Ersatzaktionen wie zum Hövelmarkt sind derzeit in Planung
Hövelhof sagt Nikolausmarkt ab

Hövelhof (WB/mobl). Lichterschein, Glühweinduft, gebrannte Mandeln, ein deftiges Stück vom Grill, der süße Klang von Advents- und Weihnachtsliedern und die einzigartige Atmosphäre - auf all das, was in den vergangenen Jahren den Nikolausmarkt in der Sennegemeinde Hövelhof im Schlosspark ausmachte, müssen die Bewohner und ihre Gäste in diesem Jahr leider verzichten. Schweren Herzens hat sich der Verkehrsverein Hövelhof nach mehreren intensiven Beratungen dazu entschließen müssen, den traditionellen Markt in diesem Jahr am ersten Dezemberwochenende abzusagen.

Mittwoch, 21.10.2020, 09:06 Uhr aktualisiert: 21.10.2020, 09:09 Uhr
Der Nikolausmarkt im Schlossgarten fällt in diesem Jahr aus. Foto: Jörn Hannemann
Der Nikolausmarkt im Schlossgarten fällt in diesem Jahr aus. Foto: Jörn Hannemann

„Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen, aber bei Beachtung aller Auflagen in der Corona-Pandemie wäre nur noch ein trauriger Abklatsch vom Nikolausmarkt übriggeblieben“, begründet Vorsitzender Hubert Böddeker die Entscheidung. „Wir haben in den vergangenen Wochen viele Möglichkeiten durchgespielt, doch keine wäre auch nur annähernd den gelungenen Veranstaltungen vergangener Jahre nahegekommen“, ergänzt Angelika Schäfer, Geschäftsführerin des Verkehrsvereins.

Zudem stehen Aufwand und Erfolg bei einer nur dreitägigen Veranstaltung natürlich in einem ungünstigeren Verhältnis als bei einem Weihnachtsmarkt, der in der gesamten Adventszeit geöffnet ist.

„Unkalkulierbares Risiko“

Zu den Alternativen, die der Vorstand erwogen und geprüft hatte, gehörten eine weiträumigere Aufstellung der Holzhütten im Schlosspark, eine Einzäunung des Festgeländes, Verzicht auf den Besuch des Nikolaus für die Familien mit Kindern und eine rigide Einlasskontrolle. Auch auf die beliebte Muh- und Elchbar sowie den anderen Glühweinständen der Vereine hätte man verzichten müssen. Für den Verkehrsverein steht fest, dass Alkohol und Coronavirus einfach nicht zusammenpassen. Unter diesen Gesamtumständen den Nikolausmarkt auszurichten, betrachtet der teilweise ehrenamtlich wirkende Vorstand des Verkehrsvereins als unkalkulierbares Risiko.

Die Absage zu einem verhältnismäßig frühen Zeitpunkt dient der Planungssicherheit. „Eine kurzfristige Absage, weil die Infektionszahlen plötzlich vehement steigen, käme weder bei den Ausrichtern noch den Besuchern gut an“, betont Böddeker. Dazu kommt, dass die Chancen auf einen verkaufsoffenen Sonntag am Nikolausmarkt-Wochenende trotz erneut geänderter Rechtsgrundlage derzeit nicht gut stehen.

Symbolische Ersatzaktionen in Planung

„Um den Hövelhofern und Gästen zu zeigen, dass der Nikolausmarkt trotz Pandemie in den Köpfen präsent ist, werden wir jetzt symbolhafte Aktionen wie beim Hövelmarkt Anfang Oktober konkret planen,“ ergänzt Hövelhofs Marketingchef Thomas Westhof. Schon jetzt steht fest, dass die Hövelhofer Krippe, ein unverzichtbarer Bestandteil beim Nikolausmarkt, in diesem Jahr samt ihrer Hütte in der Kulturscheune zu sehen sein wird. Wie in den Vorjahren werden Jagdschloss und Tourist-Info festlich illuminiert, und in den Fenstern werden die Schwibbögen zu sehen sein. Die im vergangenen Jahr eingeführte neue Weihnachtsbeleuchtung wird die gesamte Adventszeit über das Zentrum der Sennegemeinde in ein zauberhaftes Licht rücken.

Vorabendmesse und Taizé-Lichternacht finden statt

Die traditionell besonders zum Nikolausmarkt gestaltete Vorabendmesse in der Pfarrkirche am Samstag, 5. Dezember, soll unter den Corona-Auflagen ebenfalls stattfinden, auch die Taizé-Lichternacht mit Liedern und Texten des Hövelhofer Taizéchores, diesmal am Sonntag, 6. Dezember, 17 bis 18.30 Uhr. Wie bereits zum eigentlichen Hövelmarkt-Wochenende denkt die Kolpingsfamilie Hövelhof wieder über einen Waffelstand nach, wo die beliebten Waffeln vornehmlich für den „Außer-Haus-Verkauf“ angeboten werden. Genaue Infos über alle angestrebten Aktionen, die natürlich immer unter Vorbehalt der dann geltenden Corona-Richtlinien stehen, sollen Anfang Dezember bekanntgegebenen werden.

Nikolaus-Express wird am 6. Dezember fahren

Auch der Nikolaus-Express soll am Sonntag, 6. Dezember, wieder mehrfach zwischen Gütersloh-Nord und Hövelhof pendeln (ebenfalls vorbehaltlich der Corona-Entwicklung). Zuglok ist in diesem Jahr die 78 468, eine preußische Personenzug-Dampflok. Allerdings ist die Zahl der Reisenden pro Fahrt Corona-bedingt begrenzt. Weitere Infos unter www.eisenbahn-tradition.de.

„Wir versuchen in diesen schwierigen Zeiten durch diese Aktionen gemeinsam mit unseren Partnern ein wenig adventliche Stimmung zu zaubern, gern auch für einen Spaziergang im Schlossgarten. Der Glühwein-Genuss muss dann in diesem Jahr ausnahmsweise im kleinen privaten Familienkreis stattfinden.“, so die Verantwortlichen des Verkehrsvereins abschließend.

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