Ute Dülfer startet in Lichtenau als erste Bürgermeisterin im Kreisgebiet
Bereit fürs neue Amt

Lichtenau (WB/han). Die erste Bürgermeisterin im Kreis Paderborn nimmt am kommenden Montag ihre Arbeit auf. Am Donnerstag, 12. November, wird sie im Rat offiziell in ihr Amt eingeführt. Ute Dülfer hat Respekt vor ihrer neue Aufgabe – doch vor allem freut sie sich darauf.

Samstag, 31.10.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 31.10.2020, 07:26 Uhr
Die parteiunabhängige Ute Dülfer ist die erste Frau, die im Kreis Paderborn ein Bürgermeisteramt übernimmt. Ihrem Heimatort Kleinenberg ist sie eng verbunden. Hier lebt sie gemeinsam mit Ehemann Dirk in ihrem ausgebauten Elternhaus. Foto: Oliver Schwabe
Die parteiunabhängige Ute Dülfer ist die erste Frau, die im Kreis Paderborn ein Bürgermeisteramt übernimmt. Ihrem Heimatort Kleinenberg ist sie eng verbunden. Hier lebt sie gemeinsam mit Ehemann Dirk in ihrem ausgebauten Elternhaus. Foto: Oliver Schwabe

„Mach das! Das wäre genau das Richtige für dich“, so habe ihr Ehemann Dirk sie sofort bestärkt, als erstmals die Idee aufkam, für das nach dem Rückzug von Josef Hartmann frei werdende Bürgermeisteramt in Lichtenau zu kandidieren. Auch ihre Eltern hätten sie bei der Entscheidung für die Kandidatur und später im Wahlkampf sehr unterstützt, freut sich Ute Dülfer über großen Rückhalt.

Die 48-Jährige stammt aus der alteingesessenen Bauunternehmerfamilie Hagelüken in Kleinenberg. Im elterlichen Betrieb absolvierte sie nach ihrem Abitur am Reismann-Gymnasium in Paderborn von 1991 an auch eine Maurerlehre, um später den Familienbetrieb zu übernehmen. Doch zunächst schloss sie an ihre Ausbildung noch ein Bauingenieur-Studium in Detmold an. 1997 stieg sie dann in das Familienunternehmen ein und arbeitete zeitgleich als Dozentin am Ausbildungszentrum TBZ in Paderborn.

Ihr Arbeitsalltag habe sich damals zwar auch im Büro, aber häufig ganz praktisch vor Ort auf den Baustellen abgespielt, erinnert sich Ute Dülfer an diese Zeit: „Mir hat das viel Spaß gemacht.“

Wanderstiefel, Fahhrad und Laufschuhe

Ein Konjunktureinbruch in der Baubranche sorgte dann allerdings dafür, dass sie sich beruflich noch einmal umorientierte und in den Fachbereich Bauunterhaltung der Stadt Paderborn wechselte, dessen Leitung sie 2015 übernahm. Hier verantwortete sie eine Reihe von großen Schulbauprojekten wie die Mensa des Gymnasiums Theodorianum oder die Turnhalle der Sertürner-Schule in Schloß Neuhaus.

Auf der Baustelle des Klimacampus an der Lichtenauer Realschule, der zurzeit das größte Bauprojekt in Lichtenau ist, dürfte sich Ute Dülfer damit wie zu Hause fühlen: „Das passt gut“, meint sie. Und auch sonst stehen mit der Kilian-Grundschule in der Kernstadt sowie mehreren Feuerwehrhäusern noch so einige Bauprojekte im Stadtgebiet auf der Agenda.

Kraft für ihren Arbeitsalltag schöpft Ute Dülfer am liebsten draußen in der Natur. Sie geht gerne wandern oder ist mit dem Rad unterwegs. Ihr Ausflugstipp ist der landschaftlich schöne, etwa 20 Kilometer lange Wildererweg rund um Kleinenberg. Um fit zu bleiben, schnürt die 48-Jährige gerne die Laufschuhe. Da könne ein Lauf zwar auch mal eine Stunde oder länger dauern, aber ganz so ehrgeizig wie noch vor Jahren sei sie heute nicht mehr unterwegs, schmunzelt sie.

Vom Vorgänger gut begleitet

Von ihrem Mann, der ebenfalls in der Baubranche arbeitet, hat sie sich mit einer Sammelleidenschaft für Vintage-Schätze wie nostalgische Automaten und Schilder anstecken lassen. Die schönsten Stücke sind in der hellen, offenen Wohnung liebevoll präsentiert. Das Paar – Ehemann Dirk hat zwei erwachsene Kinder aus erster Ehe – lebt im Elternhaus von Ute Dülfer: Beide kommen schließlich aus der Baubranche und stockten das Gebäude vor einigen Jahren auf, um Platz für ein Zwei-Generationen-Wohnen zu schaffen.

Vorgenommen hat sich die neue Bürgermeisterin, möglichst häufig mit dem Fahrrad von Kleinenberg zur Arbeit im Lichtenauer Rathaus zu fahren. Viele der Mitarbeiter, die dort tätig sind, kennt sie schon. Viele, die auch außerhalb der Verwaltung arbeiten, wird sie in den kommenden Tagen und Wochen neu kennenlernen.

Von Vorgänger Josef Hartmann, der bei seinem eigenen Amtsantritt nach eigener Einschätzung ziemlich unvorbereitet ins kalte Wasser geworfen wurde, fühlt Ute Dülfer sich gut begleitet. Viele Termine haben der scheidende Bürgermeister und die neue Bürgermeisterin in den vergangenen Wochen schon gemeinsam absolviert. Hartmann habe Ansprechpartner genannt und Tipps gegeben, freut sich Ute Dülfer nun auf den Start ins neue Amt.

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