Streit um Trägerwechsel an der OGS der Hövelhofer Kirchschule eskaliert
Gemeinde soll Inventar herausgeben

Hövelhof (WB). Der Streit um den im Sommer 2019 vollzogenen Trägerwechsel an der Offenen Ganztagsgrundschule (OGS) der Hövelhofer Kirchschule eskaliert. Die Vorsitzende des alten Trägervereins, Ulrike Jacobs-Stuckmann, hat die Gemeinde Hövelhof aufgefordert, das von ihrem Verein bezahlte Anlagevermögen, zum Beispiel Inventar aus den OGS-Räumen, herauszugeben oder dem früheren Trägerverein eine Nutzungsentschädigung dafür zu bezahlen. Die Gemeindeverwaltung hat auf Anfrage des WB bestätigt, die Forderung des OGS-Fördervereins vorliegen zu haben und diese aktuell zu prüfen.

Mittwoch, 29.07.2020, 20:00 Uhr
Rund um den Wechsel der Trägerschaft an der Offenen Ganztagsgrundschule (OGS) der Hövelhofer Kirchschule gibt es nach wie vor Ärger. Foto: Oliver Schwabe
Rund um den Wechsel der Trägerschaft an der Offenen Ganztagsgrundschule (OGS) der Hövelhofer Kirchschule gibt es nach wie vor Ärger. Foto: Oliver Schwabe

„Der frühere Trägerverein der OGS ist mit der Forderung an die Gemeinde herangetreten, hat diese aber bisher trotz mehrfacher Bitte noch nicht näher konkretisiert. Wir haben die Frage gestellt, um welche Gegenstände es sich handelt, wann diese beschafft wurden und aus welchen Mitteln diese finanziert worden sind. Es ist noch unklar, ob für die Anschaffungen möglicherweise öffentliche Fördermittel des Landes oder der Gemeinde eingesetzt wurden. Bis zur detaillierten Aufklärung des Sachverhalts, gegebenenfalls unter Hinzuziehung eines Wirtschaftsprüfers, kann die Angelegenheit nicht abschließend bewertet werden“, hieß es am Mittwoch aus dem Sennerathaus.

„Über 50.000 Euro in die Ausstattung der OGS gesteckt“

Die Vorsitzende des alten Trägervereins, Ulrike Jacobs-Stuckmann, erläuterte ihr Vorgehen gegenüber dieser Zeitung. „Eigentlich hätte der Schulträger, also die Gemeinde Hövelhof, die Räume für die OGS-Betreuung ausstatten müssen. Stattdessen hat unser Verein das bezahlt. Wir haben in den vergangenen Jahren über 50.000 Euro in die Ausstattung gesteckt – eine ordentliche Summe. 2019 wurde mit dem Sozialwerk aus Olsberg ein neuer Träger eingesetzt, wir waren plötzlich raus und der neue Träger setzt sich auf unsere Kosten ins gemachte Nest.“ Der Gemeinde Hövelhof habe sie eine Frist bis Freitag gesetzt, um ihr entweder zu ermöglichen, das Inventar aus den ihr nicht zugänglichen Räumen der Kirchschule herauszuholen oder aber, zu erklären, dass die Gemeinde für dieses übernommene Inventar bezahlt.

„Der neue Träger hat nichts investiert“

Dabei gehe es zum Beispiel um eigens für die OGS angeschafftes Mobiliar wie Schränke, Podeste und Sitzgelegenheiten, aber auch Spielzeug wie teure Berg-Kettcars, die 1500 Euro pro Stück gekostet hätten. Auch Renovierungen der Räume habe nicht die Gemeinde Hövelhof bezahlt, sondern der Trägerverein, weil ihr nicht klar gewesen sei, dass Renovierungen und Mobiliar die Gemeinde hätte zahlen müssen, legt die Vorsitzende ihre Sicht der Dinge dar. „Der neue Träger vereinnahmt jetzt diese von uns bezahlte Ausstattung. Im Moment ist nicht sichtbar, was wir geleistet haben und was der neue Träger leistet. Wenn wir die OGS ausräumen und unser Eigentum an uns nehmen würden, würde es sichtbar“, sagt Jacobs-Stuckmann. Das Inventar sei Eigentum des alten Trägervereins: „Der neue Träger hat nichts investiert.“

Finanzierung der Schulhof-Umgestaltung abgelehnt

Es sei richtig, dass der alte Trägerverein noch ein Plus auf dem Konto habe. Nun sei von der Schule und der Gemeinde angedacht gewesen, dass der alte Trägerverein das noch auf dem Konto verbliebene Geld in eine geplante Schulhofumgestaltung investieren solle. „Das habe ich abgelehnt“, sagt Jacobs-Stuckmann, denn als Vorsitzende des alten Trägervereins sei sie auch in zwei, drei Jahren noch haftbar und wolle daher vorsichtshalber noch ein finanzielles Polster auf dem Vereinskonto belassen: „Was passiert denn, wenn plötzlich noch eine Prüfung unserer Bücher ansteht und dabei zum Beispiel vielleicht rauskäme, dass wir Landesmittel zurückzahlen müssen? Dann hafte ich persönlich, wenn der Verein über kein Vermögen mehr verfügt“, begründet die Vorsitzende.

Elternumfrage ist für 2021 in Planung

Der Streit um die neue Trägerschaft an der OGS der Kirchschule schwelt schon länger und war auch Thema in den politischen Gremien. Dabei war es um die Qualität der Betreuung gegangen, aber auch um gekündigte Mitarbeiter, die vor Gericht gezogen waren. Die FDP hatte beantragt, dem neuen Träger, dem Sozialwerk aus Olsberg, zu kündigen und die Trägerschaft erneut auszuschreiben . Das war abgelehnt worden. Stattdessen soll auf Vorschlag der SPD 2021 eine Elternumfrage zur Zufriedenheit mit der OGS durchgeführt werden.

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