Kritik an Missachtung von Hygienerichtlinien beim Blutspendetermin in Hövelhof
DRK-Helfer ohne Mundschutz

Hövelhof (WB). Bei einem Blutspendetermin in den Räumen der Hövelhofer Krollbachschule hat ein Helfer des Deutschen Roten Kreuzes den Unmut einiger Blutspender auf sich gezogen, da er sich weigerte, einen Mundschutz zu tragen. Der Blutspendedienst West bedauert den Vorfall und kündigte an, DRK-Mitarbeiter und Helfer nochmals genau zu instruieren.

Dienstag, 31.03.2020, 08:00 Uhr
Symbolfoto Foto: dpa/Jan Woitas
Symbolfoto Foto: dpa/Jan Woitas

Anders als in den meisten anderen Fällen waren es in der vergangenen Woche nicht die Helfer des Hövelhofer DRK-Ortsvereins gewesen, die bei dem Blutspendetermin in der Hauptschule im Einsatz gewesen waren, sagt Thomas Aulbur, Vorstandsmitglied des Hövelhofer DRK: „Grund ist, dass die Helfer, die normalerweise für uns in Hövelhof im Einsatz sind, meist schon etwas älter sind, da wollen wir derzeit kein Risiko eingehen.“ Daher seien Helfer aus anderen Orten beim Blutspendetermin in Hövelhof eingesprungen.

Angeblich vom Tragen einer Schutzmaske befreit

Einer von ihnen hielt sich offenbar nicht an die Regeln, berichtete Blutspender Holger Geiger der WV-Redaktion. „Ich habe draußen mit vielen anderen mit entsprechendem Sicherheitsabstand lange gewartet. Dann im Gebäude Sicherheit pur am Empfang, bei den Ärzten, beim Spenden. Und immer wurde von den Spendern der Abstand eingehalten, auch die Liegen standen im guten Abstand zueinander. Nach dem Spenden ging es in den Ruheraum. Da fiel mir auf, dass der DRK-Mann dort der einzige war, der in der ganzen Gruppe der Helfer ohne Mundschutz herumlief.“

Er habe den Helfer daraufhin angesprochen, schildert Holger Geiger: „Auf mehrfache Nachfrage hat der Mann nicht reagiert. Dann bin ich nach meiner Liegezeit nach vorne zur Anmeldung gegangen und habe auf diesen Riesenfehler hingewiesen. Die Dame ging dann mit mir zu dem Kollegen des DRK und fragte, warum er denn keinen Mundschutz tragen würde. Die Antwort, die mich heute noch immer wütend macht, lautete wie folgt: „Ich habe mich vom Tragen eines Mundschutzes befreien lassen“.

Auch einer Ärztin vor Ort sei der Fall geschildert worden: „Diese ging dann auch mit mir zu dem DRK-Mann und auch hier wurde gefragt, warum er als einziger in der gesamten Gruppe keinen Mundschutz tragen würde – es kam die gleiche Antwort! Die Ärztin wies ihn daraufhin an, ab sofort auch einen Mundschutz zu tragen.“

„Verhalten ist unverständlich und nicht nachvollziehbar“

Er stelle sich die Frage, so Blutspender Holger Geiger, wie man in Zeiten steigender Corona-Infektionen als DRK-Helfer so ignorant und unbelehrbar sein könne: „Für mich ist solch ein Verhalten nicht nachvollziehbar, einfach unverständlich. Mich hat das Geschehene extrem aufgewühlt, regelrecht wütend gemacht. Der größte Abstand, der beste Mundschutz bringt absolut gar nichts, wenn das letzte Glied in der Kette schwächelt. Alle haben sich daran gehalten, nur diese eine beratungsresistente Person absolut nicht.“

„Schutzkleidung bei Blutspendeterminen zwingend erforderlich“

Der Blutspendedienst West zeigte sich erschrocken über die Schilderungen von Holger Geiger und entschuldigte sich auf Anfrage des WV für das Verhalten des DRK-Helfers. „Dieses Verhalten entspricht absolut nicht unseren Vorstellungen. Bei Blutspendeterminen muss zwingend Schutzkleidung getragen werden“, stellte Pressesprecherin Claudia Müller klar. „Das ist eine sehr ärgerliche Geschichte, die wir so nicht erleben wollen. Wir bedauern diesen Vorfall sehr und werden all unsere Helfer nochmals auf die Regelungen hinsichtlich der Schutzkleidung hinweisen.“

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