Gemeinde Hövelhof möchte Aktion trotz Absage des Hövelmarktes durchführen
Verkaufsoffener Sonntag am 4. Oktober

Hövelhof (WB). Der dreitägige Hövelmarkt Anfang Oktober ist abgesagt – der verkaufsoffene Sonntag am 4. Oktober, der zu diesem Anlass geplant war, soll aber trotzdem stattfinden. Auf Antrag des Verkehrsvereins hat der Gemeinderat am Montag eine entsprechende neue ordnungsbehördliche Verordnung beschlossen.

Mittwoch, 26.08.2020, 06:00 Uhr
Symbolfoto Foto: dpa/Martin Gerten
Symbolfoto Foto: dpa/Martin Gerten

Da Großveranstaltungen aufgrund der Coronapandemie derzeit nicht zulässig seien, kämen sie momentan auch nicht als Begründung für einen verkaufsoffenen Sonntag in Frage, sagte Bürgeramtsleiterin Petra Schäfers-Schlichting in der Ratssitzung. Ein aktueller Erlass der Landesregierung zähle aber weitere Argumente auf, um verkaufsoffene Sonntage auch ohne eine parallel laufende Großveranstaltung zu erlauben: die Stärkung des Einzelhandels, die Belebung des Ortskerns und die Bekämpfung der Auswirkungen von Corona-Bestimmungen.

So plant Delbrück

In Delbrück wird der Stadtrat am Donnerstag 27. August, beraten. Die verkaufsoffenen Sonntage zum Frühlingsfest im März und zum Stadt- und Spargelfest im Mai waren coronabedingt abgesagt worden, auch der Katharinenmarkt im September fällt aus. Die Delbrücker Marketinggemeinschaft plant für dieses Jahr noch mit vier verkaufsoffenen Sonntagen: am eigentlichen Katharinenmarkt-Sonntag, 20. September, am 11. Oktober, am 8. November (Herbstfest und Schöninger Holz- und Energietage) und am 6. Dezember.

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Verdi hat Bedenken

„Beim verkaufsoffenen Sonntag am 4. Oktober geht es nicht um Umsatzsteigerungen, es geht um die Rettung von Existenzen und um eine Entzerrung des Einkaufsverhaltens“, sagte die allgemeine Stellvertreterin des Bürgermeisters. Einziger Bedenkenträger im Anhörungsverfahren sei die Gewerkschaft Verdi. Ein verkaufsoffener Sonntag in Hövelhof ohne parallele Großveranstaltung solle aber die Ausnahme bleiben. Bei einer Enthaltung stimmte der Gemeinderat dem Vorhaben zu.

Neisens: „Vernünftiger Vorschlag“

CDU-Fraktionsvorsitzender Udo Neisens sprach von einem „sachgerechten und vernünftigen Vorschlag“, der Einzelhandel brauche zuverlässige Auskünfte. Benjamin Joachim (FDP) sagte, der geplante verkaufsoffene Sonntag wäre „extrem wichtig für die örtlichen Händler.“ Jörg Schlüter von den Grünen bilanzierte, sogar er „als alter Gewerkschaflter“ hoffe, dass Verdi in diesem Ausnahmefall auf eine Klage verzichte: „Diesen verkaufsoffenen Sonntag könnten Bevölkerung und Wirtschaft gut gebrauchen.“

Einführung der City-Vard geplant

Auf Anfrage des WB sagte die Geschäftsführerin des Verkehrsvereins, Angelika Schäfer, der Verkehrsverein habe den verkaufsoffenen Sonntag am 4. Oktober im Namen der Einzelhändler beantragt: „Der lokale Einzelhandel war und ist von Corona massiv betroffen, auch in Hövelhof mussten viele Fachgeschäfte im Rahmen des Lockdowns wochenlang schließen und auch aktuell sind die Kunden noch nicht zu einem normalen Kaufverhalten zurückgekehrt. Gekauft wird oft nur das Nötigste, ein entspannter Bummel entfällt meist.“

Der Verkehrsverein plane, zum 4. Oktober die neue City-Card einzuführen und den verkaufsoffenen Sonntag mit weiteren Aktionen zu unterstützen. „Auch die Händler wollen sich was einfallen lassen“, sagte Angelika Schäfer.

Entscheidung über Nikolausmarkt noch offen

Noch offen sei für den Verkehrsverein, ob und wenn ja in welcher Form der Hövelhofer Nikolausmarkt im Schlossgarten stattfinden könnte. Auch der Nikolausmarkt ist in der Sennegemeinde traditionell eigentlich mit einem verkaufsoffenen Sonntag verbunden – mit Ausnahme des Jahres 2018. Damals hatte Verdi kurzfristig gegen den geplanten verkaufsoffenen Sonntag zum Nikolausmarkt geklagt , woraufhin die Gemeinde ihn abgesagt hatte . Im vergangenen Jahr war daraufhin eine neue ordnungsbehördlichen Verordnung in Hövelhof beschlossen worden, um hinsichtlich verkaufsoffener Sonntage rechtlich auf der sicheren Seite zu sein.

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