Fr., 13.09.2019

Verkehrsplaner will Lösung für Verkehrsprobleme in Lichtenau gefunden haben Intelligente Ampel soll Stau verhindern

Zwei Ampeln sollen künftig den Kreuzungsbereich mit der Bundesstraße 68 in der Lichtenauer Kernstadt freihalten, so dass ein Stau in der Husener Straße vermieden wird. Neben der bestehenden Anlage soll eine zweite hinter der Kreuzung Richtung Kleinenberg in Dienst gestellt werden.

Zwei Ampeln sollen künftig den Kreuzungsbereich mit der Bundesstraße 68 in der Lichtenauer Kernstadt freihalten, so dass ein Stau in der Husener Straße vermieden wird. Neben der bestehenden Anlage soll eine zweite hinter der Kreuzung Richtung Kleinenberg in Dienst gestellt werden. Foto: Neesen

Von Marion Neesen

Lichtenau (WB). Eine intelligente Ampelschaltung soll den Knoten am Verkehrsknackpunkt in Lichtenau lösen. Sie soll den Kreuzungsbereich der Bundesstraße 68 mit der Husener und der Driburger Straße frei räumen, so dass sich keine langen Staus mehr in der Husener Straße bilden.

Dr. Ing. Lothar Bondzio hat am Mittwochabend in der Sitzung des Bau- und Planungssauschusses das Ergebnis der mikroskopischen Simulation vorgestellt. Die Verkehrsspezialisten des Bochumer Büros Brilon-Bondzio-Weiser haben das Verkehrsgeschehen in Lichtenau genau unter die Lupe genommen und ein Phänomen ausgemacht. »Mal haben Sie in der Husener Straße überhaupt keinen Stau und fünf Minuten später ist die Straße voll«, sagte Lothar Bondzio, »der Knotenpunkt in Ihrer Stadt ist ein lebendiges Gebilde. Es gibt keinen Dauerstau, aber zuweilen chaotische Verhältnisse.« Mit einer Videoanimation verdeutlichte der Verkehrsplaner, wo die Ursachen für die langen Wartezeiten insbesondere in der Husener Straße liegen.

In der morgendlichen Spitzenzeit von 7 bis 8 Uhr liegt das Verkehrsaufkommen bei 1300 Fahrzeugen, nachmittags zwischen 16 und 17 Uhr sind es sogar 1400. Sobald Fahrzeuge von der B68 aus Richtung Kleinenberg kommend links in die Husener Straße abbiegen wollen, dies aber aufgrund des Gegenverkehrs nicht können, kommt es zu den Problemen. Sie blockieren den Kreuzungsbereich, Autos in der Husener Straße stecken fest, Wartezeiten von 100 Sekunden entstehen. Die Verkehrssituation wird somit der Stufe E zugeordnet, was einem Mangelhaft gleichkommt. Sollten keine Maßnahmen ergriffen werden, prophezeit Bondzio auch unter dem Aspekt einer Verkehrszunahme im Kreis Paderborn von 4,35 Prozent bis zum Jahr 2030 Wartezeiten von bis zu 400 Sekunden und ein Abrutschen in Klasse F - ungenügend.

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Der Knotenpunkt in Ihrer Stadt ist ein lebendiges Gebilde. Es gibt keinen Dauerstau, aber chaotische Verhältnisse.

Lothar Bondzio

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Sein Lösungsvorschlag: Die Fußgängerampel auf der B 68 wird Richtung Osten, also Richtung Kleinenberg, verlagert. Im westlichen Bereich, Richtung Paderborn, wird ein Vorsignal installiert. Diese beiden Ampel werden gleichgeschaltet, so dass der Verkehr aus beiden Richtungen vor dem Kreuzungsbereich gestoppt wird und Fahrzeuge aus der Driburger sowie der Husener Straße queren oder auf die B 68 einbiegen können. Die Ampeln sollen sowohl von Fußgängern als auch durch Fahrzeuge über Selektorenschleifen in der Fahrbahn ausgelöst werden können. Davon verspricht sich Bondzio eine bessere Klassifizierung der Verkehrsqualität: für die B 68 und die Driburger Straße in die Stufe C (befriedigend) und für die Husener Straße in die Stufe D (ausreichend). Dabei haben die Spezialisten eine Verkehrszunahme von fünf Prozent bereits berücksichtigt, ebenso eine Wiedereingliederung des Verkehrs, der derzeit dem Knotenpunkt ausweicht (etwa 110 Fahrzeuge).

Auf die Fußgängerampel im Bereich der Bushaltestelle wollten die Ausschussmitglieder ungern verzichten. Dort könne, so Bondzio, auch eine Fußgängerampel statt des Vorsignals den gleichen Effekt haben. Voraussetzung sei aber, dass vor der Ampel genügend Platz für zwei bis drei Autos sei, die aus der Husener Straße nach links auf die B 68 abbiegen. Alle anderen Lösungen, wie etwa ein Vier-Phasen-Ampelsystem, hält Bondzio für »völlig aussichtslos«.

In einer Testphase soll das Ampelsystem nun erprobt werden. Bürgermeister Josef Hartmann berichtete aus seinen Gesprächen mit dem Baulastträger, dass aufgrund der mangelhaften bis ungenügenden Verkehrsqualität Straßen NRW die Kosten für die Ampeln an der Bundesstraße übernehmen werde. Ob auch die Kosten für die Testphase, zu der der Verkehrsplaner dringend riet, übernommen würden, sei sicher Verhandlungssache.

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