Stadt Lichtenau vergibt Heimatpreis an zwei Bürger und einen Verein
Drei Preisträger – drei Mal Heimatliebe

Lichtenau (WB/han). An zwei Bürger und einen Verein hat Bürgermeister Josef Hartmann als eine seiner letzten Amtshandlungen den Lichtenauer Heimatpreis verliehen. Die Auszeichnung, die auf Initiative der Landesregierung entstanden ist und in Lichtenau zum zweiten Mal vergeben wird, geht an Eberhard Krömeke aus Herbram (1. Preis), den Heimatverein Atteln (2. Preis) und Ferdinand Bunte aus Kleinenberg (3. Preis).

Donnerstag, 29.10.2020, 03:00 Uhr
Als eine seiner letzten Amtshandlungen hat Bürgermeister Josef Hartmann (2. von links) den zweiten Lichtenauer Heimatpreis vergeben. Er geht diesmal an (von links): Ferdinand Bunte aus Kleinenberg, Eberhard Krömeke aus Herbram und den Heimatverein Atteln, vertreten durch dessen Vorsitzenden Manfred Keuter. Foto:
Als eine seiner letzten Amtshandlungen hat Bürgermeister Josef Hartmann (2. von links) den zweiten Lichtenauer Heimatpreis vergeben. Er geht diesmal an (von links): Ferdinand Bunte aus Kleinenberg, Eberhard Krömeke aus Herbram und den Heimatverein Atteln, vertreten durch dessen Vorsitzenden Manfred Keuter.

Mit dem Preis, der in drei Kategorien vergeben wird, soll ehrenamtliches Engagement für die Gemeinschaft und für den Erhalt von heimatlichen Werten honoriert werden. „Von diesem Engagement und Geist lebt unsere Gesellschaft“, betonte Hartmann. Aus Reihen der Bürger seien viele Vorschläge für Preisträger eingegangen. Entschieden hat der Rat auf Vorschlag einer Jury.

Eberhard Krömeke

Über den ersten Preis durfte sich Eberhard Krömeke freuen, der als Erforscher der Heimatgeschichte über seinen Wohnort Herbram hinaus bekannt geworden ist. Zwar engagierte sich auch Krömeke, der unter anderem die Gründung der Arbeitsgemeinschaft Dorf Herbram/Herbram-Wald mit initiiert hatte, in Vereinen. Ausgezeichnet wurde er aber vor allem für sein individuelles Wirken. Viele Jahre lang übernahm er die Aufgaben als Ortschronist und Ortsheimatpfleger. Beliebt waren seine Klön­abende, Vorträge, das Lesen aus der Ortschronik und Lichtbildervorträge zur Geschichte des Dorfes.

„Viele Stunden, Tage, sogar Wochen hast du im Stadt- und Kreisarchiv, im Staatsarchiv in Detmold und in vielen weiteren Archiven verbracht, um die Geschichte Herbrams zu erforschen“, betonte Laudator Josef Hartmann. Dabei sei es Krömeke stets ein großes Anliegen gewesen, sein Wissen zu teilen und den nächsten Generationen zu hinterlassen.

So veröffentlichte er vier viel beachtete Bücher. Er machte die Herbramer Gemeindechronik für jeden lesbar, indem er mehr als 400 Chronikseiten aus der Sütterlinschrift übersetzte und reproduzierte. In den 90er Jahren erforschte Eberhard Krömeke die Lebensgeschichte des Herbramer Bauernsohnes Carl Westphalen (1849 bis 1895). Daraus entstand 2002 sein zweites Buch „Der starke Westphalen“. In einem weiteren Werk ging er der Geschichte der Wirtschaftlichen Forschungsanstalt (WiFo) auf die Spur, die 1938 nahe am Bahnhof Neuenheerse auf Herbramer Gemeindegebiet errichtet worden war. Im vergangenen Jahr erschien sein jüngstes Buch „Herbram – Geschichte und Geschichten des Dorfes“.

