Do., 22.08.2019

18. Klostermarkt in Dalheim – 200 Ordensleute bringen Leckeres und mehr mit Angebot mit direktem Kontakt nach oben

LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger und Organisatorin Marianne Rosar sowie (von links) Bruder Philipp Heine OFM, Bruder Horst Langer OFM, Bruder Martin Lütticke OFM (Franziskanerkloster Dortmund) und Museumsdirektor Dr. Ingo Grabowsky stellten das kulinarische und spirituelle Angebot der 40 Ordensgemeinschaften für den 18. Klostermarkt vor.

LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger und Organisatorin Marianne Rosar sowie (von links) Bruder Philipp Heine OFM, Bruder Horst Langer OFM, Bruder Martin Lütticke OFM (Franziskanerkloster Dortmund) und Museumsdirektor Dr. Ingo Grabowsky stellten das kulinarische und spirituelle Angebot der 40 Ordensgemeinschaften für den 18. Klostermarkt vor. Foto: LWL/Kristina Schellenberg

Lichtenau (WB). Wenn Schwester Andrea und Schwester Thekla zur Weinprobe einladen, Bruder Philipp den Kochlöffel schwingt, Pater Gerhard sein Kräuterwissen teilt und ganz Westfalen sich im Kloster Dalheim trifft, dann ist es wieder Zeit für Europas größten Klostermarkt – diesmal am Wochenende, 24. und 25. August.

Dann kommen Ordensschwestern und -brüder aus rund 40 Abteien, Stiften und Klöstern in Österreich, Tschechien, Weißrussland und dem gesamten Bundesgebiet nach Dalheim, um auf dem weitläufigen Klostergelände ihre Waren anzubieten. Jeweils von 10 bis 18 Uhr zeigen sie, was in ihren Küchen, Kellern und Werkstätten in liebevoller Handarbeit an wertvollen Produkten entsteht.

»Auf anregende und unterhaltsame Weise gibt der Klostermarkt Besuchern die Gelegenheit, die ganze Vielfalt klösterlicher Kultur zu entdecken«, freute sich die Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und Vorsitzende des Vorstandes der Stiftung Kloster Dalheim, Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, bei der Vorstellung des Klostermarkt-Programms. »Das Besondere am Dalheimer Klostermarkt ist die Kombination aus Marktgeschehen und persönlicher Begegnung. Wer hier kauft, kauft direkt beim Produzenten, erhält himmlische Produkte und kommt mit den Ordensleuten ins Gespräch. Hier werden die Traditionen der Klöster mit allen Sinnen erfahrbar – ein Angebot‚ mit direktem Draht nach oben«, so Rüschoff-Parzinger weiter.

Ob Käse- und Knoblauchstangen der Augustiner-Chorherren aus dem österreichischen Stift St. Florian, Fairhandel-Produkte aus der Abtei Münsterschwarzach, Brände, Essig und Secco vom Klosterweingut Jakobsberg, Leckereien aus der ökologischen Landwirtschaft der Benediktiner aus dem bayerischen Plankstetten, Weihrauch aus dem deutsch-orthodoxen Dreifaltigkeitskloster Buchhagen oder Senf der Trappisten aus dem tschechischen Kloster Nový Dvur: »Das Warenangebot auf dem Dalheimer Klostermarkt ist ebenso vielfältig wie die vertretenen Ordensgemeinschaften«, freut sich Museumsdirektor Dr. Ingo Grabowsky.« »Die Ordensgemeinschaften entsenden über 200 Vertreterinnen und Vertreter nach Dalheim«, berichtet Organisatorin Marianne Rosar. Während die eigene Produktion schon im Mittelalter den Klöstern zur Unabhängigkeit verhelfen sollte, sichert sie vielen Klöstern heute die wirtschaftliche Existenz. »Viele der Ordensgemeinschaften sind Stammgäste in Dalheim. Für sie ist der Markt eine Gelegenheit, vielen Menschen authentische Einblicke in ihr klösterliches Leben zu geben«, berichtet Rosar weiter. Nicht weniger beliebt sei der Klostermarkt unter Ordensleuten als »großes jährliches Familientreffen«.

Standfläche – in diesem Jahr sind es mehr als 300 Meter – und Marktgemeinschaft sind beständig gewachsen. »Novizen« sind diesmal die Brüder aus dem Dortmunder Franziskanerkloster. Auf dem Markt bieten sie Fairhandelsprodukte aus der Franziskaner-Mission und hausgemachte Erbsensuppe aus der Küche von Bruder Philipp an. Die Schwestern aus dem Kloster der Heiligen Elisabeth im weißrussischen Minsk haben jedes Jahr mit 1.500 Kilometern die weiteste Anreise. »Die Ordensleute sind die Seele des Marktes«, bedankt sich Rüschoff-Parzinger bei den Brüdern und Schwestern für deren Engagement und jahrelange Treue, »der Klostermarkt macht das Leben der Ordensgemeinschaften, das häufig verborgen hinter Klostermauern stattfindet, sichtbar und erlebbar. Wir erwarten an diesem Wochenende rund 15.000 Gäste im Kloster Dalheim.« Unter den Waren aus klösterlichen Küchen, Brauereien, Weinkellern, Werkstätten und Ateliers gibt es immer wieder echte Geheimtipps wie das Holzspielzeug der Barmherzigen Brüder von Algasing oder das Zucchini-Relish der Missionsschwestern aus Neuenbeken. Beliebt sind die Keramikarbeiten der Benediktinerinnen vom Hl. Kreuz (Herstelle) oder der Benediktiner aus der Abtei Maria Laach. Anlässlich des 100. Bauhaus-Jubiläums bringen die kreativen Brüder echte Designerstücke aus ihrer Keramikmanufaktur mit nach Dalheim. Zum Rahmenprogramm gehören Kräutervorträge mit Pater Gerhard an beiden Tagen, geistliche Impulse in der Klosterkirche (jeweils um 12 Uhr) sowie Vorführungen historischer Handwerkstechniken. Kaffee und Espresso gibt es beim City Kloster Bielefeld – gepaart mit einem Gesprächsangebot. Die Skulpturen von Bruder Stephan Oppermann aus der Abtei Maria Laach sind erneut ein Blickfang auf dem Klostergelände. Auch einen ökumenischen Gottesdienst wird es wieder am Samstag um 17 Uhr in der Klosterkirche geben. Klostermühle, -brauerei, -brennerei und -schmiede sind ebenfalls in Betrieb, am Sonntag außerdem die Stellmacherei. Im Eintrittspreis enthalten ist der Besuch des LWL-Landesmuseums für Klosterkultur inklusive der Sonderausstellung »Verschwörungstheorien – früher und heute«. Zudem werden kostenlose Führungen angeboten. Der Eintritt kostet für Erwachsene 6 Euro, ermäßigt 3,50 Euro, Gruppen ab 16 Personen 4,80 Euro je Person, Kinder/Jugendliche und Inhaber der LWL-Museums-Cards frei.

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