Mi., 25.03.2020

Franz-Stock-Realschule muss sogar acht Kinder ablehnen Anmeldeboom an Hövelhofs Schulen

Die Franz-Stock-Realschule, auf diesem Foto links im Bild, und die Krollbachschule (oben rechts zu sehen) können mit den Anmeldezahlen für das Schuljahr 2020/2021 zufrieden sein. Beide Schulen vermelden im Vergleich zum Vorjahr steigende Anmeldezahlen.

Die Franz-Stock-Realschule, auf diesem Foto links im Bild, und die Krollbachschule (oben rechts zu sehen) können mit den Anmeldezahlen für das Schuljahr 2020/2021 zufrieden sein. Beide Schulen vermelden im Vergleich zum Vorjahr steigende Anmeldezahlen. Foto: Oliver Schwabe

Von Meike Oblau

Hövelhof (WB). Nach den Sommerferien werden sowohl die Franz-Stock-Realschule als auch die Krollbachschule mehr neue Fünftklässler begrüßen als im Schuljahr 2019/2020. Wie die Gemeindeverwaltung mitgeteilt hat, haben sich 112 derzeitige Viertklässler an der Realschule angemeldet und 30 an der Hauptschule. An der Realschule müssen sogar acht Kinder abgelehnt werden.

Die Franz-Stock-Realschule hatte bereits im Vorjahr einen Anmeldeboom erlebt, damals schwächelte aber die Hauptschule. Im Sommer 2019 konnte an der Krollbachschule zunächst nur eine fünfte Klasse mit 19 Schülern an den Start gehen. In diesem Sommer werden es bei 30 Schülern zwei Klassen sein. 24 von ihnen haben zuvor Hövelhofer Grundschulen besucht (15 die Kirchschule, fünf die Mühlenschule und vier die Furlbachschule).

Keine zusätzliche Klasse an der Realschule vorgesehen

An der benachbarten Realschule stiegen die Anmeldezahlen im Vergleich zum Vorjahr von 95 auf 112. Von diesen 112 neuen Fünftklässlern gehen aktuell 72 in Hövelhof auf eine Grundschule (29 in die Kirchschule, 32 in die Mühlenschule und elf in die Furlbachschule). 40 neue Schüler stammen aus Nachbarkommunen. Acht Kindern musste abgesagt werden. „Die Einrichtung einer Mehrklasse ist nicht vorgesehen, da die Schule, auch mit Blick auf die zukünftigen Jahre, darauf räumlich und personell nicht ausgerichtet ist“, so die Verwaltung auf WV-Anfrage.

„Der Anteil der Hövelhofer Schüler an den örtlichen weiterführenden Schulen steigt von 42,5 Prozent in 2019 auf 56,1 Prozent in diesem Jahr“, teilt die Gemeindeverwaltung mit. Der Anteil der Hövelhofer Schüler, die ein Gymnasium besuchen, sinkt von 35,6 auf 29,2 Prozent. Besonders drastisch geht nach Angaben der Verwaltung die Zahl der Hövelhofer Kinder, die in den Nachbarkommunen an Gesamtschulen angemeldet wurden, zurück - von 20,6 auf 7,6 Prozent. Nach Angaben aus dem Sennerathaus wurden insgesamt 13 Hövelhofer Viertklässler an einer Gesamtschule angemeldet, davon sieben in Verl und drei in Delbrück, listet die Gemeindeverwaltung auf. Ans Delbrücker Gymnasium wechseln 13 Hövelhofer Viertklässler, ans Gymnasium Schloß Neuhaus 26.

Anmeldezahlen wegen Corona noch nicht vollständig

Vollständig sind die Anmeldezahlen, die vom 19. März stammen, indes noch nicht, da es während der Anmeldephase zuerst in Hövelhof und wenige Tage später auch in den Nachbarkommunen zu Schulschließungen wegen des Coronavirus kam. So sei aktuell bei zehn der 171 Hövelhofer Kinder der vierten Klassen noch nicht bekannt, welche Schulform sie gewählt haben, so dass sich die jetzt mitgeteilten Zahlen noch geringfügig ändern werden.

Insbesondere im Jahr 2018 war es in der Sennegemeinde zum wiederholten Male zu einer politischen Diskussion darüber gekommen, ob das „alte“ Schulsystem, bestehend aus Real- und Hauptschule und ohne die Möglichkeit, in Hövelhof Abitur zu machen, noch zeitgemäß sei. Gemeindeverwaltung und CDU hatten aber an diesem System festgehalten , obwohl sich damals knapp 65 Prozent der heimischen Viertklässler nach dem Ende der Grundschulzeit für eine auswärtige weiterführende Schule entschieden hatten. Dieser Prozentsatz sank in den vergangenen beiden Jahren allerdings deutlich, 2019 waren es 57,5 Prozent, im kommenden Schuljahr bleiben nun mehr als die Hälfte der jetzigen Hövelhofer Viertklässler in der Sennegemeinde. Nur noch 43,9 Prozent besuchen dann weiterführende Schulen in Nachbarstädten.

40 neue Realschüler aus den Nachbarkommunen

In den meisten Nachbarkommunen Hövelhofs gibt es keine Realschule oder Hauptschule mehr, zum Beispiel in Delbrück, Verl oder Schloß Holte-Stukenbrock. Sechs Kinder aus Nachbarkommunen wurden für das Schuljahr 2020/2021 an der Krollbachschule angemeldet, 40 Auswärtige an der Franz-Stock-Realschule.

Parallel zu den Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen hat Hauptamtsleiter Thorsten Langemeier auch die Zahlen für die örtlichen Grundschulen bekannt gegeben. Demnach wird die Kirchschule nach den Sommerferien 85 neue Erstklässler begrüßen und vier Eingangsklassen bilden. Der Grundschulverbund Senne verzeichnet insgesamt 73 Anmeldungen. 48 Kinder werden hier den Standort Mühlenschule besuchen (zwei Eingangsklassen), 25 Kinder bilden die neue erste Klasse an der Furlbachschule in Hövelriege.

Kommentar

Es ist so eine Sache mit dem viel zitierten Elternwillen – denn er ist keine verlässliche Größe. Hövelhof hat sich entschieden, am „alten“ Schulsystem festzuhalten. Bis vor zwei Jahren kehrten immer mehr Kinder nach dem Ende der Grundschulzeit Hövelhof den Rücken, obwohl die Franz-Stock-Schule und die Krollbachschule gute Arbeit leisten. Der Ruf nach einer Gesamtschule und damit nach der Möglichkeit, vor Ort Abitur zu machen, wurde laut. Aktuell aber scheinen Realschule und Hauptschule in der Sennegemeinde wieder im Trend zu liegen. Erstmals seit etlichen Jahren bleibt die Mehrheit der jetzigen Viertklässler auch nach den Sommerferien weiter in Hövelhof. Die Krollbachschule liegt mit Ausnahme des vergangenen Jahres, als nur 19 Anmeldungen eingingen, konstant bei etwa 30 neuen Fünftklässlern. Auf die Realschule hat unterdessen ein wahrer „Run“ eingesetzt – 2016 gab es gerade einmal 48 Anmeldungen, dieses Jahr ist die Zahl dreistellig. Darum ist Schulpolitik so ein kompliziertes Pflaster. Da spielt so vieles eine Rolle, wenn die Eltern sich entscheiden, und sei es auch nur, dass die Busverbindung in die Nachbarkommune schlecht klappt. Eine verlässliche Voraussage für die Zukunft ist unmöglich. Meike Oblau

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7343464?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851066%2F