Gemeinde will Schlossgarten vergrößern – hohe Fördergelder könnten fließen
Kneipen-Abriss soll für freie Sicht sorgen

Hövelhof (WB). Die Gemeinde Hövelhof will die Gaststätte Zur alten Post (Möller) an der Allee kaufen, abreißen und dadurch eine Vergrößerung des Schlossgartens und eine bessere Sicht auf das Fürstbischöfliche Jagdschloss erreichen. Die Bezirksregierung hat dafür umfangreiche Fördergelder in Aussicht gestellt. Nun soll am kommenden Donnerstag (19 Uhr, Schützen- und Bürgerhaus) ein entsprechender Ratsbeschluss her.

Samstag, 17.10.2020, 06:00 Uhr
Wie auf diesem Luftbild zu erkennen ist, symbolisiert ein Staudenbeet seit der Umgestaltung des Schlossgartens die frühere Schlossauffahrt. Weder das Fürstbischöfliche Jagdschloss noch der Schlossgarten sind aber von der Allee oder der Paderborner Straße aus zu sehen – die seit fast 20 Jahren geschlossene Gaststätte Zur alten Post versperrt die Sicht. Foto: Oliver Schwabe
Wie auf diesem Luftbild zu erkennen ist, symbolisiert ein Staudenbeet seit der Umgestaltung des Schlossgartens die frühere Schlossauffahrt. Weder das Fürstbischöfliche Jagdschloss noch der Schlossgarten sind aber von der Allee oder der Paderborner Straße aus zu sehen – die seit fast 20 Jahren geschlossene Gaststätte Zur alten Post versperrt die Sicht. Foto: Oliver Schwabe

Damit bestätigt sich ein Exklusivbericht dieser Zeitung: Die Gemeinde will das ihr laut Baugesetzbuch zustehende Vorkaufsrecht ausüben und so in den Besitz des Grundstückes kommen, das zuvor ein Hövelhofer Unternehmer gekauft hatte. Die Gaststätte wurde bereits 2001 geschlossen, inzwischen steht das Gebäude komplett leer. Ursprünglich hatte die Gemeinde das Gebäude sanieren und zur Bücherei umbauen wollen. Das sahen die Planungen im Ortskernkonzept vor zehn Jahren vor. Weil das Gebäude aber noch bewohnt war, entstand die Bücherei stattdessen in der alten Vikarie im Schlossgarten.

Ziel der Neuplanung ist nun laut Bauamt „die Herstellung und langfristige Sicherung der Schlossachse“, um „das Jagdschloss als Wahrzeichen und eines der ältesten Gebäude Hövelhofs zusammen mit dem dazugehörigen, denkmalgeschützten Gebäudebestand städtebaulich hervorzuheben sowie historische Wege- und Sichtbeziehungen wiederherzustellen.“ An den Planungen ist erneut die Paderborner Architektur-Werk-Stadt um den Hövelhofer Architekten Hubert Wewer beteiligt, dessen Büro auch schon die Umgestaltung des Schlossgartens mit umgesetzt hatte.

Zweijährige Veränderungssperre

Um Zeit zu haben, ein Bauleitplanverfahren durchzuführen, ist vorgesehen, über das Gelände zunächst eine zweijährige Veränderungssperre zu verhängen, damit dort keine anderen baulichen Planungen verwirklicht werden können. Bisher ist das Grundstück, das künftig als Grünfläche eingetragen werden soll, im Flächennutzungsplan zum einen als Wohnbaubereich, zum anderen als Denkmalfläche verankert.

Durch den Abriss der alten, um 1890 erbauten Gaststätte soll das Jagdschloss auch von der Allee, dem Henkenplatz und der Paderborner Straße (Hauptkreuzung) aus sichtbar gemacht werden und gleichzeitig die historische Achse und die Schlossauffahrt wiederhergestellt werden. Vom Jagdschloss aus führte einst eine Chaussee über die heutige Paderborner Straße bis zum Schloß Neuhaus.

In der Vorlage für die Ratssitzung wird beschrieben, dass geplant ist, künftig „bereits von weiter Ferne aus eine axiale Sichtbeziehung sowohl für Fußgänger als auch für den Anfahrtsverkehr aus Richtung Paderborner Straße“ in Richtung Jagdschloss zu bieten. Daher sei der Plan, auf dem Grundstück der Gaststätte den „gesamten Gebäudebestand abzubrechen und den Bereich als innerstädtische Grünfläche dem Schlossgarten zuzuführen.“

Zusätzliche Fußwege in den Schlossgarten

Seit dem Umbau des Schlossgartens führt vom Jagdschloss aus ein Staudenbeet in Richtung Allee. Es symbolisiert die frühere Schlossauffahrt, endet aber bislang vor der Rückseite des Anbaus der Gaststätte und ist von der Allee und der Paderborner Straße aus ebenso wie das Schloss selbst nicht zu sehen. Nach dem Abriss der Gaststätte soll es weitergeführt werden bis zur Allee, um die frühere Zuwegung „optisch erlebbar“ zu machen. Auch zusätzliche Fußwege in den Schlossgarten sind angedacht. Die Planungen dazu sind schon sehr konkret. Zur Allee hin, dort, wo früher ein Tor die Einfahrt zum Schlossgelände markierte, soll ein kleiner Platz entstehen. Bäume sollen die frühere Schlossauffahrt säumen.

Die Planungen hat die Hövelhofer Gemeindeverwaltung bereits mit der Bezirksregierung vorbesprochen und auch schon einen Förderantrag gestellt. Es könnten Gelder aus dem Städtebauförderungsprogramm 2021 fließen. Die Kosten für den Gebäudeabriss und die Herstellung der Grünfläche belaufen sich nach Angaben aus dem Rathaus auf rund 400.000 Euro. Seitens der Bezirksregierung sei, wie auch schon bei den anderen Bauprojekten im Zuge des Ortskernkonzeptes, eine 70-prozentige Förderung in Aussicht gestellt worden, so dass die Gemeinde von den 400.000 nur 120.000 Euro bezahlen müsste. Hinzu kommen die Kosten für den Kauf des Grundstücks. Auch hier habe die Bezirksregierung eine Förderung in Höhe von 70 Prozent des vom Gutachterausschuss ermittelten Grundstückswertes signalisiert.

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