Di., 21.01.2020

Hauseigentümer und „Einstein“-Wirt üben Kritik – Verwaltung nimmt Stellung Hövelmarkt-Planung gefällt nicht jedem

Der Hövelmarkt soll von März an umgestaltet werden. Unten ganz rechts ist das Gebäude, in dem das „Einstein“ betrieben wird, zu sehen, davor der kleine Biergarten mit Bäumen und die Einfahrt.

Der Hövelmarkt soll von März an umgestaltet werden. Unten ganz rechts ist das Gebäude, in dem das „Einstein“ betrieben wird, zu sehen, davor der kleine Biergarten mit Bäumen und die Einfahrt.

Von Meike Oblau

Hövelhof (WB). Die zeitliche und bauliche Planung zur Umgestaltung des Hövelmarkt-Platzes wird am Donnerstag, 23. Januar, im Bauausschuss vorgestellt. Zwei Anlieger, Immobilienbesitzer Karl-Heinz Lattrich und Gastwirt Udo Regh („Einstein“), befürchten, dass zu viele Detailfragen noch ungeklärt sind. Die Gemeindeverwaltung nimmt Stellung zu dieser Kritik,

„Wir hätten uns gewünscht, mehr und früher mit einbezogen zu werden. Uns wurden fertige Pläne vorgelegt so nach dem Motto: So und nicht anders setzen wir es um“, sagen Lattrich und Regh. Sie haben insbesondere Sorge, dass die Anliefer­situation für die Gastronomie­betriebe nicht genügend Berücksichtigung gefunden habe und dass der Umbau während der Sommermonate zu deutlichen Umsatzeinbußen in der Außengastronomie führe. Den jetzigen Zeitplan, der eine Bürgerinfo am Abend vor der Ratssitzung vorsieht, halten sie für zu eng gestrickt. Unter Bürgerbeteiligung hätten sie sich etwas anderes vorgestellt: „Was sollen wir denn einen Tag vor der Ratssitzung noch ausrichten?“

Detailänderungen, die nicht den Grundsatzbeschluss des Rates (dieser regelt Größe der Parkplatzflächen und die Größe des autofreien Areals) beträfen, seien jederzeit noch möglich, sagt die Gemeindeverwaltung: „Die Flächen vor dem Einstein und vor der Eisdiele wurden den Gastronomen zur Sondernutzung kostenlos überlassen, was auch zukünftig vorgesehen ist. Sie stehen im alleinigen Eigentum der Gemeinde, so dass auch kein finanzieller Beitrag des Hauseigentümers zu leisten ist. Mit allen Beteiligten gab es mehrere Abstimmungsgespräche, die bereits zu Veränderungen im Sinne der Anlieger geführt haben.“

„Denkanstöße für die politische Diskussion liefern“

Udo Regh und Karl-Heinz Lattrich haben nun trotzdem den Weg in die Öffentlichkeit gewählt. „Wir hoffen, noch ein paar Denkanstöße für die politische Diskussion liefern zu können“, sagt Regh. Er sei ebenso wie Karl-Heinz Lattrich generell ein Fan des Ortskernkonzepts: „Der Schlossgarten zum Beispiel ist wunderschön geworden. Hier am Hövelmarktplatz hätten wir uns aber mehr Rücksicht auf die Belange der Gewerbetreibenden und der Anwohner gewünscht.“

Als Kompromiss habe bereits erreicht werden können, dass ein geplanter Fußweg nicht unmittelbar vor seiner Gaststätte entlang laufe. Den Zeitplan des Umbaus aber verstehe er nicht, sagt Udo Regh: „Wieso muss das von März bis September gemacht werden? Das wird mir im Einstein etwa 30 Prozent Umsatzeinbußen bescheren. Wer setzt sich denn im Sommer nach draußen mitten in eine Baustelle?“ „Den Inhabern von Eisdiele und Einstein wurde zugesagt, dass der Bereich vor ihrer Gastronomie als erstes fertiggestellt wird, so dass er zum Frühsommer wieder nutzbar sein soll“, heißt es aus dem Rathaus.

Anlieferverkehr über den autofreien Bereich?

Schwierig findet Udo Regh die Anliefersituation: „Hier kommen fast täglich Lieferanten oder Firmen, die Fettab­fälle und Essensreste entsorgen, mit Lkw. Wenn die Planungen so umgesetzt werden, wie sie uns gezeigt wurden, können die Lkw gar nicht mehr vernünftig in unsere Hofeinfahrt fahren.“ Aus der Gemeindeverwaltung habe es geheißen, Lieferanten sollten künftig über den autofreien Bereich fahren, sagt Regh: „Und wer haftet, wenn ein rückwärts fahrender Lieferant einen Fußgänger übersieht?“

Nicht anfreunden können Regh und Karl-Heinz Lattrich sich zudem mit dem vor dem Einstein geplanten Brunnen: „Wir befürchten, dass sich das zu einem Treffpunkt entwickelt, der für Anwohner und Gastronomen störend ist“, sagt Lattrich. Ihn ärgere darüber hinaus, dass Bürgermeister Michael Berens (CDU) gesagt habe, auf einer Versammlung hätten alle Immobilienbesitzer ihre Zustimmung zu den Umbauplänen gegeben: „Ich habe nicht zugestimmt.“

Udo Regh versteht zudem nicht, warum eine Kastanie im Bereich seines Biergartens entfernt werden soll: „Uns wurde gesagt, der Baum stünde planerisch nicht in der Flucht. Aber er spendet im Biergarten Schatten und sorgt für Gemütlichkeit.“

Grundsatzbeschluss fiel bereits 2018

Rückblende: In einer Sondersitzung des Bauausschusses im Oktober 2018 und einer anschließenden Ratssitzung war ein Grundsatzbeschluss zur Umgestaltung des Platzes gefasst worden, um Fördergelder beantragen zu können . Dazu musste skizziert werden, wie groß der autofreie Bereich und wie groß der Parkplatzbereich werden soll, denn vom Land gefördert wird nur der autofreie Bereich . Auf Anregung der CDU fielen mehr Parkplätze weg als vorgesehen . Weitere Diskussionen um die Gestaltung vertagte der Rat. Udo Neisens (CDU) sagte damals, er gehe „davon aus, dass dies noch nicht das Ende der Diskussion“ sei: „Bei den weiteren Planungen dieses sensiblen Mittelpunktes der Gemeinde sollten die Bürger mitwirken können.“

Der Zeitplan sieht nun vor, dass die Planungen an diesem Donnerstag im Bauausschuss (öffentliche Sitzung: 19 Uhr im Rathaus) und am Mittwoch, 29. Januar, um 19 Uhr bei einem Infoabend in der Krollbachaula vorgestellt werden. Einen Tag später tagt der Rat. Im Februar sollen die Arbeiten ausgeschrieben werden: „Baubeginn ist voraussichtlich im März. Eine Fertigstellung ist zum Hövelmarkt Anfang Oktober vorgesehen”, so die Gemeindeverwaltung.

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