Hövelhofer CDU schlägt Komplettabriss vor – Verwaltung soll nach Investor für neues Gastro-Gebäude suchen
Möller-Entscheidung wohl am 29. April

Hövelhof -

Die Hövelhofer CDU hat in einer Presseerklärung mitgeteilt, dass sie für die Ratssitzung am Donnerstag, 29. April, den Antrag stellen wird, über die zukünftige Nutzung des Möller-Areals zu entscheiden. Sie plädiert für einen Komplettabriss und möchte die Verwaltung beauftragen, einen Investor für den Neubau einer kleineren Gastro-Immobilie zu suchen.

Dienstag, 20.04.2021, 15:54 Uhr aktualisiert: 20.04.2021, 15:56 Uhr
Die Gaststätte „Zur alten Post“ am Schlossgarten vom Henkenplatz aus gesehen.
Die Gaststätte „Zur alten Post“ am Schlossgarten vom Henkenplatz aus gesehen. Foto: Meike Oblau

„Die Fakten liegen auf dem Tisch“, schreibt die CDU. Eine Renovierung des Hauses sei nicht rentabel. Aufgrund dieser Erkenntnisse von externen Experten schlagen die Christdemokraten den Abriss des gesamten Gebäudekomplexes vor. Nachdem die Gemeinde das Grundstück erworben hat, soll nun nach Ansicht der Senne-CDU die Verwaltung beauftragt werden, mit geeigneten Investoren Kontakt aufzunehmen. Diese sollen den politischen Gremien ihr Konzept einer baulichen Gestaltung eines Wohn- bzw. Geschäftshauses für gas­tronomische Zwecke vorstellen. Die Flächen sollen im Eigentum der Gemeinde verbleiben.

Da der Bau und Betrieb eines gastronomischen Betriebes nicht zu den Kernaufgaben einer Gemeinde gehöre, erscheine es ratsam, die Teilfläche der aktuellen Gaststätte Möller einem Investor in Form eines Erbpachtverhältnisses zu veräußern. „Wenn man über einen Neubau nachdenkt, sollte die Fassade an den ehemaligen ‚Gasthof zum Cherusker‘ angelehnt sein oder als Fachwerk in einer modernen Interpretation ausgeführt werden“, so Ratsmitglied David Merschjohann. Der Wunsch aus der Bevölkerung nach einem gastronomischen Betrieb mit einer möglichen Teilnutzung des Schlossgartens solle mit diesem Vorschlag umgesetzt werden.

Gebäudenutzungen würden von der Zeit überholt, und nicht jedes Gebäude lasse sich durch eine Umnutzung neu aufladen und fit für die Zukunft machen, schreibt die CDU. Die Baugeschichte des ursprünglich im Jahr 1905 errichteten Gebäudes habe sich in seiner Geschichte immer wieder gewandelt. Gebäudeteile seien verändert oder neu errichtet worden, das Gebäude sei immer wieder der Zeit angepasst worden.

Mit dem Haus verbinde sich auch die Geschichte der Gastwirtsfamilie Nehler/Möller. Viele Hövelhofer erinnerten sich noch an schöne Stunden in dieser Kneipe an der Hauptkreuzung im Ortszentrum. Allerdings ruhe seit jetzt mehr als 20 Jahren der gastronomische Betrieb. Die fundierte gutachterliche Stellungnahme über die Bausubstanz des Objektes liegt vor. Aus dieser Stellungnahme werde, so die CDU, deutlich, dass eine mögliche Renovierung nicht rentabel sein werde. Zudem lasse der gegenwärtige Zuschnitt der früheren Kneipe und der Nebenräume keinen den heutigen Erfordernissen entsprechenden gastronomischen Betrieb zu. Aufgrund dieser Erkenntnisse von externen Experten schlagen die Hövelhofer Christdemokraten den Abriss des gesamten Gebäudekomplexes vor.

Hinsichtlich des früheren Gastwirtschafts-, Einzelhandels- und Wohngebäudes („Hauptgebäude“) sei kein öffentlicher Verwendungszweck erkennbar. Ursprünglich war im Ortskernkonzept 2020 dort die Bibliothek vorgesehen, die jedoch mittlerweile im Schlosspark in dem früheren Wohnhaus der Vikare umgesetzt wurde.

Zweifelsfrei sei es aus Sicht der CDU-Fraktion notwendig gewesen, das Grundstück für kommunale Belange zu sichern. Im Ortskernkonzept 2020 wurde bereits beschlossen, die Sichtachse zum früheren fürstbischöflichen Jagdschloss vom Henkenplatz aus wiederherzustellen und damit die „Scheune“ abzureißen. Das gesamte Grundstück reiche dabei vom „Patt“ neben der Gaststätte Brink bis hin zur Verkehrsfläche bis zur Ampelkreuzung. Da diese Flächen im öffentlichen Eigentum verbleiben sollen, ist eine Neuparzellierung des Grundstücks erforderlich, schreibt die CDU.

 

 

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