Hövelhofer Wahrzeichen wird im Rahmen der Hövelmarkt-Umgestaltung abgerissen
Es war einmal der Jerome-Brunnen...

Hövelhof (WB). Auf der Homepage der Gemeinde Hövelhof wird er noch als „Wahrzeichen“ geführt – die Geschichte des Jerome-Brunnens auf dem Hövelmarktplatz ist aber so gut wie beendet. Bagger haben den Brunnen in den vergangenen Tagen schon fast dem Erdboden gleich gemacht.

Donnerstag, 16.04.2020, 08:00 Uhr
Ein Haufen Steine – das ist es, was rund um Ostern vom Jerome-Brunnen auf dem Hövelmarkt übrig blieb. Foto: Meike Oblau
Ein Haufen Steine – das ist es, was rund um Ostern vom Jerome-Brunnen auf dem Hövelmarkt übrig blieb. Foto: Meike Oblau

Als der Hövelmarktplatz Mitte der 1980er Jahre gebaut wurde, entstand auch der damals noch namenlose Brunnen. Ein Schwarz-Weiß-Foto von 1986 aus der Sammlung von Ortsheimatpfleger Carsten Tegethoff zeigt den Bau des Brunnens, auf dessen steinerner Umrandung so manches Eis geschleckt, so manches spielende Kind beaufsichtigt und so manch erste große Liebe zum Rendezvous erwartet wurde. Im Halbrund wurde er an der Kirchmauer errichtet.

2007 enthüllten Michael Berens (rechts) und Andreas Markgraf die Gedenktafel.

2007 enthüllten Michael Berens (rechts) und Andreas Markgraf die Gedenktafel. Foto: Langer

Hövelmarkt wurde in den 80ern neu bebaut

Der Bau des Hövelmarktplatzes wurde 1983 durch den Abriss der Firma Epping (Schlachterei und Gaststätte) ermöglicht, erinnert sich Carsten Tegethoff gemeinsam mit Marita Marxkors, die sich seit vielen Jahren mit Familienforschung und Hofgeschichten befasst. Ganz ursprünglich hatte das Areal einst zum alten „Hövelhof“ gehört, der der Sennegemeinde ihren Namen gab.

Nach dem Abriss sämtlicher Gebäude wurden die heute den Hövelmarkt prägenden Häuser gebaut. Die ersten Wohnungen konnten 1986 bezogen werden. Das Haus direkt an der Zufahrt des Platzes (heute unter anderem Sitz von Immobilien Ulrich und der Firma In-Spirit) entstand erst später.

Eppingshof wurde zuvor abgerissen

Im Zuge der Planung der Umgestaltung des Hövelmarktplatzes, mit der kürzlich begonnen wurde, hatte auch Bauamtsleiter Andreas Markgraf an die Entwicklung des Areals in den 1980er Jahren erinnert . Im Rahmen eines Entwicklungskonzeptes zur baulichen Verdichtung der Ortsmitte Anfang der 1980er Jahre wurde die Hof­stelle des Eppinghofes, direkt neben dem Kirchhof, beseitigt, um an dessen Stelle moderne Wohn- und Geschäftshäuser rings um einen neuen Platz – dem Hövelmarkt – zu errichten.

Beim Ortsjubiläum bekam der Brunnen seinen Namen

Markgraf selbst war übrigens indirekt an der Namensgebung des Brunnens beteiligt, Jahre bevor er Bauamtsleiter in Hövelhof wurde. Der Brunnen war seit der Eröffnung des Hövelmarktplatzes namenlos. Als die Sennegemeinde 2007 das Jubiläum „200 Jahre selbstständige Gemeinde“ und den Beitritt zum Europäischen Bund der Napoleon-Städte feierte, erhielt der Brunnen seinen Namen: Jerome-Brunnen, benannt nach Jerome Bonaparte, dem Bruder Napoleons.

Jerome Bonaparte unterschrieb Weihnachten 1807 als König von Westphalen ein Dekret, in dem Hövelhof als Kommune seine Eigenständigkeit erlangte. Das wurde im Oktober 2007 gefeiert – mit Andreas Markgraf als verkleidetem Jerome-Bonaparte-Darsteller und mit einer Erinnerungstafel für den Brunnen, auf der Jerome Bonaparte und der Schriftzug „200 Jahre selbstständige Gemeinde Hövelhof“ zu sehen waren. Der Hövelmarkt-Brunnen hieß künftig „Jerome-Brunnen“.

Neuer Brunnen rückt in die Mitte des Platzes

33 Jahre nach der Einweihung des Hövelmarktplatzes und zwölfeinhalb Jahre nach der Enthüllung der Jerome-Plakette hatte jetzt das letzte Stündlein des Brunnens geschlagen. Der Hövelmarkt wird bekanntlich bis Oktober umgebaut und bekommt einen neuen Brunnen , der in die Mitte des Platzes rückt. Am Standort des alten Brunnens entstehen Parkplätze. Die Bronzetafel mit dem Konterfei von Jerome Bonaparte und dem Schriftzug „200 Jahre selbstständige Gemeinde Hövelhof“ indes wurde natürlich samt Stein vor den Abrissarbeiten gesichert und soll auch künftig in Hövelhof zu sehen sein. Nach Angaben der Verwaltung wird der Stein seinen neuen Platz in einem Beet neben dem Rathausplatz finden.

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