Fr., 14.02.2020

Hövelhofer Opposition hätte Variante mit weniger Parkplätzen bevorzugt CDU beschließt Hövelmarkt-Planung allein

So soll der Hövelmarktplatz umgestaltet werden: Die hinter dem Geschäftshaus Allee 24-26 geplante Parkreihe fällt weg. Dort sollen stattdessen zwei neue Bäume angepflanzt werden, die Schatten am neuen Brunnen spenden sollen. Parkplätze werden stattdessen rechts der Einfahrt angeordnet.

So soll der Hövelmarktplatz umgestaltet werden: Die hinter dem Geschäftshaus Allee 24-26 geplante Parkreihe fällt weg. Dort sollen stattdessen zwei neue Bäume angepflanzt werden, die Schatten am neuen Brunnen spenden sollen. Parkplätze werden stattdessen rechts der Einfahrt angeordnet.

Von Meike Oblau

Hövelhof (WB). Der Umgestaltung des Hövelmarktplatzes steht nichts mehr im Wege. Der Bauausschuss hat am Donnerstagabend den Weg frei gemacht für die neue Planungsvariante. Die wurde allerdings nur mit den Stimmen der CDU beschlossen. Die Opposition hätte sich weniger Parkplätze gewünscht.

Bereits vor der Sondersitzung des Ausschusses am Donnerstagabend waren vergangene Woche die Arbeiten ausgeschrieben worden. Ende März soll der Umbau losgehen. Wie berichtet war die am 23. Januar im Bauausschuss zunächst vorgestellte Variante in einer Bürgerversammlung auf Kritik gestoßen. Auch CDU-Fraktionsvorsitzender Udo Neisens sagte, nach der Vorstellung der ursprünglichen Planung sei er „erstmal sprachlos gewesen“ und seine Fraktion sei schon Ende 2018, als der Grundsatzbeschluss im Rat gefallen war, „nicht vollständig zufrieden gewesen“.

Neisens: „Kritik der Bürger war zielführend“

Die in der Bürgerversammlung geäußerten Bedenken seien „zielführend“ gewesen, sagte Neisens: „Jetzt haben wir einen vernünftigen Kompromiss.“ Unter anderem war ursprünglich die Fällung mehrerer Kastanien geplant gewesen. Außerdem sollte eine Parkreihe nahe der Hofzufahrt zur Gaststätte „Einstein“ entstehen, was Gastwirt Udo Regh kritisierte .

Planer Günter Drilling hatte daraufhin eine neue Planung erstellt. Demnach sollen nun alle Kastanien stehen bleiben und nahe des neuen Brunnens sogar zwei neue Bäume gepflanzt werden. Drilling sprach auf Nachfrage von Jörg Schlüter (Bündnis 90/Die Grünen) davon, dass dort schon etwas größer gewachsene Bäume mit einem Stammdurchmesser von 30 Zentimetern eingeplant seien: „Das entspricht in etwa der Größe der Bäume, die auf dem Platz auch jetzt schon stehen.“

Opposition lehnt Parkplätze rechts der Einfahrt ab

Die ursprünglich hinter dem Geschäftshaus Allee 24-26 angedachte Parkreihe fällt weg. Die Parkplätze werden allerdings nicht komplett gestrichen, sondern stattdessen rechts der Einfahrt zum Platz neu angeordnet. Das hatten die CDU und auch der derzeit erkrankte Bauamtsleiter Andreas Markgraf Ende 2018 noch abgelehnt und waren übereinstimmend der Meinung gewesen, die Fläche rechts der Einfahrt solle frei bleiben, um eine Sichtachse von der Allee auf den Platz zu bieten. Jetzt aber werden dort doch neun Parkplätze gebaut.

Das missfiel der Opposition. Die SPD stellte den Antrag, auf diese Parkreihe ganz zu verzichten, um die Sichtachse zu erhalten. „ 2018 haben uns die CDU und unser Bauamtsleiter von der Sichtachse überzeugt , nun wird das wieder zurückgenommen und man guckt von der Allee aus wieder nur auf Autos“, kritisierte SPD-Fraktionsvorsitzender Mario Schäfer. „Wir haben in den vergangenen Jahren so viele neue Parkplätze gebaut: Die Fläche an der Senne-Apotheke wurde mehr als verdoppelt, gerade erst im Januar wurde der Parkplatz am Haus Bredemeier deutlich erweitert. Hövelhof hängt doch nicht an diesen neun Parkplätzen an der Einfahrt zum Hövelmarkt. Wir beantragen, diese Parkreihe wegzulassen.“

Kompromissvorschlag der Grünen findet keine Mehrheit

Dafür stimmten neben der SPD auch die Vertreter der Grünen und der FDP, die CDU aber votierte gegen den Antrag, der somit aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Ausschuss abgelehnt wurde. Stattdessen stimmte die CDU geschlossen für die von der Verwaltung und Planer Günter Drilling vorgelegte Variante mit insgesamt drei Parkreihen. Dieser versagten SPD und Grüne die Zustimmung, die FDP enthielt sich. Auch ein Kompromissvorschlag der Grünen, die Parkplätze vorne rechts nicht zu markieren, sondern vorerst nur mit einer Beschilderung freizugeben, die zur Not wieder entfernt werden könne, fand nicht die Zustimmung der CDU.

Arbeiten bereits vor der Sondersitzung öffentlich ausgeschrieben

Mit dem Umbau soll nun möglichst im März begonnen werden. Die Arbeiten waren bereits vor der Bauausschusssitzung öffentlich ausgeschrieben worden. Ziel ist es, den umgestalteten Platz zum Hövelmarktfest Anfang Oktober wieder nutzen zu können.

Jörg Schlüter (Grüne) hatte zudem erneut nach Spielgeräten für den Hövelmarkt gefragt. Aus dem Rathaus hieß es dazu am Freitag, im Herbst solle der 250 Quadratmeter große, in die Jahre gekommene Spielplatz zwischen Pfarrheim und „Jacke & Co“ erneuert werden. Dafür stünden im Haushalt 20.000 Euro bereit.

Stellungnahme der FDP-Fraktion

„Mangelnde Transparenz und schlechte Bürgerbeteiligung“ wirft die FDP-Fraktion Bürgermeister Michael Berens bei den Planungen des Hövelmarktplatzes vor: „Immer wieder ist leider festzustellen, dass CDU und Bürgermeister unter Bürgerbeteiligung etwas anderes verstehen als es gemeinhin üblich ist“, schreibt Fraktionschef André Klocksin. CDU-Fraktionsvorsitzender Udo Neisens habe im Rat am 8. November 2018 angekündigt , dass „… bei den weiteren Planungen dieses sensiblen Mittelpunktes die Bürger mitwirken können sollten.“

Monate später sei dann auf den letzten Drücker eine Bürgerinfoveranstaltung durchgeführt worden. „Der Name dieser Veranstaltung macht es deutlich: Die Bürger sollten informiert werden und nicht beteiligt“, sagt Klocksin. Die anwesenden Bürger hätten jedoch deutlich gemacht, dass eine aktive Beteiligung gewünscht sei und so sei die Infoveranstaltung „im letzten Moment noch zu einer kleinen Bürgerbeteiligung geworden.“ Hier sei entscheidendes Potenzial und Kreativität verloren gegangen. Dies müsse beim anstehenden Hallenbadprojekt definitiv anders laufen: „Hier sollte frühzeitiger informiert und die Bürger beteiligt werden.“

 

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