CDU Hövelhof schlägt Abstimmung vor – Verwaltung soll Plan für Gelände erarbeiten
Hallenbad: Bürger sollen entscheiden

Hövelhof (WB). Die Hövelhofer CDU schlägt vor, vor einer Entscheidung über einen möglichen Hallenbad-Neubau die Bürger umfassend zu beteiligen. Dazu ziehen die Christdemokraten sogar einen Bürgerentscheid in Erwägung. Das aber würde auch bedeuten, dass eine Entscheidung (Neubau oder Sanierung) wohl erst nach der Kommunalwahl fällt.

Dienstag, 19.11.2019, 19:00 Uhr
Das Sennebad (vorne rechts) ist durch einen Zwischentrakt mit der kleinen Sporthalle links verbunden. Rechts oben im Bild sind die Dreifachsporthalle, die Sportaußenfläche (»roter Platz«) und das Soccerfeld zu sehen. Die CDU möchte, dass im Zuge der Hallenbad-Überlegungen das gesamte Areal mit Hilfe eines »Masterplans« in den Fokus genommen wird. Foto: Oliver Schwabe
Das Sennebad (vorne rechts) ist durch einen Zwischentrakt mit der kleinen Sporthalle links verbunden. Rechts oben im Bild sind die Dreifachsporthalle, die Sportaußenfläche (»roter Platz«) und das Soccerfeld zu sehen. Die CDU möchte, dass im Zuge der Hallenbad-Überlegungen das gesamte Areal mit Hilfe eines »Masterplans« in den Fokus genommen wird. Foto: Oliver Schwabe

Nach Auffassung der CDU sollen über das Hallenbad letztendlich die Bürger an der Urne abstimmen. »Wenn wir bauen sollten, benötigen wir ein möglichst breit getragenes Votum aus der Bürgerschaft. Nur mit einem Bürgerentscheid werden wir dieses Votum erhalten können«, wird Parteivorsitzender Tobias Steinrücke in einer Pressemitteilung zitiert.

Sanierung würde bis zu 12,8 Millionen Euro kosten

Wie berichtet hatte sich der Bauausschuss in den vergangenen Monaten intensiv mit der Zukunft des maroden Sennebades beschäftigt. Ende März hatte der von der Gemeindeverwaltung mit einer Untersuchung beauftragte Architekt Hubert Wewer (Architektur-Werk-Statt Paderborn) die Kosten für eine Sanierung des Bades auf bis zu 12,8 Millionen Euro geschätzt. Daraufhin war eine Machbarkeitsstudie für einen möglichen Neubau in Auftrag gegeben worden. Diese Studie war Ende Oktober im Bauausschuss vorgestellt worden und sieht verschiedene Neubauvarianten vor, die zwischen 11 und 15 Millionen Euro kosten würden . Als Standort für ein mögliches neues Bad hatte die Gemeindeverwaltung die Sportfreifläche zwischen Dreifachturnhalle und HoT vorgeschlagen.

Viele offene Fragen

Nach Ansicht der CDU sind derzeit viele Fragen aber noch offen, zum Beispiel die Zukunft des Soccer-Spielfeldes und des »roten Platzes«. In ihrer Pressemitteilung listet die CDU weitere Fragen auf: »Die Energieversorgung des alten Hallenbades wird aus einem Blockheizkraftwerk gespeist. Wie kann künftig die energetischen Versorgung des gesamten Schulzentrums aussehen?« Außerdem seien die Kosten für den Abriss des alten Bades zu ermitteln. Ebenso müsse geklärt werden, ob bei einem Abriss zwingend auch die durch einen Zwischentrakt mit dem Bad verbundene Sporthalle mit weichen müsse.

Mit Blick nach vorne sei auch der Zustand der Dreifachsporthalle und ihre Lebensdauer zu prüfen. Auch hier müsse zeitig ein neuer Standort für einen möglichen Ersatzbau nach 2030 gefunden werden, so die CDU. Die Parkplatzsituation müsse ebenfalls untersucht werden: »Nur mit einem umfassenden Masterplan für das gesamte Areal kann eine faktenbasierte Entscheidungsphase eingeläutet werden.«

Medizinisches Rehabilitationsbecken vorgeschlagen

Bei den Planungen für ein neues Bad wünscht sich CDU-Vorstandsmitglied Dr. Martin Schneider auch eine Diskussion um ein medizinisches Rehabilitationsbecken: »Zur Zeit müssen Patienten, denen medizinische Rehabilitationskurse verordnet worden sind, in das Thermalbad Bad Waldliesborn fahren.«

Zum gesamten Themenkomplex »Hallenbad-Neubau« ist der CDU eine umfassende Bürgerbeteiligung besonders wichtig. In Workshops sollen nach Auffassung der Partei den Bürgern die unterschiedlichen Varianten vorgestellt werden. Gemeinsam könne dann eine entscheidungsreife Variante erarbeitet werden. »Neben den Investitionskosten dürfen wir die Betriebskosten nicht aus den Augen verlieren. Der mögliche höhere Zuschuss muss aus dem Haushalt erbracht werden, und das wird ohne Ertragssteigerungen oder Aufwandsminderungen kaum möglich sein«, mahnt Fraktionsvorsitzender Udo Neisens einen realistischen Blick auf die Finanzen an.

Entscheidung wohl erst 2021

Eine Entscheidung werde nach Einschätzung der CDU bei einer so umfassenden Bürgerbeteiligung wohl nicht vor 2021 erfolgen. Und: Mit der Machbarkeitsstudie steige die Chance, Fördermittel einzuwerben. Dazu führe Bürgermeister Michael Berens bereits Gespräche mit Abgeordneten aus Landtag und Bundestag.

Kommentar

Die finanziellen Auswirkungen des Themas Hallenbad sind für Hövelhof enorm. Kämmerer Andreas Schwarzenberg hat bei der Haushaltseinbringung darauf hingewiesen . Eine Investition in dieser Größenordnung, egal ob Neubau oder Sanierung, hat es seit Jahrzehnten nicht gegeben. Es ist richtig, jetzt das gesamte Areal in den Blick zu nehmen, statt Stückwerk zu fabrizieren. Es ist ebenso richtig, die Bürger mit ins Boot zu holen. Das war übrigens auch beim Hövelmarktplatz-Umbau versprochen – übrig geblieben davon ist die Ankündigung eines Infoabends wenige Wochen vor Baubeginn. Die Zeit für Workshops zum Hallenbadgelände sollte man sich nun wirklich nehmen. Neu indes sind die Vorschläge nicht. Bereits 2018 hatte die FDP einen Antrag formuliert : »Ein Neubau findet mit direkter Bürgerbeteiligung statt. Das gesamte Areal wird einer neuen Konzeption unterzogen und nach Möglichkeit ein attraktiveres Sport- und Freizeitzentrum geschaffen (ähnlich Ortskernkonzept).« Ortskernkonzept ist das richtige Stichwort: Hier waren sowohl Bürgerbeteiligung als auch Umsetzung rundum gelungen – das könnte beispielgebend fürs Thema Hallenbad sein. Auch wenn man die Entscheidung sicherlich nicht allein auf die Bürger abwälzen kann und sollte.Meike Oblau

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