206. Auflage des Volksfestes in Hövelhof muss wegen Corona ausfallen
Kein Hövelmarkt in diesem Jahr

Hövelhof (WB). Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten haben dem Hövelhofer Verkehrsverein die Entscheidung abgenommen: Der Hövelmarkt 2020 kann nicht stattfinden. Großveranstaltungen bleiben bis mindestens Ende Oktober verboten. Am Donnerstagmorgen hat der Krisenstab der Sennegemeinde getagt, zudem gab es eine Telefonkonferenz des geschäftsführenden Vorstands des Verkehrsvereins. Ergebnis: kein Hövelmarkt in diesem Jahr. 

Donnerstag, 18.06.2020, 12:55 Uhr aktualisiert: 18.06.2020, 15:28 Uhr
Bilder wie dieses vom bayrischen Frühschoppen im proppenvollen Festzelt auf Stollmeiers Wiese im Rahmen des Hövelmarkts wird es in diesem Jahr nicht geben: Das Fest ist abgesagt. Foto: Jörn Hannemann
Bilder wie dieses vom bayrischen Frühschoppen im proppenvollen Festzelt auf Stollmeiers Wiese im Rahmen des Hövelmarkts wird es in diesem Jahr nicht geben: Das Fest ist abgesagt. Foto: Jörn Hannemann

Bereits Ende April, als schon der Erntedankumzug in Espeln Anfang September abgesagt wurde , hatte sich der Verkehrsverein nicht sonderlich optimistisch bezüglich des Hövelmarkts am ersten Oktober-Wochenende gezeigt. Seither habe es zahlreiche Gespräche mit Festwirt Hubert Hüwelhans, Schaustellern und Marktbeschickern gegeben, sagte Thomas Westhof (Verkehrsverein und Stabstelle Marketing der Sennegemeinde) auf WB-Anfrage. 

Auch Alternativprogramm ist problematisch

„Dass der Hövelmarkt in diesem Jahr nicht wie gewohnt stattfinden kann, war uns im April bereits klar. Das haben wir so auch immer kommuniziert“, so Westhof weiter. „Gerade von den sonst üblichen Zeltveranstaltungen hatten wir uns gedanklich eh bereits verabschiedet.“ Normalerweise wird jedes Jahr zum Hövelmarkt ein großes Festzelt auf Stollmeiers Wiese am Haus Bredemeier aufgebaut, in dem freitags ein Kinderprogramm für Grundschüler und Kita-Kinder , abendliche Partys für junge Besucher, ein großer Seniorennachmittag und ein sonntäglicher Okotberfest-Frühschoppen stattfinden.  

Mindestabstand kaum einzuhalten

In einer Sitzung mit Schaustellern, Festwirt und den Marktmeistern habe man überlegt, ob eine kleinere Hövelmarkt-Variante möglich sein könnte: „Wir kennen die wirtschaftlichen Sorgen der Schausteller und hatten daher zur Diskussion gestellt, eine Art Kirmesmeile zu organisieren“, sagte Westhof. Im Festzelt und auch auf dem Bauernmarkt sei es sicherlich nicht möglich, den derzeit geltenden Mindestabstand sicherzustellen.

Westhof: „Haben uns Entscheidung nicht leicht gemacht“

Man müsse aber im Blick haben, dass sich eine abgespeckte Festvariante für alle Beteiligten auch halbwegs lohnen müsse und man nicht wisse, wie ein alternatives, kleineres Fest angenommen werde: „Ein Alternativprogramm, bei dem man sich zum Beispiel für jede Veranstaltung namentlich registrieren müsste, ist auf einem Stadtfest sicher nur sehr schwer umzusetzen. Die Frage ist auch: Haben die Besucher da überhaupt Lust drauf?“ Zudem gehörten viele, die auf dem Fest hauptberuflich oder ehrenamtlich im Einsatz seien, altersbedingt der Risikogruppe an. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, betont Westhof, „aber wer will die Verantwortung übernehmen, wenn es auf dem Fest plötzlich eine ganze Kette von Infektionen gibt? Man sieht im Nachbarkreis Gütersloh gerade, wie rasend schnell das gehen kann.“  

Hövelrallye soll trotzdem stattfinden

Die Entscheidung der Kanzlerin und der Ministerpräsidenten am Mittwoch aber hat die Überlegungen zu einem Alternativprogramm nun ohnehin beendet. Der Hövelmarkt hätte in diesem Jahr zum 206. Mal stattgefunden. Von der Absage betroffen sein dürften neben Zelt- und Kirmesbetrieb auf Stollmeiers Wiese und dem Bauernmarkt auf dem Hövelmarktplatz auch die traditionellen Musikveranstaltungen in der Senne-Bar und dem Henkenplatz sowie der verkaufsoffene Sonntag. Die Hövelrallye des Automobilclubs Hövelhof (ACH) soll trotzdem gestartet werden.

Böddeker: „Gesundheit hat absoluten Vorrang“

In einer Pressemitteilung des Verkehrsvereins bedauerten auch Vorsitzender Hubert Böddeker und Geschäftsführerin Angelika Schäfer die Absage. „Uns ist bewusst, was die Absage für viele unserer Partner, insbesondere die Schausteller, bedeutet“, sagte Böddeker. Es habe sich aber gezeigt, dass es keine Fest-Variante gebe, die zu verantworten gewesen wäre. „Wir bitten alle Hövelhofer, unsere treuen Gäste aus der Umgebung und die Partner des Festes um Verständnis. Doch auch für uns gilt: Die Gesundheit hat absoluten Vorrang.“ Angelika Schäfer ergänzte: „Auch wenn wir uns diesen Beschluss nicht leicht gemacht haben, schauen wir jetzt positiv auf das kommende Jahr.“ Über die Absage werde der Verkehrsverein alle Partner auch noch persönlich informieren.

 

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