Heinrich Karl-Hillebrand gibt neuen Heimatkalender heraus
Lichtenauer Gesichter

Lichtenau (WB/han). Pünktlich zum Weihnachtsfest veröffentlicht Heinrich-Karl Hillebrand wieder einen Lichtenauer Heimatkalender. Darin menschelt es diesmal ganz besonders: „Menschen in Lichtenau – 1955“ lautet der ungewöhnliche Titel.

Freitag, 06.12.2019, 15:02 Uhr aktualisiert: 06.12.2019, 15:06 Uhr
Aus einem im Jahr 1955 im Auftrag des Gemischten Chores gedrehten Film stammen die Portrait-Aufnahmen im neuen Heimatkalender von Heinrich-Karl Hillebrand, der jetzt erhältlich ist. „Menschen in Lichtenau – 1955“ lautet der Titel. Foto:
Aus einem im Jahr 1955 im Auftrag des Gemischten Chores gedrehten Film stammen die Portrait-Aufnahmen im neuen Heimatkalender von Heinrich-Karl Hillebrand, der jetzt erhältlich ist. „Menschen in Lichtenau – 1955“ lautet der Titel.

Bereits zum achten Mal gibt Hillebrand, Ehrenvorsitzender des Förderkreises für Heimatgeschichte und ehemaliger Stadtheimatpfleger, in der Serie „Aus Lichtenaus vergangenen Tagen“ einen Bildkalender heraus.  Die sehr persönlichen Portraitaufnahmen von Lichtenauer Bürgern stammen allesamt aus dem Jahr 1955. Damals gab der Gemischte Chor um seinen Dirigenten Dr. Johannes Amediek einen Film in Auftrag, der das Leben in Lichtenau eindrucksvoll in bewegten Bildern festgehalten hat. Finanziert wurde das Projekt von Lichtenauer Unternehmen.

In den Nachkriegsjahren, hat Hillebrand recherchiert, zogen zwei Mitarbeiter eines Hamburger Studios durch das Land und boten die Erstellung von Filmen im Format „Normal-8“ an, um Geld zu verdienen, so offenbar auch in Lichtenau. Ein Kritiker aus der Filmbranche, der sich den Lichtenauer Film angesehen habe, stellt ihm, gemessen am Standard der damaligen Zeit, ein recht gutes Zeugnis aus, weiß Hillebrand.

Er hat den Film – erstellt mit den eingeschränkten Möglichkeiten der 50er Jahre – gemeinsam mit Bruno Eggebrecht völlig überarbeitet, neu geordnet und digitalisiert. Außerdem erhielt der ursprüngliche Stummfilm eine musikalische Untermalung mit einer eigens dafür komponierten Hintergrundmusik aus dem alten Lichtenauer Heimatlied von 1926: „Dort wo der Sauer lachend blaue Fluten“.

Die meisten der gezeigten Personen seien inzwischen gestorben, berichtet Hillebrand. Der Fotokalender solle auch eine Würdigung ihrer Arbeit in der und für die Stadt sein. Von den Abgebildeten, die damals noch Kinder waren, habe er die Zustimmung zur Veröffentlichung eingeholt. Bereits im Jahr 2008 wählte Hillebrand aus dem Film mehr als 75 Großfotos mit markanten Köpfen aus und zeigte sie in einer Ausstellung mit dem Titel „Haupt­Sache“ im Lichtenauer Rathaus einem großen Publikum.

Zusätzlich entstand ein Begleitbuch zum Film mit mehr als 250 Fotos, in dem die im Film aufgenommenen Personen namentlich beschrieben wurden. Denn es war Hillebrand wichtig, dass die damals Mitwirkenden nicht anonym blieben.

Mit seinem Kalenderprojekt unter der Überschrift „Aus Lichtenaus vergangenen Tagen“ möchte der Heimatfreund gegen das Vergessen arbeiten und Erinnerungen lebendig erhalten: „In der heutigen kurzlebigen Zeit beschäftigen wir uns vielfach nur mit kommerziellen und gewinnorientierten Dingen, was sicher auch sein muss. Dabei vergisst man allzu leicht das Erbe, das wir von unseren Vätern und Ahnen übernommen haben und das vielfach die Basis auch für den Wohlstand von heute ist.“

Der Kalender in hochwertigem Kunstdruck in Fotoqualität (Querformat, Größe DIN A3) enthält mehr als 120 Fotos. Er koste 19 Euro und ist erhältlich im Buchhandel Iris Küting-Sander, Lange Straße 27, sowie direkt beim Autor Heinrich Karl Hillebrand, Dietrich-Bonhoeffer-Straße 18.

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