Di., 19.11.2019

IG Metall verweist auf gültigen Standortsicherungsvertrag in der Stahlsparte Benteler will Investitionen verschieben

Benteler Steel/Tube vereinigt von der Erzeugung des Stahls über die Produktion des Rohrs bis hin zur Oberflächentechnik – alles unter einem Dach.

Benteler Steel/Tube vereinigt von der Erzeugung des Stahls über die Produktion des Rohrs bis hin zur Oberflächentechnik – alles unter einem Dach. Foto: Benteler

Von Bernhard Hertlein

Paderborn (WB). Benteler muss sparen – nicht nur in der Autosparte , sondern offenbar auch im Segment Stahlrohr. Investitionen, die vor drei Jahren zugesagt wurden, sollen möglicherweise verschoben werden.

2016 sind in einem Tarifvertrag bei Benteler Steel/Tube in Paderborn zusätzliche Arbeitsstunden und gewisse Einsparungen bei den Sonderzahlungen vereinbart worden. Außerdem wurde eine schon beschlossene Erhöhung des allgemeinen Tarifentgelts verschoben.

Im Gegenzug sicherte das Unternehmen vor drei Jahren hohe Investitionen in die Standorte zu. Dazu zählte wohl eine vier Millionen Euro teure neue Großrohrverzinkungsanlage für Hydraulik-Leitungsrohre , die tatsächlich im November 2018 am Standort Schloß Neuhaus in Betrieb ging.

Steuerungsgruppe Standortsicherung

Was die weiteren Investitionen betrifft, so sind zwischen dem Unternehmen, dem Betriebsrat, dem Arbeitgeberverband und der IG Metall jährliche Treffen einer Steuerungsgruppe Standortsicherung vereinbart, bei denen dies überprüft wird. Dabei ließ die Arbeitgeberseite offenbar verlauten, dass nicht alle Investitionen wie geplant umgesetzt werden können. »Tarifverträge sind einzuhalten«, erklärte Carmelo Zanghi, Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Paderborn, auf Anfrage. Sollte es unüberwindliche Probleme geben, müsse darüber verhandelt werden. Am Unternehmenssitz von Benteler in Salzburg wurden das Treffen der Steuerungsgruppe bestätigt. Weitere Informationen wolle man aber noch nicht geben, um »den aktuellen Gesprächen nicht vorweg zu greifen«.

Freiwilligenprogramm in Autosparte

Was die Autosparte betrifft, so hat Benteler erklärt, den Personalbestand um eine vierstellige Zahl reduzieren zu wollen. Für die Beschäftigten an den deutschen Standorten, wo einige hundert Stellen abgebaut werden sollen, wurde ein Programm gestartet, das das freiwillige Ausscheiden oder den Vorruhestand belohnt.

Werke in OWL

Derzeit arbeiten bei Benteler weltweit 28.500 Beschäftigte. In Paderborn sind es aktuell etwa 5200, davon 2400 bei Automotive und 2500 Mitarbeiter in der Division Steel/Tube. Weitere Werke befinden sich in Ostwestfalen in Lich­tenau-Kleinenberg und in Warburg.

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