Sa., 24.08.2019

Neue Verschwörungstheorie für Ausstellung im Kloster Dalheim Bielefeld liegt in Lichtenau

Museumsdirektor Dr. Ingo Grabowsky und Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger schüren die Gerüchte um die Nichtexistenz der Stadt. Ein Ortsschild beweist: Bielefeld gibt es nicht in Bielefeld, aber im Kloster Dalheim.

Museumsdirektor Dr. Ingo Grabowsky und Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger schüren die Gerüchte um die Nichtexistenz der Stadt. Ein Ortsschild beweist: Bielefeld gibt es nicht in Bielefeld, aber im Kloster Dalheim.

Ein Ortsschild auf dem Gelände des Klosters Dalheim soll die Nichtexistenz der Stadt Bielefeld belegen. »Zumindest nicht an der Stelle, wo sie im Allgemeinen verortet wird«, erläutert Museumsdirektor Dr. Ingo Grabowsky. »Das Ortsschild zeugt eindeutig davon, dass die Stadt sich hier im 72 Kilometer südlich gelegenen Kloster Dalheim in Lichtenau befindet.«

Auch LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger konnte sich bei einem Ortstermin von der Existenz des Schildes und somit von der falschen Verortung der Stadt überzeugen. »Wer weitere Beweise für diese hartnäckige Theorie sucht, kann sich Ideen in der aktuellen Ausstellung des Museums holen«, verwies Rüschoff-Parzinger auf die aktuelle Sonderausstellung des LWL-Landesmuseums »Verschwörungstheorien - früher und heute« , aus deren Anlass das Schild im Kloster Dalheim im Mai aufgestellt wurde.

200 Exponate über Hirngespinste

In Dalheim wird anhand von mehr als 200 Exponaten die Historie der mal harmlosen, mal brandgefährlichen Hirngespinste aus 900 Jahren erzählt. Die Macher behandeln die Verfolgung des mächtigen Templer-Ordens im Mittelalter und den Hexenglauben in der Frühen Neuzeit genauso wie den angeblichen Dolchstoß liberaler und linker Politiker in den Rücken des deutschen Heeres 1918 und die von den Nazis instrumentalisierte angebliche »jüdische Weltverschwörung«. Aber auch die Kondensstreifen am Himmel, die uns vermeintlich vergiften sollen, und das Phänomen der »Fake News« in der Gegenwart werden aufgegriffen. Die Besucher erfahren, warum Verschwörungstheorien die Menschen faszinieren.

Grabowsky freut der niedrigere Altersdurchschnitt der Besucher besonders: »Wir haben ein ganz neues Publikum, wir haben viele junge Leute, Studenten und Schüler, die zum Teil ihre Lehrer gedrängt haben, die Ausstellung zu besuchen. Das ist ein Effekt, den ich mir nicht hätte träumen lassen.« Im Vergleich zur Luther-Ausstellung handele es sich diesmal mehrheitlich um einzelne Besucher und nicht um Gruppen.

Die Verschwörung geht um die Welt

Derweil geht die #Bielefeldmillion um die Welt.

Der Hashtag »#Bielefeldmillion« eroberte im Online-Dienst Twitter am Mittwochnachmittag Platz eins der Deutschland-Trends. Nach bundesweiten Medien wie ARD, ZDF, Spiegel Online, Stern, Die Welt und Bild nahmen zahlreiche Medienhäuser rund um die Welt die Geschichte auf.

So auch die BBC. WB-Redakteur Andreas Schnadwinkel hat die Hintergründe – und was die Bielefelder von diesem uralten Witz halten – im britischen Radio erklärt. Hier ist die Sendung abrufbar, los geht es ab Minute 52.

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