Leitungsteam des Caritas-Altenzentrums in Hövelhof beklagt Undank beim Einsatz in Corona-Zeiten
Pflegekräfte werden manchmal beschimpft

Hövelhof (WB/spi). Die Nachricht, dass acht Mitarbeiter und vier Bewohner des Caritas-Altenzentrums Haus Bredemeier in Hövelhof positiv auf das Coronavirus getestet worden sind, hat in der Sennegemeinde zu teilweise sehr abweisenden Reaktionen einzelner Bürger gegenüber anderen Mitarbeitern des Caritas-Altenzentrums geführt.

Mittwoch, 01.04.2020, 04:07 Uhr aktualisiert: 01.04.2020, 07:16 Uhr
Monika Stricker (links), Einrichtungsleiterin und Vorstandsvorsitzende des Vereins Caritas-Altenzentrum Haus Bredemeier, und Mechthild Piskol (Leiterin des Ambulanten Dienstes). Foto: Oblau
Monika Stricker (links), Einrichtungsleiterin und Vorstandsvorsitzende des Vereins Caritas-Altenzentrum Haus Bredemeier, und Mechthild Piskol (Leiterin des Ambulanten Dienstes). Foto: Oblau

Nach Angaben von Mechthild Piskol, der Leiterin des Ambulanten Dienstes, sei dies aktuell festzustellen, „wenn die ambulanten Mitarbeiter des Hauses Bredemeier zu Pflegende zu Hause aufsuchen. Es ist schon bitter, wenn unsere Mitarbeiter alles geben und zum Dank dafür noch beschimpft werden”, sagte Mechthild Piskol am Dienstagnachmittag während einer Sitzung des Hövelhofer Krisenstabes.

Wie die Leiterin des Ambulanten Dienstes weiter erläuterte, würden vereinzelt auch Familienangehörige Druck auf Mitarbeiter ausüben, die Arbeit im Altenzentrum ruhen zu lassen. Derzeit betreuen die Mitarbeiter noch rund 180 ambulante Patienten; etwa 25 haben jüngst auf eine Betreuung verzichtet.

„Wir werden von der Sennegemeinde Hövelhof 150-prozentig unterstützt”, beschreibt Monika Stricker, Vorstandsvorsitzende beim Caritas-Altenzentrum, am Dienstagnachmittag im Krisenstab die Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung. Mechthild Piskol ergänzt: „Das ist ein gutes Netzwerk.”

Alle Mitarbeiter getestet

Das Altenzentrum sei in der jetzigen Krise auf jede Hilfe angewiesen, betonen die beiden Führungskräfte. Zum einen sind (Stand Dienstagnachmittag) acht Mitarbeiter und vier Bewohner positiv auf das Virus getestet worden, zum anderen stehen acht weitere Mitarbeiter unter amtlich angeordneter Quarantäne, was die Anzahl des verfügbaren Personals deutlich reduziere. Betroffen von den Ausfällen seien auch die Wohnbereichsleitungen.

Die Testungen der Mitarbeiter in der vollstationären Betreuung durch den Hövelhofer Arzt Dr. Georg Schneider gehen unverändert weiter. Bis zum Wochenende soll das Personal komplett auf das Virus getestet sein. Bis Dienstagnachmittag wurden bereits 20 Mitarbeiter getestet. Mechtild Piskol betont, dass es bereits seit dem offiziellen Besuchsverbot vor drei Wochen keinerlei dienstliche Kontakte zwischen dem stationären und dem ambulanten Team gegeben hat.

Unterstützung vom Bürgermeister

Bürgermeister Michael Berens ruft dazu auf, trotz aller Sorgen und Angst offen auf die Mitarbeiter zuzugehen: „Wir sind unseren Pflegekräften sehr dankbar für ihren außergewöhnlich wertvollen Dienst. Bitte begegnen Sie ihnen mit Respekt und Empathie!“

Die Sennegemeinde hatte dem Altenzentrum aus eigenen Reserven am Wochenende 1000 Schutzmasken zur Verfügung gestellt. Inzwischen hat auch der Kreis Paderborn weitere Schutzkleidung angeboten, und die Verwaltungsleitung hat diese Hilfe auch gern angenommen. Zur Schutzkleidung gehören auch waschbare Overalls und spezielle Helme mit Schutzvisieren. Auch wegen personeller Verstärkungen ist Monika Stricker mit dem Träger und anderen Einrichtungen aus der Region im Gespräch. Außerdem bietet das Haus Bredemeier den Mitarbeitern Beratungsgespräche an, um psychisch gesund durch die aktuelle Krise zu kommen.

Bürgermeister Michael Berens hat inzwischen auch Kontakt zur neuen Seniorenresidenz an der Bielefelder Straße aufgenommen. Gleichzeitig hat er auf die strikte Einhaltung der behördlich vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen hingewiesen. Nach Angaben der Einrichtung gibt dort es bislang noch keinen Corona-Fall.

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