In Ebbinghausen ist ein neuer Lehrpfad entstanden
Alte Obstsorten am Wegesrand

Ebbinghausen (WB). Eigentlich hätte an den Tagen um Pfingsten und Fronleichnam geschäftiges Treiben an der Blockhütte in Ebbinghausen geherrscht. An Pfingsten verbringt dort schon seit mehreren Jahrzehnten eine Clique das lange Wochenende, und an Fronleichnam folgt das Heimatfest des Heimat- und Verkehrsvereins.

Freitag, 12.06.2020, 22:54 Uhr aktualisiert: 12.06.2020, 23:30 Uhr
Ein neu gepflanzter Boskop-Apfel mit der zugehörigen Informationstafel. Der rote Kanister dient dazu, dass der Baum ausreichend Wasser erhält. So wurden entlang des Weges mehrere bunte Wasserkanister an den neu gepflanzten Bäumen aufgestellt. Foto:
Ein neu gepflanzter Boskop-Apfel mit der zugehörigen Informationstafel. Der rote Kanister dient dazu, dass der Baum ausreichend Wasser erhält. So wurden entlang des Weges mehrere bunte Wasserkanister an den neu gepflanzten Bäumen aufgestellt.

Eigentlich, denn „die Coronapandemie hat das gesellschaftliche Leben auf ein Minimum reduziert. So wird es in diesen Wochen keine fröhlichen Zusammenkünfte in größerer Runde geben. Dennoch lohnt aber gerade in diesen Tagen der Weg nach Ebbinghausen und hier insbesondere der Weg vom Dorf zur Blockhütte“, sagt Ortsvorsteher Thomas Schulze. Nach einer mehr als einjährigen Vorbereitungszeit sei dort ein wahres Kleinod entstanden. Die alten wuchtigen Eschen mussten aufgrund des Eschentriebsterbens Anfang des Jahres weichen. An ihre Stelle sind nun alte Obstsorten getreten. Hier findet sich ein Westfälischer Frühapfel neben Gellerts Butterbirne, Martens Sanlino, Boskop Schmitz Hübsch und der Kirkels­pflaume. Außerdem wurde ein Kirschbaum gepflanzt, und auch ein junger heimischer Wacholder sowie mehrere junge Winterlinden haben ihren Platz gefunden. So ist ein Arrangement zwischen jungen Bäumen und dem Altbestand entstanden.

Ganz neue Facette des Dorfes

Ergänzt werden Bäume und Sträucher mit sorgfältig aufbereiteten Informationstafeln. Insgesamt 18 Tafeln weisen auf verschiedene Baum- und Straucharten hin und erklären deren Bedeutung für das Ökosystem und die Region. Ein ganz besonderer Baum wird dabei gleich doppelt beschrieben – vielleicht eine nette Idee für den nächsten Spaziergang: herausfinden, welche Tafel es zweimal gibt.

Die Tafeln sind unter der Regie des Ortsvorstehers Thomas Schulze zusammen mit großer Unterstützung der Ebbinghäuser entstanden und aufgestellt worden. Die Kosten konnten über das Programm „Heimatscheck“ mit Hilfe von Fördermitteln des Landes NRW bestritten werden. Aus diesen Mitteln wurden außerdem Sitzmöbel finanziert, die entlang des Wanderweges zum Verweilen einladen. Die Äste der gefällten Bäume wurden teilweise entlang des Weges aufgeschichtet. So sind natürliche Totholzhecken entstanden, die Vögeln und Nagetieren eine Rückzugsmöglichkeit bieten. Künftig sollen in Zusammenarbeit mit der Bürger- und Energiestiftung Lichtenau weitere Infotafeln zu Insekten folgen.

„Wer schon immer mal wissen wollte, wie sich Hain- und Rotbuche unterscheiden, oder von welchem Strauch die Hauszwetschge abstammt, der ist herzlich eingeladen, dem Baum- und Obstlehrpfad Zur Sommerricke in Ebbinghausen einen Besuch abzustatten“, wirbt der Ortsvorsteher. So gebe es auch zu Coronazeiten eine gute Möglichkeit, eine ganz andere Facette des Dorfes kennen zu lernen.

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