Mi., 08.01.2020

Vor einem Jahr wurde die neue Senne-Bücherei in Hövelhof eröffnet Besucherzahl verdoppelt

Zimmer mit Aussicht: Das große Fenster mit Blick auf das Fürstbischöfliche Jagdschloss ist einer der Lieblingsplätze der Büchereibesucher. Fürs Foto haben es sich hier Büchereileiterin Claudia Jostwerner (rechts) und Heike Keßler gemütlich gemacht.

Zimmer mit Aussicht: Das große Fenster mit Blick auf das Fürstbischöfliche Jagdschloss ist einer der Lieblingsplätze der Büchereibesucher. Fürs Foto haben es sich hier Büchereileiterin Claudia Jostwerner (rechts) und Heike Keßler gemütlich gemacht. Foto: Meike Oblau

Von Meike Oblau

Hövelhof (WB). Seit 125 Jahren gibt es eine öffentliche Bücherei in Hövelhof – seit einem Jahr hat sie ihr neues Domizil mitten im Schlossgarten . Seitdem haben sich die Besucher- und Ausleihzahlen prächtig entwickelt, sagt Büchereileiterin Claudia Jostwerner.

„Das Gebäude ist genauso wie der Schlossgarten einfach ein echtes Schmuckstück geworden, wir Mitarbeiter fühlen uns ebenso wohl wie die Besucher“, sagt Jostwerner. Und auch Politik und Gemeindeverwaltung honorieren den Erfolg: Zum neuen Jahr wurde die Zahl der hauptamtlichen Kräfte von einer auf eineinhalb erhöht. Darüber hinaus kann sich Claudia Jostwerner nach wie vor auf ein großes Team ehrenamtlicher Helferinnen verlassen.

500 Neuanmeldungen seit dem Umzug

In Zahlen lässt sich die Erfolgsgeschichte ebenfalls ausdrücken: „Die Zahl der Neuanmeldungen hat sich von 200 auf über 500 mehr als verdoppelt und die Ausleihen haben sich um fast 15 Prozent erhöht“, zieht die Büchereileiterin ein Jahr nach dem Umzug eine erfreuliche Bilanz. Kamen am alten Standort an der Bahnhofstraße im Jahr etwa 11.000 Besucher, waren es im vergangenen Jahr mehr als 21.000. Die neuen Räume an der Schloßstraße finden auch überregional Beachtung: Im Herbst kamen hauptamtliche Bibliothekskräfte aus ganz Ostwestfalen-Lippe zu einer Tagung in der Sennegemeinde zusammen.

Bücherei stellt sich zunehmend auch digital auf

Neben 20.000 ausleihbaren Medien stellt sich die Senne-Bücherei, die diesen Namen ebenfalls erst seit dem Umzug trägt , zunehmend auch digital auf. Im Gebäude können seit neuestem auch Zeitschriften übers eigene Smartphone gelesen werden. „Das ist im Sommer auch auf der Terrasse möglich, so weit reicht das Signal“, sagt Claudia Jostwerner. Für diese Terrasse sind zudem inzwischen noch Sonnenschirme bestellt worden, in Dunkelgrün. „Dieselben Modelle stehen auch am Pfarrheim“, sagt Jostwerner. Auch das Thema E-Books erfreue sich immer größerer Beliebtheit. Digitale Lesegeräte (E-Reader) können auch für Zuhause ausgeliehen werden.

Bürgermeister Michael Berens zeigte sich in seiner Haushaltsrede im Rat begeistert vom Erfolg der Senne-Bücherei: „Die Bücherei ist gut besucht, die Menschen verweilen dort viel länger als sonst und genießen das Lesevergnügen.“ Die Senne-Bücherei sei „die wohl schönste Bücherei weit und breit“.

Insgesamt 1,3 Millionen Euro investiert

Eingeweiht worden war die neue Bibliothek am 20. Januar des vergangenen Jahres. „Die Räumlichkeiten an der Bahnhofstraße waren zuletzt in die Jahre gekommen. Lange haben wir überlegt, ob es im digitalen Zeitalter noch Sinn macht, eine neue Bücherei zu bauen. Verschiedenste Möglichkeiten wurden abgeklopft, bis die geniale Idee kam, die alte Vikarie im Schlosspark zu erwerben und daran einen Anbau zu errichten. Es sollte ein Gebäude sein, dass sich in das historische Ensemble einfügt und zu einem echten Hingucker von innen wie außen wird“, erinnerte sich Berens an die Planungsphase für den Neubau. Insgesamt wurden 1,3 Millionen Euro in den Um- und Anbau investiert. Im Rahmen des „Ortskernkonzepts 2020“ flossen dafür Fördergelder in Höhe von 835.000 Euro von Land und Bund.

Betrieben wird die Bücherei übrigens gemeinsam von Gemeinde und Kirchengemeinde. Das passt dann auch wieder zu den geschichtlichen Anfängen: Vor 125 Jahren, also 1895, eröffnete die erste kleine Hövelhofer Bücherei unter dem Namen „Borromäus-Bücherei“ unter Trägerschaft der katholischen Kirche im damaligen Pfarrhaus.

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