Mi., 31.10.2018

Wettbewerb gewonnen: Bis zu 6,8 Millionen Euro Fördermittel fließen nach Lichtenau Schulzentrum wird Klima-Campus

Freuen sich, dass das Lichtenauer Projekt »Klima-Campus« im Wettbewerb um Landesfördermittel gewonnen hat: (vorne von links) Schulleiterin Andrea Stollberg und Architektin Cordula Böhner, (hinten von links) Jörg Altemeier, Bürgermeister Josef Hartmann, Herbert Pennig (Stadt), Klima-Manager Günter Voß, Miriam Günther und Vanessa Tegethoff (Stadt).

Freuen sich, dass das Lichtenauer Projekt »Klima-Campus« im Wettbewerb um Landesfördermittel gewonnen hat: (vorne von links) Schulleiterin Andrea Stollberg und Architektin Cordula Böhner, (hinten von links) Jörg Altemeier, Bürgermeister Josef Hartmann, Herbert Pennig (Stadt), Klima-Manager Günter Voß, Miriam Günther und Vanessa Tegethoff (Stadt). Foto: Besim Mazhiqi

Lichtenau (WB/han). Bis zu 6,8 Millionen Euro fließen für die energetische Sanierung des Schulzentrums und die Umgestaltung der Außenanlagen nach Lichtenau. Die Stadt ist mit ihrem Projekt »Klima-Campus« als einzige Kommune im Hochstift einer der Sieger im Wettbewerb um Fördermittel.

Der älteste Teil des Schulzentrums stammt aus dem Jahr 1972. 1979 und in den 1990er Jahren wurde um- und angebaut, immer wieder mal hier und da renoviert. Doch dem ganzen verschachtelten Gebäudekomplex ist anzumerken, dass er in die Jahre gekommen ist. »Wir freuen uns sehr, dass jetzt einmal grundlegend etwas erreicht wird«, betont Schulleiterin Andrea Stollberg.

Dafür hat Lichtenau durch den Gewinn im Wettbewerb, den das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie NRW ausgelobt hat, nun die allerbesten Voraussetzungen. 80 Prozent der Kosten übernimmt das Land. Mit der Höchstsumme von 6,8 Millionen Euro gehört der Lichtenauer »Klima-Campus« zu einem der größten der insgesamt 17 Sieger-Projekte. In der heimischen Region gehören auch Vorhaben der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock und des Kreises Lippe zu den Preisträgern.

»Wie ein Sechser im Lotto« sei der Gewinn für Lichtenau, freut sich Bürgermeister Josef Hartmann. Er biete nicht nur die Chance zur kompletten energetischen Schulsanierung, sondern könne darüber hinaus das Profil Lichtenaus als Energiestadt schärfen.

Bei 61.500 Euro jährlich liegen die Energiekosten des Schulzentrums zurzeit. Nach der Sanierung sollen sie sich auf 34.000 Euro fast halbieren. Dazu, erläutert Architektin Cordula Böhner, müssten aber die großflächige Außenhülle des verschachtelten Gebäudes, die Fenster und die Dachflächen grundlegend saniert werden.

Künftig soll das Schulzentrum außerdem komplett mit Strom aus heimischer Windkraft versorgt werden. Dazu wird es an eine Leitung angeschlossen, die ohnehin praktisch vor der Tür entlang verläuft, um das Benteler-Werk in Kleinenberg mit Strom aus den Windrädern auf der Anhöhe Asseln/Hakenberg zu versorgen.

Doch nicht nur das Gebäude selbst soll fit gemacht werden. Im Außenbereich sollen ein »Grünes Klassenzimmer«, eine Ladestation für E-Mobile und ein Klima-Parcours entstehen. Die Beleuchtung wird erneuert und auf LED umgestellt. Bis Mitte des Jahres 2022 muss das ehrgeizige Projekt abgeschlossen sein. Damit liegt nun viel Arbeit vor dem Team der Stadt, um die Detailplanung zu erledigen und die Antragsunterlagen zusammenzustellen.

Weil mehr oder weniger am gesamten Gebäude gleichzeitig gearbeitet werden muss, ist Unterricht dort während der Bauzeit nicht möglich. Die Schule mit 15 Klassen und 390 Schülern soll in Container ausgelagert werden, die auf dem Ausweichsportplatz Platz finden könnten.

Kommentar

Lichtenau hat einen Lauf. Nach der Entscheidung des Windkraftanlagenbauers Enercon im vergangenen Jahr, ein zentrales Schulungszentrum mit Besuchern aus der ganzen Republik am Leihbühl zu bauen, folgt in diesem Jahr die zweite gute Nachricht. Mehr als sechs Millionen Euro macht das Land für die dringend nötige Sanierung des Schulzentrums locker.

Geschickt hat das Team im Rathaus bei der Bewerbung um das dicke Förderpaket die Energiestadt-Karte ausgespielt. So trägt der »Klima-Campus«, ähnlich wie das Enercon-Schulungszentrum, perfekt zum grün-modernen Image Lichtenaus bei.

Das tun übrigens auch die vielen Windräder rund um die Stadt, auch wenn es seitens der Bürger daran sicherlich berechtigte Kritik gibt. Und dass eben jene Windräder das Schulzentrum künftig mit grüner Energie versorgen, dürfte eine wesentliche Rolle für den positiven Ausgang der Bewerbung gespielt haben. Hanne Hagelgans

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