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Fr., 04.11.2016

Besitzer aus Lichtenau holt entflohenes Tier aus Herforder Tierpark Schwan Gisela kehrt zu ihrem Hermann zurück

Die Fänger des Schwans: Julian Bandholtz (links) und Thorsten Dodt (rechts) sind zufrieden, Bernhard Beseler ist regelrecht gerührt. Gestern nahm er den abenteuerlustigen Schwan mit zurück nach Lichtenau. Dort wartet Partner Hermann.

Die Fänger des Schwans: Julian Bandholtz (links) und Thorsten Dodt (rechts) sind zufrieden, Bernhard Beseler ist regelrecht gerührt. Gestern nahm er den abenteuerlustigen Schwan mit zurück nach Lichtenau. Dort wartet Partner Hermann. Foto: Hartmut Horstmann

Von Hartmut Horstmann

Herford/Lichtenau(WB). Mein lieber Schwan! Der berühmte Ausruf aus Wagners Oper Lohengrin wurde am Donnerstag im Tierpark mit neuem Leben gefüllt. Tierfreund Bernhard Beseler nahm einen ihm abhanden gekommenen Schwan in Empfang.

Gisela ist der Name des vier Jahre alten Schwans, der vor Wochen an den Gleisen des Löhner Bahnhofs entdeckt worden war. Die Feuerwehr, die das Tier rettete, wandte sich an den Tierpark Herford – der Asyl gewährte. Von der Aktion erfuhr der Berufsschullehrer Bernhard Beseler, der in Lichtenau (Kreis Paderborn) wohnt und seit Anfang Juni einen Schwan vermisst.

»Es ist wichtig, die Tiere zusammenzuführen«

Weil Hermann, das männliche Schwan-Pendant, seitdem alleine auf einem Fischteich sein Dasein fristet, handelte Beseler sofort. Da das entflohene Tier nicht beringt ist, konnte der 57-Jährige dem Tierparkleiter Thorsten Dodt jedoch keinen Beweis vorlegen, dass es sich um seinen Schwan handelt. Als Dodt vom Schicksal des vereinsamten Hermann erfuhr, stimmte er einer Übergabe aber zu: »Es ist wichtig, die Tiere zusammenzuführen.«

Gestern war es soweit. Zwar zierte sich Gisela etwas, doch gelang es dem Tierpark-Mitarbeiter Julian Bandholtz, den Schwan abzulenken. Dann schlug die Stunde des Leiters, der das Tier mit einem Kescher überraschte.

Besitzer will eine Spende an den Tierpark entrichten

Bernhard Beseler will jetzt eine Spende an den Tierpark entrichten. Auf die Schwäne gekommen war der Angler im Zusammenhang mit seinen Fischteichen: »Die veralgen leicht und Schwäne helfen hier.« Als er Gisela und Hermann vor Jahren als Küken bei einer Züchterin am Niederrhein abholte, bewies das Weibchen bereits Renitenz. »Es befreite sich aus dem Netz und kam auf den Vordersitz des Autos«, erinnert sich der Lehrer.

Seitdem war Gisela häufiger auf Tour – aber eine Entfernung von 50 bis 60 Kilometern hat sie noch nie zurückgelegt. Die Möglichkeit, dem Schwan die Flügel zu stutzen, zieht Beseler nicht in Betracht. »Es ist zudem verboten«, sagt Thorsten Dodt. Diese Bestimmung gelte auch für den Tierpark. »Allerdings haben wir bei uns sowieso noch nie Vögel gestutzt.« .

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