Husener Senioren machen sich stark für Streuobst-Projekt
Sechs Männer für eine Wiese

Lichtenau (WB/hv). Sechs Senioren nutzen ihren Ruhestand, um sich für den Umweltschutz stark zu machen. Die ehrenamtliche „Initiative Streuobstwiese Husen“ hat eine Wiese von den Jungschützen übernommen und pflegt sie mit viel Einsatz.

Donnerstag, 02.07.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 02.07.2020, 05:02 Uhr
Die rüstigen Rentner und Schützensenioren (von links) Anton Huschen, Josef Dissen, Johannes Meier, Ferdinand Paschen, Karl Kukuk und Bruno Wiemers kümmern sich im Ehrenamt darum, dass die Streuobstwiese Auf dem Hungerkämpe in Husen immer bestens in Schuss ist. Foto: Helga Kloppenburg
Die rüstigen Rentner und Schützensenioren (von links) Anton Huschen, Josef Dissen, Johannes Meier, Ferdinand Paschen, Karl Kukuk und Bruno Wiemers kümmern sich im Ehrenamt darum, dass die Streuobstwiese Auf dem Hungerkämpe in Husen immer bestens in Schuss ist. Foto: Helga Kloppenburg

Der ehemalige Schützenoberst und Forstbeamte sowie Ehrenbezirksbundesmeister Bruno Wiemers (75) hat die Wiese für einen Zeitraum von sechs Jahren von der Stadt Lichtenau gepachtet.

Auch eine Schützhütte gehört dazu, ebenso wie Tafeln eines Naturlehrpfades, die allerdings etwas in die Jahre gekommen sind und aufgearbeitet werden müssen. Die Fläche hat eine Größe von knapp einem Hektar und wird von Wiemers und fünf weiteren rüstigen Husener Schützen im besten Rentenalter auf Vordermann gebracht. „Der eine kann sich hier auf den anderen verlassen“, freut sich Bruno Wiemers.

Und tatsächlich ist schon viel passiert, seit die Schützensenioren die Wiese übernommen haben. Für das Kreisschützenfest in Husen im vergangenen Jahr wurde die Hecke gestutzt, Bänke und Tische gebaut, Nistkästen, eine Steinkauzröhre, Hummel- und Hornissennistkästen aufgehängt sowie eine Steinburg für Eidechsen und Salamander aufgebaut. Außerdem wurden Blühstreifen mit Wildblumen angelegt.

„Bei der Kontrolle der Nistkästen waren sieben beflogen, und besonders gut wird das Insektenhotel angenommen“, berichtet Wiemers.

Finanziert wird alles aus eigenen Mitteln: So wird das geschredderte Grün als Streu für den Fußpatt auf dem Gelände verwendet. Obst soll zu Saft gepresst und verkauft werden. Viele der Aktiven der Initiative bringen Muskelkraft und Sachspenden mit ein. Rund 1000 ehrenamtliche Stunden sind bis jetzt geleistet worden. Die Schutzhütte kann bei Bruno Wiemers für Schulklassen und kleine Gruppen gemietet werden; er ist dafür ansprechbar unter Tel. 0172/887 9954. Die Einnahmen aus der Vermietung fließen dann wieder in die Kasse für die Streuobstwiese.

„Streuobstwiesen sind ein wichtiges, tragendes Element in unserem Ökosystem, und das wollen wir auch durch aktives Vorleben den nach uns kommenden Generationen mit den Infotafeln und durch aktives Erleben nahebringen“, sagt Ortsheimatpfleger Josef Dissen (68). Der ehemalige Postbote und Nebenerwerbslandwirt, verbringt viel Zeit auf der Wiese „Auf dem Hungerkämpe“.

Langeweile kommt bei den rüstigen Schützen nicht auf. Und sie sind gut vernetzt: Der Naturpark Teutoburgerwald/Eggegebirge hat die Streuobstwiese bereits mit in die neue Radroute „Lebendige Altenau“ aufgenommen. Außerdem will die Volkshochschule Lichtenau, Zweigstelle der VHS Paderborn, demnächst einen Kursus „Gehölzschnitt“ auf dem Gelände in Husen anbieten.

 

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