Flächenkommune beteiligt sich am kreisweiten Internet-Ausbau
Lichtenau macht mit

Lichtenau (WB/han). Lichtenau beteiligt sich am kreisweiten Vorstoß, die letzten Lücken in der Breitband-Internetversorgung im Außenbereich zu schließen. Diese Empfehlung hat der Bau- und Planungsausschuss einstimmig ausgesprochen.

Donnerstag, 01.11.2018, 11:00 Uhr
Glasfaser bis zum letzten Aussiedlerhof: Das soll ein Bundesförderprogramm ermöglichen, das für alle Kommunen im Kreis Paderborn angeboten wird. Lichtenau will dabei sein. Foto: dpa
Glasfaser bis zum letzten Aussiedlerhof: Das soll ein Bundesförderprogramm ermöglichen, das für alle Kommunen im Kreis Paderborn angeboten wird. Lichtenau will dabei sein. Foto: dpa

Die Frage, ob sie teilnehmen möchten, stellt sich zurzeit in allen Kommunen des Kreisgebiets. Mit Ausnahme von Borchen zeichnet sich meist Zustimmung ab. Ein Bundesprogramm übernimmt in Kooperation mit dem Land 90 Prozent der Kosten für den Anschluss von einzelnen unterversorgten Haushalten, zumeist im Außenbereich.

Die Antragstellung wird gebündelt für alle Kommunen vom Kreis erledigt. Voraussetzung für eine Förderung: Die Adressen liegen unterhalb einer Datengrenze von 30 Mbit, und in den kommenden drei Jahren ist dort kein privatwirtschaftlicher Ausbau geplant.

Die Markterkundung, die im Januar dieses Jahres zu Ende gegangen ist, habe gezeigt, dass das in Lichtenau auf 381 private und eine gewerbliche Adresse zutreffe, informierte Andreas Mescheder, Geschäftsführer des vom Kreis beauftragten Planungsbüros Micus (Düsseldorf), die Mitglieder des Bauausschusses.

Als Besonderheit sind in der größten Flächengemeinde in NRW nicht nur einzelne Gehöfte, sondern mit Dalheim, Blankenrode und Herbram-Wald auch drei kleine Ortsteile in Gänze betroffen.

Insgesamt, so Mescheder, müssten 94 Netzkilometer neu verlegt werden, um die 382 unterversorgten Haushalte anzuschließen. Die Kosten bezifferte er auf 9,22 Millionen Euro, den Lichtenauer Eigenanteil entsprechend auf rund 922.000 Euro. Die Ausgabe schlägt allerdings nicht auf einmal im Lichtenauer Haushalt zu Buche, sondern wird auf drei Jahre verteilt.

Die tatsächlichen Kosten, erläuterte der Planer, könnten allerdings niedriger ausfallen. Vorsorglich seien angesichts der angespannten Marktsituation und gestiegener Preise die Tiefbaukosten aber eher hoch angesetzt worden, damit die beantragten Fördersummen auch tatsächlich ausreichen.

Lichtenau sollte die Chance nutzen, die das Förderprogramm biete, so die einhellige Meinung im Bauausschuss. Das, so Josef Eich (CDU), sei schließlich auch ein Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit im ländlichen Raum.

Das Angebot sei ideal für Lichtenau als große Flächengemeinde und eine gute Ergänzung zu den Plänen des Unternehmens Deutsche Glasfaser, das zurzeit in Teilen des Stadtgebietes das Interesse der Bürger erkundet, um bei positivem Ergebnis möglicherweise einen eigenwirtschaftlichen Ausbau zu starten.

Auch Lichtenaus Ortsvorsteher Wolfgang Scholle (SPD) befürwortete die Teilnahme. Die Bereitstellung einer zeitgemäßen Internetverbindung sei heute Teil der Daseinsvorsorge einer Kommune betonte er. Irreführend sei es, die Kosten allein heruntergebrochen auf die einzelne Adresse zu betrachten.

Denn, wie auch Planer Mescheder bestätigte, der geplante Ausbau, der sich durch das ganze Stadtgebiet ziehe, diene auch als Basis (Stichwort: »Backbone-Infrastruktur«) für einen weiteren Ausbau in den kommenden Jahren, bei dem dann auch die jetzige Grenze nicht mehr gelten werde.

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