Di., 18.06.2019

Klaus Hoffmann setzt beim Open-Air-Festival in Lichtenau den Schlusspunkt Der deutsche Jacques Brel

Man merkt Klaus Hoffmann seine fast 70 Jahre kaum an, auch seine Stimme ist klar und fest und meistert scheinbar spielend noch alle Oktaven – so auch im Kloster Dalheim.

Man merkt Klaus Hoffmann seine fast 70 Jahre kaum an, auch seine Stimme ist klar und fest und meistert scheinbar spielend noch alle Oktaven – so auch im Kloster Dalheim. Foto: Michael Welling

Von Michael Welling

Lichtenau (WB). Mit einem eindrucksvollen Konzert des Liedermachers Klaus Hoffmann endeten am Sonntagnachmittag die »Sommernachtslieder«. In der atmosphärisch einmaligen Atmosphäre des Klosterinnenhofes Dalheim lauschten die rund 500 Zuhörer mehr als zwei Stunden lang dem Berliner Chansonnier, der sein Publikum als »deutscher Jacques Brel« seit Jahrzehnten fesselt.

Geschichtenerzähler und Musiker

In Dalheim präsentierte er neben Liedern aus seinem neuen Album »Aquamarin« einen Querschnitt durch seine mehr als 50-jährige Karriere als brillanter Geschichtenerzähler und vielseitiger Musiker. Klaus Hoffmann stand – zu Unrecht – immer ein bisschen im Schatten seiner musikalischen Zeitgenossen wie Reinhard Mey, mit dem er die ersten Auftritte als Liedermacher in Berliner Kneipen gemeinsam hat. Den ganz großen Durchbruch hatte er eigentlich nie, blieb aber immer eine beständige Größe mit regelmäßigen LPs, unzähligen Konzerten und einer treuen Fangemeinde.

Das Berliner Milieu ist oft ein Thema

Die feierte ihn auch bei seinem Dalheimer Auftritt, denn live sieht man ihn in unserer Region eher selten. Das Publikum lauschte gebannt seinen Erzählungen, in denen es immer wieder um das Berliner Milieu, seine eigene Lebensgeschichte und um seinen früh verstorbenen Vater ging, und sang bei Liedern wie »Blinde Katharina« oder »Amsterdam« (Lied von Jaques Brel, das Hoffmann ins Deutsche übersetzte) begeistert mit. Andächtiges Lauschen dann bei den neuen Liedern wie »Die Mondin ist ein kalter Stein« oder »Für immer und immer«.

Klosterglocken als Running Gag

Immer wieder nahm Hoffmann auch Bezug auf den Auftrittsort, ließ öfters mal Dalheim in seinen Text einfließen und benutzte die Schwalben im Innenhof und die Klosterglocken als Running Gag. Man merkt ihm seine fast 70 Jahre kaum an, er hat sich eine unbeschwerte Jugendlichkeit bewahrt, auch die Stimme ist klar und fest und meistert scheinbar spielend noch alle Oktaven.

Öfters greift er zur Gitarre, kongenial unterstützt von seinem langjährigem Klavierbegleiter Hawo Bleich, der auch mit dem Synthesizer Akzente zu setzten wusste. Ein heiterer und doch tiefsinniger Liedernachmittag, bei dem sich auch das Wetter von seiner angenehmen Seite zeigte und das Publikum nicht mit verdientem Beifall sparte.

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