Do., 16.05.2019

Feierstunde zum 50-jährigen Bestehen der IABG am Standort Lichtenau Schutz und Sicherheit in allen Varianten

Niederlassungsleiter Dr. Engelbert Waßmuth und Programm-Managerin Vera Caylack vor einem alten Marder-Panzer der Bundeswehr. Zum Thema Minen-Schutz von gepanzerten Fahrzeugen informierte die Diplom-Ingenieurin die Besucher anhand der bisherigen Versuche an dem Panzer. Hinten rechts ein Drucktest-System für die Untersuchung von Flugzeugkonstruktionen.

Niederlassungsleiter Dr. Engelbert Waßmuth und Programm-Managerin Vera Caylack vor einem alten Marder-Panzer der Bundeswehr. Zum Thema Minen-Schutz von gepanzerten Fahrzeugen informierte die Diplom-Ingenieurin die Besucher anhand der bisherigen Versuche an dem Panzer. Hinten rechts ein Drucktest-System für die Untersuchung von Flugzeugkonstruktionen. Foto: Liedmann

Lichtenau (bel). Schutz von Bundeswehrsoldaten in Panzern vor Minen-Explosionen, Beständigkeit von Panzerglas für Polizeifahrzeuge oder die Druckfestigkeit der Reifen von Airbus-Flugzeugen. Diesen Aufgaben geht die Industrie­anlagen-Betriebsgesellschaft (IABG) bei Lichtenau nach. Sie hat jetzt das 50-jährige Bestehen mit einem kleinen Festakt gefeiert.

Auf dem 172 Hektar großen Gelände zwischen Lichtenau und Kleinenberg wird geforscht, entwickelt, gesprengt und geschossen. Pro Jahr werden 210 Kilogramm Sprengstoff und 285 Kilogramm Sprengkörper zur Detonation gebracht, um insbesondere im Auftrag der Bundeswehr Soldaten im Einsatz, soweit wie es eben geht, zu schützen.

Ob die erforderliche Unterpanzerung von Fahrzeugen oder die Sitzverteilung im Panzer selbst entwickeln und untersuchen die 40 Mitarbeiter auf dem Gelände der IABG die besten Möglichkeiten, Menschenleben zu bewahren. »Es ist unser oberstes Ziel, die Menschen im militärischen und zivilen Bereich zu schützen«, sagte auch IABG-Geschäftsführer Professor Rudolf Schwarz. Doch für das Gesamt-Unternehmen mit einem Umsatz von 183 Millionen Euro und insgesamt 1000 Mitarbeitern an elf Standorten und Sitz in Ottobrun ist der militärische Bereich nur ein Teil der Dienstleistungen. Am Standort Lichtenau geben 150 Kunden aus 21 Ländern Untersuchungen in Auftrag.

Sicherheit von Cockpits und Zügen

So beispielsweise Airbus, das die Sicherheit von Cockpits gegen Hagel oder Vögel überprüfen lassen will. Dann werden künstliche Hühner aus Gelatine mit regelrechten Luftdruckkanonen verschossen, um solche Einschläge unter bestimmten Bedingen zu simulieren. Ähnliches gilt für Reifen von Flugzeugen. Sie werden in einer speziellen Anlage mit einer Geschwindigkeit von bis zu 350 Metern in der Sekunde »verschossen«, um so zu überprüfen, ob sie den Anforderungen des Auftraggebers entsprechen.

In einer großen Anlage kann auch die Flugzeugkonstruktion auf die erforderlichen Druckverhältnisse in bestimmten Höhen hin überprüft werden. Und was hält das Material aus, wenn eine Turbinenschaufel im Triebwerk bricht? Auch dieser Frage gehen die Fachleute am Standort Lichtenau nach, beschreibt Dr. Engelbert Waßmuth, Leiter der Niederlassung Lichtenau, die Bandbreite der Untersuchungen und Forschungen vor Ort.

 

Panzerglas bei Fahrzeugen

Panzerglas muss nicht nur für militärische Zwecke verwendet werden. Für die ICE-Generation gab es hier auch Untersuchungen, ob die Front der Züge Steinschlägen standhalten kann. Ähnliches gilt für die Reißfestigkeit von Steinschlagnetzen an Hängen, die Autofahrer schützen sollen. Dafür wird ebenfalls in einer Anlage ein Stein auf ein Netz geschossen und mit speziellen Kameras der Aufschlag aufgezeichnet.

Doch aus dem Alltag sind die Untersuchungen des Unternehmen nicht wegzudenken. Derzeit wird untersucht und simuliert, was mit Batterien eines E-Autos bei einem Unfall passiert und auch die Sicherheit von Lkw-Sitzen kommt auf den Prüfstand.

Simulaiton von Castor-Behältern bei Unfall

Zum Spektrum des Unternehmens gehören auch Versuche, die Standfestigkeit von Castor-Behältern bei einem Flugzeugabsturz zu simulieren.

Zum Geburtstag gab es auch von der Stadt Lichtenau ein kleines Geschenk: Die High-Tech-Firma im Außenbereich bekommt jetzt einen Glasfaseranschluss. Bürgermeister Josef Hartmann unterstrich in seinem Grußwort die lokale Bedeutung des Unternehmens, das auch im Ausland einen guten Ruf genieße. Auch der Neubau für das Technologiezentrum vor fünf Jahren mit einem Investitionsvolumen von 2,8 Millionen Euro sei ein deutliches Signal für die Standorttreue des Unternehmens gewesen, sagte Bürgermeister Hartmann.

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