Krömeke gestaltete den Text mehrerer Informationstafeln im Dorf, beteiligte sich an der Organisation der historischen Erntedankzüge und am Aktionstag zum Abschluss der Dorferneuerungsmaßnahmen 1997. Die Ausweisung der Feuchtbiotopflächen auf der ehemaligen Herbramer Mühlenwiese sei maßgeblich auf seine Initiative zurückzuführen, ergänzte der Bürgermeister. Fast 20 Jahre lang war er Beauftragter der Bodendenkmalpflege und entdeckte unter anderem den mittelalterlichen Siedlungsplatz Holthusen zwischen Dahl und Herbram sowie eine Sachsensiedlung aus dem 9./10. Jahrhundert.

Heimatverein Atteln

Der zweite Preis geht an den Heimatverein Atteln, für den Ortsvorsteher Heinz Köhler die Laudatio hielt. Er erinnerte an die Entstehung des Vereins, die 1989 aus der Feier zum 400-jährigen Bestehen des Historischen Spiekers im Vorjahr folgte. Damit habe eine Erfolgsserie des Vereins mit seinen Vorsitzenden Meinolf Kolsch, Heiner Voss und heute Manfred Keuter begonnen. Themen des Vereins seien unter anderem der Zustand der Altenau, der Dauerstau in Husen, die Renaturierung des Bachlaufs und schließlich das Altenau-Memorandum gewesen. Der Erlös der Rock-Wadi-Night sei in die ökologische Verbesserung der Altenau investiert worden.

Der Verein habe das Maifest wiederbelebt und den Historischen Spieker übernommen und mit viel Eigenleistung nach dem „Lichtenauer Modell“ zu einem Heimathaus umgewandelt. 1997 wurde das 1100-jährige Bestehen Attelns gefeiert. Außerdem unterstützte der Heimatverein den Bau des Naturbades, den Erhalt der Liebeslaube und vieler Wanderwege. Und er machte sich stets für den Umweltschutz und durch die Organisation von Festen für die Geselligkeit im Dorf stark. „Der Heimatverein ist ein aktiver und kritischer Aktivposten in Atteln, im Altenautal, in der Stadt Lichtenau und darüber hinaus“, brachte es Köhler auf den Punkt.

Ferdinand Bunte

Den 3. Preis erhält Ferdinand Bunte, der in seinem Heimatdorf Kleinenberg und hier vor allem in der DJK große Spuren hinterlassen hat. Er engagierte sich für den Sportverein als Trainer, Übungsleiter, Turnier-Organisator und Funktionär. „Überall hast du dich eingebracht und den Verein weiterentwickelt“, betonte Hartmann in seiner Laudatio.

Viele Kleinenberger schwärmten heute noch von der Breitensportgruppe, die Bunte in den 90er Jahren ins Leben rief. Zudem habe er Randsportarten wie Tischtennis, Badminton, Volleyball oder das Trampolinspringen salonfähig gemacht. Auf überregionaler Ebene wirkte Bunte im DJK-Sportverband Paderborn mit. Legendär wurden seine Auftritte als Kleinenberger Bote, der im Karneval Dorfanekdoten vortrug. Darüber hinaus setzte er sich für den Erhalt der alten Küsterschule, das Heimathaus und die Kulturbühne ein. Bunte ist Gründungsmitglied des Fördervereins Heimathaus und hat 18 Jahre als stellvertretender Vorsitzender dessen Geschicke geleitet. „Anpacken und mitgestalten ist deine Devise, ob als Bühnenbauer beim Jugendtheater oder als Aktiver in der Spielschar“, nannte Hartmann Beispiele. Auch im Kirchenvorstand, im Schützenverein, im Chor, in der Squaredance- und Volkstanzgruppe, im Arbeitskreis Dorfgeschichte, bei den Mysterienspielen sowie im Männerkochclub brachte sich Ferdinand Bunte ein.

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