Hövelhofer Wasser- und Abwasserwerk erwirtschaften 2019 jeweils ein Minus
Gebühren werden wohl steigen

Hövelhof (WB). Die Bürger in Hövelhof profitieren derzeit von sehr günstigen Gebühren für Wasser und Abwasser . 2021 werden diese aber vermutlich steigen. Dazu rät jedenfalls Wirtschaftsprüfer Torsten Fitzner, der im Haupt- und Finanzausschuss die Jahresabschlüsse des Wasserwerkes und des Abwasserwerkes für das Jahr 2019 vorgestellt hat.

Donnerstag, 23.07.2020, 06:00 Uhr
Symbolfoto Foto: dpa
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Im Bereich Abwasser sei die Situation für den Gebührenzahler in Hövelhof „sehr komfortabel“, beschrieb Fitzner die aktuelle Situation. Die Gebühren sind seit 2015 konstant. Der erwirtschaftete Jahresfehlbetrag des Abwasserwerkes (im Vergleich zu 2018 schloss das Jahr 2019 um insgesamt 360.000 Euro schlechter ab) reduziere aber den „Puffer“ im Eigenkapital. „Das Eigenkapital ist zwar aktuell noch mehr als ausreichend, aber die Tendenz geht perspektivisch in Richtung Gebührenerhöhung“, sagte Fitzner.

Unerwartete Rohrbrüche belasten die Bilanz

Vor allem der Unterhaltungsaufwand sei schwankend. Der Wirtschaftsprüfer verwies zum Beispiel auf mehrere nicht erwartete Rohrbrüche im vergangenen Jahr: „Das macht sich in der Bilanz natürlich bemerkbar.“

Auf Nachfrage des WB teilte die Gemeindeverwaltung mit, dass das Wasser- und Abwasserwerk 2019 mehr Reparaturen an Leitungen und Kanälen hätten durchführen müssen als geplant: „Die Schäden traten überwiegend im Winterhalbjahr durch die hohen und schwankenden Grundwasserstände auf. Außerdem führte der heiße und trockene Sommer zu einer starken Beanspruchung der Trinkwasserleitungen. Durch die große Auslastung des Trinkwassernetzes in den Abendstunden, zum Beispiel durch Gartenbewässerung, kommt es immer wieder zu Druckabfällen, die besonders das Rohrmaterial belasten.“

Jägerstraße, Dr.-Sonnenschein-Straße und Wassermannsweg betroffen

Nach Angaben aus dem Rathaus waren 2019 ungeplante Reparaturmaßnahmen an den Schmutzwasserkanälen in der Jägerstraße (März) und der Dr.-Sonnenschein-Straße (April und Juni) und an den Wasserhauptleitungen an der Jägerstraße (September) und am Wassermannsweg (Dezember) notwendig.

Wirtschaftsprüfer Torsten Fitzner hatte dazu im Haupt- und Finanzausschuss gesagt, möglicherweise müsse das Rohrnetz in Hövelhof gezielter auf Schäden untersucht werden. Die Gemeindeverwaltung erläutert dazu: „Im Abwasserbereich wird das Kanalsystem gemäß der Selbstüberwachungsverordnung Abwasser regelmäßig überwacht. Die Kanäle werden alle 15 Jahre per TV-Befahrung kontrolliert, demnach werden etwa fünf Prozent der Schmutz- und Regenwasserkanäle pro Jahr untersucht. Alle inspizierten Schäden werden sofort beseitigt. Jedoch kann es durch äußere Einflüsse wie Bauarbeiten oder Grundwasserabsenkungen im Umfeld zu kurzfristigen Schäden kommen.“

Wirtschaftsprüfer hält Gebührenerhöhung für erforderlich

Auch im Wasserwerk schmilzt nach Angaben des Wirtschaftsprüfers das Eigenkapital zusammen, Fitzner sprach von einem „deutlichen Rückgang“, die Abrechnung weise einen Jahresfehlbetrag von 119.000 Euro aus (im Jahr 2018 war hier noch ein leichte Plus von 12.000 Euro herausgekommen). Fitzner verwies auf einen 2016 neu abgeschlossenen Wasserbezugsvertrag, der eine jährliche Preisanpassungsklausel beinhalte. Das führe zu stetig höheren Bezugskosten: „Deswegen halte ich eine Gebührenerhöhung für erforderlich, sonst droht sich die wirtschaftliche Situation des Wasserwerkes zu verschärfen. Das ist ein Riesenproblem und auf Dauer wird es ohne eine Gebührenerhöhung nicht mehr funktionieren. Wie hoch diese ausfallen muss, sollten Sie in den kommenden Monaten näher beleuchten“, schrieb er den Politikern ins Aufgabenbuch. Ab 2021 werde es sonst kritisch: „Dann wären auch Gewinne aus den Vorjahren wohl aufgebraucht. Bis hierher war alles in Ordnung, aber jetzt wird Handlungsbedarf erkennbar.“

Berens: „Das Netz ist okay und die Zahlen sind okay“

CDU-Fraktionsvorsitzender Udo Neisens sagte, es werde wohl 2021 zu einer Neukalkulation der Gebühren kommen müssen: „Das gute Polster aus den Vorjahren ist aufgebraucht.“ Er wies aber darauf hin, dass das keine Überraschung sei: „Aus unserer Sicht war das absehbar.“ Bürgermeister Michael Berens bilanzierte: „Das Netz ist okay und die Zahlen sind okay.“

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