930 aus der Hövelhofer Pfarrchronik enthält und aus der Feder des früheren Pfarrer Brix stammt. Im Anschluss an die Enthüllungszeremonie bietet Friedhofsgärtner Rodehutscord allen interessierten Besuchern Gelegenheit zu einer Führung über den alten Friedhofsteil an. Weitere Führungen werden am Sonntag, 3. November, zum Thema »Friedhofskapelle« und am Volkstrauertag, 17. November, zum Thema »Neuer Friedhofsteil« angeboten. Ein Themenschwerpunkt im Rahmen der letzten Führung wird auch das neue Grabangebot der Baumbestattungen sein , das vom kommenden Jahr an angeboten wird. Die Führungen beginnen jeweils um 14 Uhr, Treffpunkt ist an der Friedhofskapelle.

Früher wurden die Toten rund um die Kirche bestattet

Seit 1782 wurden die Toten aus der Sennegemeinde rund um die damals neu gebaute Pfarrkirche bestattet, die meisten Gebeine ruhen auch noch dort. Beim Neubau der Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk von 1927-1929 wurden lediglich die Toten umgebettet, die dort lagen wo die Fundamente für die neue Kirche vorgesehen waren.

Doch die Lage des Kirchhofs war nicht ideal. Der Ortskern war ein sumpfiges Gebiet, und die Särge standen teilweise im Wasser. Ende der 1820er Jahre brach ein Sumpffieber in Hövelhof aus, und ein Verbreitungsschwerpunkt war der Bereich um die Kirche. Ein von der preußischen Regierung geschickter Arzt, der auch den »unerträglichen Gestank« auf dem Kirchplatz monierte, riet aus Gesundheitsgründen zum Umzug des Friedhofs auf einen trockeneren, sandigen Platz. Trotz Einstellung eines Totengräbers und einer verbesserten Beerdigungsdisziplin änderte sich bis 1915 jedoch wenig an der Situation.

1915 begannen Planungen zu einem neuen Standort

Dann stellte ein Kreisarzt fest, dass der Friedhof den Bedürfnissen der nächsten Zeit nicht mehr genügte. Noch im gleichen Jahr begann die Verwaltung mit der Planung eines neuen, kommunalen Friedhofs.

Als letzte Hövelhoferin wurde Anna Maria Karolin Brink am 4. November 1919 in Kirchnähe beigesetzt. Am 19. Dezember fand dann die erste Bestattung auf dem neuen Friedhof statt, als dort Theresia Nehler zur letzten Ruhe gebettet wurde.

Der Haupteingang des ursprünglichen Teils lag an der heutigen Gehastraße. In der Mitte des Friedhofs wurde ein Rondell angelegt, von dem vier Wege abgingen, die den damaligen Friedhof in vier gleich große Teile gliederten. Entlang der Wege wurden Linden gepflanzt, die dort noch heute für Schatten sorgen.

Areal wurde mehrfach erweitert

Der kommunale Friedhof wurde mehrfach erweitert, zuletzt um eine Fläche von 2,3 Hektar nördlich der Bahnstrecke Hövelhof-Gütersloh. Auf dem insgesamt 5,4 Hektar großen Friedhof gibt es etwa 3000 Grabstellen, pro Jahr finden dort zwischen 110 und 130 Beerdigungen statt.

Ab dem 1. November bietet die Gemeinde erstmalig auf dem alten Friedhofsteil eine neue Grabanlage mit pflegefreien Reihen- und Urnengräbern sowie Urnenwahlgräbern an. Damit entspricht die Friedhofsverwaltung dem Wunsche nach diesen Grabstätten am alten Friedhofsteils.

Um die Bepflanzung der pflegefreien Gräber mit Bodendeckern kümmert sich der Friedhofsgärtner. Jedes dieser Gräber erhält eine kleine, einheitliche Grabplatte, beschriftet mit dem Namen, dem Geburts- und Sterbejahr des Verstorbenen.

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