Hövelhofer Bauamt bittet um Stimmungsbild: Endausbau oder neue Asphaltschicht?
Erneute Anwohnerumfrage an der Bachstraße

Hövelhof (WB). Die Anwohner der Bachstraße sind seit Jahren uneins darüber, ob die Wohnstraße endausgebaut werden soll oder nicht. Die Gemeinde Hövelhof hat jetzt erneut eine schriftliche Umfrage gestartet: Die Bewohner sollen darüber abstimmen, ob die Baustraße fertig gebaut werden soll oder ob nur eine neue Deckschicht über den kaputten Belag gelegt wird.

Montag, 06.07.2020, 20:00 Uhr
Die Bachstraße ist seit 1990 eine Baustraße ohne Gehweg. Hauszufahrten sind teils nur über selbst gebaute „Rampen“ erreichbar. Foto: Meike Oblau
Die Bachstraße ist seit 1990 eine Baustraße ohne Gehweg. Hauszufahrten sind teils nur über selbst gebaute „Rampen“ erreichbar.

Letztgenanntes Verfahren nennt sich „Dünne Asphaltschicht in Kaltbauweise“ (DSK) und würde für die Bachstraße etwa 50.000 Euro kosten. Das Geld stünde im diesjährigen Haushalt bereit. Zuletzt wurde diese Methode an der Brandtstraße getestet .

Der Unterschied zum Straßenendausbau: Die neue Deckschicht würde die Gemeinde (also der Steuerzahler) finanzieren, während beim endgültigen Ausbau der Baustraße nach Kommunalabgabengesetz (KAG) zu 90 Prozent die Anwohner zur Kasse gebeten würden.

Neues Verfahren wäre lediglich eine kosmetische Reparatur

In der postalischen Umfrage macht das Bauamt aber auch klar: Das DSK-Verfahren ist lediglich eine kosmetische Reparatur und löst die Probleme an der Bachstraße nicht dauerhaft. Es würde nur die Straßenoberfläche ausgebessert. Wie viele Jahre das dann hält, ist schwer zu sagen und hängt unter anderem von der Nutzung und der Witterung ab.

Das Bauamt erläutert den Anwohnern, dass die Bachstraße nach wie vor im Zustand einer Baustraße und damit nicht für den dauerhaften Gebrauch ausgelegt ist. Ein endgültiger Ausbau würde die Verkehrssicherheit erhöhen, die Straße würde klar in Fahrbahn und (derzeit nicht vorhandenen) Gehweg gegliedert, und es gäbe nach dem Ausbau keine Bankette mehr, in der sich Schlaglöcher bilden.

Etliche Anwohner haben bereits Vorauszahlungen geleistet

Darüber hinaus würde Regenwasser nach einem Ausbau über die Kanalisation und damit besser ablaufen und die Straßenbeleuchtung erweitert. Auch der Wert der Immobilien steige durch einen Endausbau der Straße. Zudem erinnert die Verwaltung daran, dass etliche Anwohner bereits vor vielen Jahren finanzielle Vorausleistungen für einen Endausbau erbracht haben. Vor allem diese Anwohner sind es auch, die einen Endausbau fordern.

Die Bachstraße wurde 1990 angelegt. 2019 hatte das Bauamt die Kosten für einen endgültigen Ausbau auf rund 706.000 Euro geschätzt, davon müssten 90 Prozent (etwa 635.700 Euro) die Anwohner bezahlen. Insgesamt haben einige Anwohner bereits vor Jahren 46.700 Euro im Voraus bezahlt. Grundlage für die Berechnung des Straßenbaubeitrages eines jeden Anwohners (Grundstücksbesitzers) sind die Grundstücksgröße, die Nutzung des Grundstücks und die Art der Straße, die gebaut wird. Insgesamt waren nach einer Auflistung des Bauamtes im vergangenen Jahr 44 der 335 Gemeindestraßen nicht endausgebaut . Würde man diese Straßen alle fertigstellen, würde das etwa 20,5 Millionen Euro kosten.

2015 stimmte Mehrheit gegen einen Endausbau

Zuletzt hatte die Gemeindeverwaltung vor fünf Jahren eine Umfrage an der Bachstraße durchgeführt, damals hatte sich die Mehrheit der Immobilienbesitzer gegen einen Endausbau ausgesprochen. Zuletzt hatte sich der Unmut über den Zustand der Straße aber wieder gehäuft , sogar Autos waren beschädigt worden , als sie in Schlaglöcher fuhren.

Bis zum 15. Juli haben die Anwohner der Bachstraße nun Zeit, ihr Votum abzugeben. Kritik gab es daran, dass die Umfrage nun ausgerechnet in den Schulferien durchgeführt wird und nur anderthalb Wochen Zeit für eine Beantwortung bleiben. Wer derzeit im Urlaub ist, könnte den Brief also möglicherweise erst in den Händen halten, wenn die Abgabefrist abgelaufen ist.

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