Do., 25.04.2019

Erster Großeinsatz im Wald und zahlreiche weitere Feuer Es bleibt brandgefährlich

Im Wald zwischen Kleinenberg und Hardehausen brach das Feuer aus und es brannte eine Fläche von 3000 Quadratmetern nieder. Die Ursache für das Feuer abseits auch von Wanderwegen ist unbekannt, die Polizei bittet mögliche Zeugen, sich zu melden.

Im Wald zwischen Kleinenberg und Hardehausen brach das Feuer aus und es brannte eine Fläche von 3000 Quadratmetern nieder. Die Ursache für das Feuer abseits auch von Wanderwegen ist unbekannt, die Polizei bittet mögliche Zeugen, sich zu melden. Foto: Feuerwehr

Von Bernhard Liedmann

Kreis Paderborn (WB). Der erste große Waldbrand in diesem Jahr am Mittwoch in der Egge zeigt es deutlich: Die Dürre 2018, die Schäden der Stürme Friederike und Eberhard und die trockenen Gräser in den Wäldern sind wie Zunder. Mehr als 250 Feuerwehrleute waren bis Donnerstag im Einsatz, um einen Flächenbrand auf 3000 Quadratmeter mitten im Wald zu löschen.

Aus noch nicht geklärter Ursache war am Mittwoch gegen 16.30 Uhr das Feuer in dem Wald zwischen Kleinenberg und Hardehausen im Bereich der Alten Straße/Bördenweg ausgebrochen. Im schwer zugänglichem Gelände mussten die Wehren aus Paderborn und Warburg insbesondere die Wasserversorgung für die Löscharbeiten sicherstellen. So wurden aus dem gesamten Kreis Paderborn Löschfahrzeuge zusammengezogen, um zigtausende von Litern Wasser über eine Entfernung von drei Kilometern zum Brandherd zu bringen.

Nächster Hydrant drei Kilometer entfernt

Die Fahrzeuge kamen unter anderem aus Borchen, Bad Wünnenberg, Paderborn oder auch vom Flughafen, damit im Pendelverkehr der zentrale Löschcontainer der Kreisfeuerwehr mit einem Fassungsvermögen von 30.000 Litern am Einsatzort laufend betankt werden konnte. »Die einzelne Runde für ein Fahrzeug betrug dabei sieben Kilometer«, beschreibt für die Einsatzleitung Christoph Michaelis, stellvertretender Leiter der Lichtenauer Feuerwehr, ein Hauptproblem der Löscharbeiten. Die Fahrzeuge mussten von einem drei Kilometer entfernten Hydranten in Klei­nenberg das Wasser zum Einsatzort bringen. Als Wassersammler war zunächst ein Becken eingerichtet worden, bis schließlich der große Container der Kreisfeuerwehr aus Ahden eintraf. Gegen 23 Uhr hatten die Einsatzkräfte das Feuer unter Kontrolle, vor Ort verblieb dann bis Donnerstag eine Brandwache. Gegen 23 Uhr setzte auch Regen ein und unterstützte somit die Löscharbeiten vor Ort.

Wasserbedarf ist riesig

Das Brandgebiet war für die Wehren mit ihren Fahrzeugen nur von Lichtenauer Gebiet aus erreichbar, erschwerend beim Einsatz kam hinzu, dass teilweise noch durch die Stürme entwurzelte Bäume beseitigt werden mussten.

Um die Versorgung mit Löschwasser über die vielen Stunden aufrecht zu erhalten, waren alle verfügbaren Löschfahrzeuge zusammengezogen worden. Während die Feuerwehrlöschfahrzeuge etwa 2600 bis 5000 Liter fassen können, verfügte ein THW-Fahrzeug über 8000 Liter Fassungsvermögen und das Löschfahrzeuge der Flughafenfeuerwehr über 11.000 Liter. Mit diesen Fahrzeugen wurden der Container am Brandort regelmäßig aufgefüllt. Der Wasserbedarf ist dabei riesig. Ein normales Löschfahrzeug der Feuerwehr ist innerhalb von wenigen Minuten leer, wenn bis zu 400 Liter in der Minute durch die Löschschläuche gepumpt werden.

Kreisbrandmeister ruft zur Vorsicht auf

Die Brandgefahr im gesamten Kreis Paderborn bleibt nach Einschätzung von Christoph Michaelis sehr hoch. Neben dem an vielen Orten noch liegenden Totholz der vergangenen Stürme sind es vor allem die nach dem Winter trockenen Gräser, die eine sehr hohe Brandgefahr darstellen. Wenn bei solchen Bränden auch noch Wind hinzukommt, drohe schnell ein Flächenbrand, mahnt Michaelis zur Vorsicht. Auch Kreisbrandmeister Elmar Keuter mahnt erhöhte Vorsicht an und erinnert an das strikte Rauchverbot im Wald. Die Borkenkäferplage habe zusätzlich die Brandgefahr erhöht, und bis die neue grüne Bodenvegetation im Wald nachwachse, würden die kommenden drei Wochen besonders kritisch sein. Der Boden sei derzeit »pulvertrocken«, warnt er. Keuter appelliert an die Bürger, jedes Feuer und jeden Brand sofort zu melden. Umso schneller könne man eingreifen, und auch am Mittwoch sei sofort großflächig alarmiert worden.

Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Obwohl das Gelände abseits von Wanderwegen ist, setzt sie auf Zeugen. Wer verdächtige Beobachtungen gemacht hat, soll sich unter 05251/306 melden.

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