Di., 12.11.2019

Im Streit um Klima-Campus meldet sich Lichtenauer Bürgermeister zu Wort Hartmann spricht Machtwort

Dass die Sanierung der Realschule Lichtenau notwendig ist, ist unumstritten. Doch die CDU möchte den geplanten Weg dorthin neu diskutieren. Bürgermeister Hartmann widerspricht.

Dass die Sanierung der Realschule Lichtenau notwendig ist, ist unumstritten. Doch die CDU möchte den geplanten Weg dorthin neu diskutieren. Bürgermeister Hartmann widerspricht. Foto: Jörn Hannemann

Lichtenau (WB/han). Auf die wiederholten Forderungen der CDU, das Projekt Klima-Campus noch einmal zu überdenken, hat jetzt Lichtenaus Bürgermeister Josef Hartmann (SPD) reagiert. Zur geplanten Sanierung gebe es keine sinnvolle Alternative, stellt er klar.

Denn von allen Seiten unbestritten gebe es erheblichen Sanierungsbedarf am Schulgebäude. »Noch einmal für alle in aller Deutlichkeit: Die Fördersumme reduziert den sowieso notwendigen Invest maßgeblich und führt nicht zu einer Aufblähung der Sanierungsmaßnahme«, betont Hartmann.

Wie mehrfach berichtet, muss das Realschulgebäude für etwa 15 Millionen Euro grundlegend saniert werden. Das Projekt Klima-Campus ermöglicht es, dass etwa die Hälfte der Baukosten als Fördermittel von der Bezirksregierung Detmold kommen. Das Schulgebäude zeige gravierende Mängel, ruft der Bürgermeister in Erinnerung: Dächer, Fenster, die Außenfassade, die elektrischen Leitungen und andere wesent­lichen Gebäudebestandteile zeigten einen erheblichen Sanierungsstau. Insbesondere der Brandschutz müsse maßgeblich angepasst werden. Dringender Handlungsbedarf sei bereits vor zwei Jahren festgestellt worden.

Die ursprünglichen Pläne hätten einen Umbau in Teilabschnitten während des Schulbetriebes vorgesehen. Das allerdings hätte gravierende Nachteile mit sich gebracht, verweist Hartmann auf eine Bauzeit von mindestens acht Jahren und während dieser Zeit nur eingeschränkt möglichem Unterricht. Letzteres hätte möglicherweise dazu führen können, dass Eltern ihre Kinder eher nicht in der Realschule anmelden und die Einrichtung dadurch in ihrem Bestand gefährdet werde. Dagegen verspreche die jetzt für die Übergangszeit gewählte Modulschule gute Lernbedingungen.

Letztlich, so Hartmann weiter, seien sich alle Beteiligten einig gewesen, dass das Förderprogramm zum Klima-Campus eine gute Chance biete, die Realschule zu einem modernen und zukunfts­fähigen Lernort unter besten Voraussetzungen umzubauen und die Energiestadt Lichtenau auch im Bildungs­bereich zu stärken.

Durch den Erfolg im Bewerbungsverfahren hätten die Sanierungskosten um die zugesagte Förderung von etwa 7,5 Millionen reduziert werden können. »Bei einem sind wir uns doch alle einig: Auch ohne den Klima-Campus müssten wir unsere Realschule zu einem zukunftsfähigen Lernort gestalten, und auch diese Sanierung hätte Kosten in etwa gleicher Höhe hervorgerufen, ohne dass der Haushalt Entlastung aus dem Fördertopf bekommen hätte«, sagt der Bürgermeister.

Nun befinde sich das Projekt bereits in der Hochphase der Realisierung. Eine von der CDU geforderte Neuabstimmung der Maßnahme zum jetzigen Zeitpunkt gefährde das Projekt. »Wir haben dann immer noch eine stark renovierungsbedürftige Schule, deren Sanierung keinen Aufschub duldet, und deren Sanierungskosten ohne die Förderung komplett aus dem städtischen Haushalt zu tragen sind. Kann das wirklich Ihre Absicht sein?«, fragt Hartmann in Richtung der CDU.

Kommentar

Was treibt die CDU, ein Projekt, dem sie zugestimmt hat, jetzt – zu einem Zeitpunkt, an dem die Arbeiten in vollem Gange sind – wieder in Frage zu stellen?

Man braucht kein Genie zu sein, um auf eine Antwort zu kommen: Bei der Kommunalwahl würde die CDU sicherlich gerne das Rathaus zurückerobern. Das ist verständlich und aller Ehren wert – und hat sogar recht gute Erfolgsaussichten, nachdem Bürgermeister Josef Hartmann erklärt hat, 2020 nicht noch einmal zu kandidieren.

Jetzt aber die Angst vor einer Kostenexplosion beim Klima-Campus zum Nachteil der anderen Schulen zu schüren, ist erstens unnötig. Denn man darf wohl allen Fraktionen getrost unterstellen, dass sie verantwortungsbewusst die Gesamtstadt im Blick behalten. Und zweitens ist es kein erfolgversprechendes Wahlkampfmittel. Einen sinnvollen Alternativvorschlag ist die CDU – bisher zumindest – schuldig ge­blieben. Hanne Hagelgans

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