Spar- und Bauverein und Stiftung Bethel wollen in Hövelhof kooperieren
Inklusives Wohnen am Bahnhof geplant

Hövelhof (WB). Der Spar- und Bauverein Paderborn und die Stiftung Bethel haben im Hövelhofer Bauausschuss ein inklusives Wohnprojekt für Menschen mit komplexen Mehrfachbehinderungen und Menschen mit so genannten „erworbenen Hirnschädigungen“ vorgestellt). Die Zustimmung der Politik vorausgesetzt, könnte der etwa sechs Millionen Euro teure Neubau auf einem Grundstück an der Wittekindstraße, in unmittelbarer Nachbarschaft zum neuen DRK-Zentrum an der Bahnhofstraße , entstehen.

Samstag, 15.08.2020, 05:00 Uhr
Sechs Millionen Euro soll das neue inklusive Wohnprojekt an der Wittekindstraße kosten. In dieser Ansicht ist links das künftige DRK-Zen­trum zu sehen, das gerade gebaut wird. Direkt nebenan sollen 25 Appartements für behinderte Menschen entstehen. Im Staffelgeschoss soll sozialer Wohnungsbau realisiert werden. Geplant ist zudem eine Tiefgarage. Foto: Architektur-Werk-Stadt
Sechs Millionen Euro soll das neue inklusive Wohnprojekt an der Wittekindstraße kosten. In dieser Ansicht ist links das künftige DRK-Zen­trum zu sehen, das gerade gebaut wird. Direkt nebenan sollen 25 Appartements für behinderte Menschen entstehen. Im Staffelgeschoss soll sozialer Wohnungsbau realisiert werden. Geplant ist zudem eine Tiefgarage. Foto: Architektur-Werk-Stadt

Die Projektpartner stellten ihre Idee den Ausschussmitgliedern vor. Damit der Neubau auch optisch gut zum derzeit entstehenden DRK-Zentrum passt, wurde mit der Architektur-Werk-Stadt aus Paderborn dasselbe Büro wie nebenan mit den ersten Planungen beauftragt. Entstehen könnte ein dreigeschossiger Bau nebst zurückgesetztem Staffelgeschoss.

Tiefgarage geplant

In den ersten drei Etagen sind 25 Appartements mit einer Wohnfläche von jeweils 36 bis 38 Quadratmetern sowie Büro- und Gemeinschaftsräume geplant. Im Staffelgeschoss sollen sechs weitere Wohnungen entstehen, die im Rahmen des öffentlich geförderten Wohnungsbaus vermietet werden. Parkplätze sollen unter anderem in einer Tiefgarage entstehen, so wie es auch am DRK-Zentrum der Fall ist.

Das Projekt stellten Thorsten Mertens vom Spar- und Bauverein, Dr. Georg Kremer und Detlef Hülsmann von der Stiftung Bethel sowie Architekt Martin-Uwe Balhorn von der Architektur-Werk-Stadt vor. Das Architekturbüro hatte in Hövelhof zuletzt viele große Projekte begleitet, neben dem DRK-Zentrum auch den Neubau der Sennebücherei und den Umbau der Krollbachaula.

Idee entstand beim inklusiven Schützenfest

Bürgermeister Michael Berens (CDU) berichtete, er sei auf dem ersten inklusiven Schützenfest in seiner Zeit als Schützenkönig darauf angesprochen worden, dass in Hövelhof ein Wohnangebot für behinderte Menschen fehle. Ebenso beklagen viele Hövelhofer, dass günstige Mietwohnungen in der Sennegemeinde nahezu nicht vorhanden sind. „Das sind also zwei Themen, wo wir vor Ort hohen Bedarf haben“, sagte Berens.

Spar- und Bauverein und die Stiftung Bethel luden die Bauausschussmitglieder ins Paderborner Pontanus-Carree ein, wo man sich ein ähnliches Projekt gerne vor Ort ansehen könne. Ein solcher Ortstermin soll zeitnah nach der Kommunalwahl stattfinden.

Kooperation mit dem DRK möglich

Architekt Martin-Uwe Balhorn sagte, es stünde bei entsprechend positivem Votum aus der Politik ein etwa 2000 Quadratmeter großes Grundstück zur Verfügung, das derzeit noch der Gemeinde Hövelhof gehöre und das über die Wittekindstraße erreicht werden könne. Aktuell wird dieser Bereich als Zufahrt für die Baustelle des DRK-Zentrums genutzt. Mit dem DRK ist eine Kooperation geplant, sollte der Neubau des inklusiven Wohnprojektes verwirklicht werden.

Die Nachbarn rundherum sollen von Beginn an offen und transparent beteiligt werden. Detlef Hülsmann von der Stiftung Bethel betonte, dass vor allem Menschen mit geistigen Behinderungen oder mit „erworbenen Hirnschäden“ (zum Beispiel nach Unfällen oder Schlaganfall) hier einziehen sollen. Nicht gedacht sei das Wohnprojekt hingegen für psychisch kranke Menschen oder Menschen mit einer Suchterkrankung.

Projekt stößt auf große Zustimmung

Bürgermeister Michael Berens, bei dem die Vorstellung des Projekts ebenso wie bei allen Ausschussmitgliedern auf große Zustimmung stieß, sagte, man könne möglicherweise bereits im ersten Bauausschuss nach der Kommunalwahl einen Einleitungsbeschluss für die notwendige Änderung des Bebauungsplanes fassen, so dass dieser Bebauungsplan bis März 2021 Rechtskraft erlangen und mit dem Bau dann begonnen werden könnte

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7535034?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851066%2F
„Ich glaube nicht, dass es Zufall ist“
Ritsu Doan (rechts) hatte in Leipzig das 1:0 auf dem Fuß. Eine Führung „würde uns mal gut tun“, sagt Fabian Klos.
Nachrichten-Ticker