Fr., 30.08.2019

Königspaar Paschen erzählt von »einem irren Jahr« und einer Krone, die bleibt Kreisschützenfest geht unter die Haut

Türen öffnen – Freunde gewinnen« lautet das Motto des Kreisschützenfestes in Husen vom 30. August bis 2. September. In ihrer Ortsmitte haben die Husener dieses Motto auch sichtbar gemacht. Das Kreiskönigspaar Paul und Ela Paschen freut sich über die erfahrene Unterstützung. Wenn sie am Sonntag ihre Haustür öffnen, werden tausende Blicke auf sie gerichtet sein.

Türen öffnen – Freunde gewinnen« lautet das Motto des Kreisschützenfestes in Husen vom 30. August bis 2. September. In ihrer Ortsmitte haben die Husener dieses Motto auch sichtbar gemacht. Das Kreiskönigspaar Paul und Ela Paschen freut sich über die erfahrene Unterstützung. Wenn sie am Sonntag ihre Haustür öffnen, werden tausende Blicke auf sie gerichtet sein. Foto: Neesen

Von Marion Neesen

Husen (WB). Regen – das wäre das Allerschlimmste, was sich Paul und Manuela Paschen für den kommenden Sonntag vorstellen können. »Alle haben so viel gemacht und getan und sich für den Marschweg einfallen lassen. Das wäre eine Katastrophe, wenn der Festzug ausfallen würde«, sagt das Husener Kreiskönigspaar.

Abgesehen davon sind die Majestäten so kurz vor dem Kreisschützenfest am Wochenende erstaunlich locker. Vielleicht liegt es an einer gewissen Routine. Schließlich stand das Paar 1997 schon einmal als Regenten in ­Husen im Mittelpunkt. Ganz­ ­sicher liegt es aber an der Dorfgemeinschaft und am Hofstaat, wissen Paul und Ela Paschen.

»Das war total toll, wie alle mitgezogen haben. Wie ein Bienenschwarm sind im Dorf alle ausgeschwärmt und haben angepackt«, sagt Ela Paschen. »Und ohne den Hofstaat wäre ich nichts, da könnte ich nicht König sein«, ist Paul Paschen dankbar, und seine Frau ergänzt: »Es war ein schönes, ein irres Jahr.« Offenbar so irre, dass die Hofdamen eine bleibende Erinnerung an die Zeit als Kreishofstaat wollten. Alle ließen sich ein Tattoo stechen – an unterschiedlichen Körperstellen, aber immer ist es eine Krone. Ela Paschen trägt ihre Krone am Sonntag also nicht nur auf dem Kopf, sondern auch am Fußgelenk. »Das Kreisschützenfest geht eben unter die Haut«, sagt die Königin.

Jede Nacht ein Stelldichein

Seit der vergangenen Woche haben Majestäten und Gefolge außerdem Nacht für Nacht ein Stelldichein. Und zwar immer um Mitternacht unter der Countdown­uhr im Dorf, wenn der nächste Tag bis zum Großereignis heruntergezählt wird. »Die letzten zehn Tage machen wir jede Nacht ein Foto. Davor haben wir es in Zehnerschritten gemacht«, erklärt Kreiskönig Paul Paschen. Und das, obwohl sich der Hofstaat aus den Orten Atteln, Holtheim, Lange­land und Husen rekrutiert.

Zum Hofstaat gehören Paul und Karin Wöhning, Daniel Mörsen und Rebekka Lehde, Michael und Anja Köhler, Dietmar und Monika Möhring, Richard und Michaela Meister sowie die Paschen-Söhne Pascal und Pierre mit den Hofdamen Isabell Möhring und Jaqueline Cueillette.

Mit dem Königsschuss vor einem Jahr hatte sich Paul Paschen einen Traum erfüllt. »Ich bin nach Holsen gefahren und habe gesagt, ich komme als Kreiskönig zurück«, erinnert sich der 55-Jährige. »Ich weiß aber auch, dass dazu ganz viel Glück gehört. Doch wenn man die Chance hat, sollte man auch schießen«, empfiehlt Paschen jedem Aspiranten das Jahr als Kreiskönig.

Königinnenkleid war schnell gefunden

Mit dem Königsschuss im Heimatdorf, der ihm die Teilnahme am Vogelschießen beim KSF überhaupt erst ermöglicht hat, hatte er seine Frau völlig überrascht. »Ich habe beim Schützenfest in Wewelsburg in der Küche gearbeitet, als auf einmal die Musikkapelle mit einem Ständchen hereinmarschiert kam. Ich habe überhaupt nichts geschnallt«, erinnert sich Ela Paschen, die schon bei ungezählten Schützenfesten im Service gearbeitet hat. An diesem Wochenende wird Ela Paschen allerdings die Schürze beiseite legen und in die Robe steigen, die nicht nur die Teilnehmer im Festzug, sondern sicher auch 20.000 Festgäste sehen wollen. »Wir waren mit allen Hofdamen nur einmal los«, berichtet die Kreiskönigin, dass sie ihr Kleid in Lippstadt schnell gefunden hat.

Sie hatte sich zuvor in dem Geschäft zwei Farben ausgesucht und sich dann gemeinsam mit den Hofdamen entschieden. Welche Farbe es geworden ist, verrät sie nicht, auch ihr Mann bekommt das Kleid erst am Tag X zu Gesicht. »Das ist wie bei der Hochzeit«, ist Paul Paschen gespannt. Die Hofdamen werden eine einheitliche Farbe tragen. Derzeit warten die Kleider im Hause Paschen hinter verschlossenen Türen auf ihren Einsatz.

Die Tür wird geöffnet

An das Jahr an der Spitze des Kreisschützenbundes im Altkreis Büren denken Paul und Ela Paschen gern zurück. Ihr Besuchsprogramm bei den Schützenfesten in der Region haben Königspaar und Hofstaat auf die Orte im Stadtgebiet Lichtenau und einige ausgewählte beschränkt. An 52 Schützenfesten teilzunehmen, war dann doch ein bisschen viel. »In den kleineren Orten wie Grundsteinheim oder Hakenberg war die Stimmung immer grandios gut«, resümiert Paschen, der aber besonderen Wert darauf gelegt hat, den örtlichen Majestäten nicht die Schau zu stellen. »Das Schützenfest in den Dörfern, gehört den Königen vor Ort. Deshalb sind wir auch nur einmal mitmarschiert, weil der König dort das unbedingt wollte«, so der Regent.

Vom Kreisschützenfest in seinem Heimatort wünscht sich das Majestätenpaar, dass es harmonisch verläuft und alle Spaß haben. Noch sind die Paschens ganz entspannt. »Bei den Hofdamen begann das Kribbeln, als wir die Kleider abgeholt haben«, will Ela Paschen von Aufregung noch nichts wissen.

Doch ihr Mann erinnert sich noch an das Königsjahr 1997. Da war die Königin auch zunächst ganz gelassen. Als dann aber die Musik vor der Haustür aufhörte zu spielen und der Adjutant zum Abholen klingelte, bat Ela Paschen nur noch: »Lass die Tür zu.« Das wird an diesem Sonntag bestimmt nicht passieren, denn schließlich lautet das Motto in Husen »Türen öffnen – Freunde gewinnen«.

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