Früherer Werbering-Chef kritisiert Konkurrenz durch SB-Lüning-Kaufhaus in Hövelhof
Leerstände im Ortskern befürchtet

Hövelhof (WB). Der Gründungsvorsitzende des Hövelhofer Werberings, Klaus Exnowski, sorgt sich um die Zukunft des inhabergeführten Einzelhandels in der Sennegemeinde. Seine Befürchtung: Das neue SB-Lüning-Kaufhaus an der Ferdinandstraß e könnte mit seinem umfangreichen Warenangebot kleineren Geschäften „das Wasser abgraben“.

Samstag, 10.10.2020, 06:00 Uhr
Seit Anfang Oktober ist der SB-Lüning-Markt, den das Unternehmen als „Kaufhaus“ bezeichnet, geöffnet. Foto: Meike Oblau
Seit Anfang Oktober ist der SB-Lüning-Markt, den das Unternehmen als „Kaufhaus“ bezeichnet, geöffnet. Foto: Meike Oblau

„Bald haben wir ein fertig umgestaltetes neues Ortszentrum, das zum Verweilen und Shoppen einladen soll. Durch den Online-Handel und das neue Kaufhaus wird das Ortszentrum veröden, da muss man kein Hellseher sein“, sagte Exnowski dem WB.

„Umfangreiche Modeabteilung im SB hat mich überrascht“

Im neuen Lüning-Kaufhaus könne man nun vieles kaufen, was im Ort auch kleinere Händler anbieten würden: „Besonders überrascht hat mich die umfangreiche Abteilung mit Markenbekleidung im SB Lüning. Da würde mich schon mal interessieren, ob das alles so mit den örtlichen Einzelhändlern, dem Verkehrsverein und der Gemeinde abgesprochen war“, sagt Exnowski, der in den 1990er Jahren mit anderen Mitstreitern des Werberings unter anderem den Hövelhofer Gutschein auflegte. „Jetzt haben wir ganz frisch die neue Bonuscard , aber wo soll ich die in Zukunft einsetzen, wenn mehr und mehr Läden schließen? Lüning hat seine eigene Kundenkarte und beteiligt sich wie auch andere Filialisten nicht an der Hövelhofer Bonuscard.“

„Andere Modegeschäfte werden es jetzt noch schwerer haben“

Perspektivisch befürchte er in der Sennegemeinde leere Schaufenster im frisch aufgehübschten Ortskern: „Es wird wohl einige Leerstände mehr geben, weil Geschäfte wegen zu großer Konkurrenz schließen müssen. Dann werde ich wohl vermehrt lesen: ‚zu vermieten‘. Da wird es kein Einkaufserlebnis mehr geben und Shopping macht auch keinen Spaß mehr, wenn ich in leere Geschäfte schaue“, befürchtet Klaus Exnowski.

Insbesondere die örtlichen Modehändler werden es seiner Ansicht nach in Zukunft noch schwerer haben: „Zum Teil bietet Lüning ja sogar dieselben Marken an, und man kennt doch die Kunden: Viele sind bequem. Statt von Laden zu Laden zu laufen, stellen sie einmal ihr Auto an der Ferdinandstraße ab und können dort alles in einem Abwasch kaufen: Lebensmittel, Backwaren, Elektroartikel, Bekleidung, Spielwaren, Geschenkartikel und Deko, Haushaltswaren und Fahrradzubehör.“ In der Neueröffnung des E-Centers an der Bielefelder Straße und des SB Lüning an der Ferdinand­straße sehe er weit mehr als den offiziell immer so bezeichneten „Tausch der Standorte“, so Exnowski: „Lüning macht sich schon ganz schön breit vor Ort, das sehe ich kritisch.“

Lüning hat deutlich vergrößert

Wie berichtet hatte Lüning das frühere E-Center an der Ferdinandstraße umgebaut und hier einen Elli-Lebensmittelmarkt und ein SB-Lüning-Kaufhaus eröffnet. Der alte Elli-Markt an der Bielefelder Straße wurde stattdessen zum E-Center und deutlich vergrößert . Dort steht jetzt eine mehr als doppelt so große Verkaufsfläche zur Verfügung: Umfasste der Elli-Markt früher etwa 1500 Quadratmeter, hat das neue E-Center eine Verkaufsfläche von 3200 Quadratmetern.

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