Neuer Lichtenauer Kalender von Heimatforscher Heinrich-Karl Hillebrand liegt vor – WV-Leser können gewinnen
Zwölf kleine Reisen ins Gestern

Lichtenau -

Zwölf Guck­löcher in eine Zeit, die (vermeintlich) gemütlicher, überschaubarer und auf jeden Fall viel langsamer war als die heutige, eröffnet der Lichtenauer Heimatforscher Heinrich-Karl Hillebrand jetzt wieder mit seinem beliebten Kalender „Aus Lichtenaus vergangenen Tagen“.

Samstag, 05.12.2020, 03:00 Uhr
Gastwirtin Hilde Risse stand in der Traditionswirtschaft Risse hinter dem Zapfhahn. Gegenüber der Gastwirtschaft befand sich eine große Kegelbahn. Auch dieses Motiv findet sich im Lichtenauer Kalender für das Jahr 2021.
Gastwirtin Hilde Risse stand in der Traditionswirtschaft Risse hinter dem Zapfhahn. Gegenüber der Gastwirtschaft befand sich eine große Kegelbahn. Auch dieses Motiv findet sich im Lichtenauer Kalender für das Jahr 2021. Foto: Repro: Hillebrand

Die mittlerweile neunte Ausgabe für das Jahr 2021 ist von diesem Samstag an erhältlich und hat diesmal „Handwerk, Handel und Gewerbe“ zum Thema.

An Zalando, Amazon und Co. war noch nicht zu denken, gekauft wurde im Ort. Statt mit der neuesten Serienstaffel auf Netflix amüsierte man sich nach Feierabend beim Skat oder Doppelkopf in einer der vielen Gaststätten. Und wenn etwas kaputt war, brachte man es beim Fachmann um die Ecke zum Reparieren.

So mag er vielleicht ausgesehen haben, der Alltag im Lichtenau der 1920er bis 1960er Jahre, den die rund 130 historischen Fotos wieder zum Leben erwecken. Viele der Bilder und gewerblichen Anzeigen im neuen Kalender stammen aus zwei Festschriften: zum 600-jährigen Stadtbestehen 1926 und zum Jubelfest des Heimatschutzvereins 1963.

Hillebrand hat jedem der zwölf Monate ein Thema zugeordnet. So geht es beispielsweise um die Gastronomie, die sich früher mit sieben Gaststätten in Lichtenau deutlich vielfältiger präsentierte als heute. In den Gasthöfen Risse, Rasche, Ernesti und Co. wurde nicht nur gegessen, getrunken und gefeiert, sondern in „Fremdenzimmern“ auch übernachtet. Manche Betriebe boten für Autofahrer Tanksäulen vor der Tür an, andere hatten einen Festsaal mit Bühne für Theater- und Musikaufführungen.

Und im Gasthof Riese ging (allerdings mehr oder minder durch Zufall) die Prominenz ein und aus. Reichskanzler Heinrich Brüning kehrte hier ein, als sein Wagen einen Motorschaden hatte. Ähnlich, so hat es Hillebrand recherchiert, erging es auch Schauspieler Heinz Rühmann, dessen Auto ein Rad verlor. Die Reparaturen erledigte der Mechaniker und Schlossermeister Johannes Sieren, damit die prominenten Herren wieder mobil waren.

Auch das Friseurhandwerk wird berücksichtigt. Wobei es dort nicht beim bloßen Haareschneiden blieb. Wie in der Anzeige aus der Festzeitschrift von 1926 zu lesen ist, gab es bei Friseur Schrowangen neben Haarwässern, Seifen und Salben auch Zigarren, Zigaretten, Tabak, Pfeifen, Spazierstöcke und Spielwaren zu kaufen. Und auch bei Zahnschmerzen leistete wohl manchmal der Friseur beherzte Hilfe und zog den Übeltäter heraus.

Breit aufgestellt war auch das Kolonialwarengeschäft Adolf Oeken, das später durch Einheirat von Josef Gemke weitergeführt wurde. Das Kaufhaus hatte neben Textilien auch Lebensmittel, Tabakwaren und Spirituosen im Angebot. Von 1945 bis 1949 wurde im Auftrag der „Deutschen Wollverwertung Paderborn“ auch eine Annahmestelle für Schafwolle eingerichtet. Die Wolle, die die Lichtenauer Schafzüchter lieferten, wurde in der Scheune gesammelt und einmal in der Woche von der Transportfirma Lücking mit einem Krupp-LKW abgeholt.

Einen Blick in ihre Backstuben erlauben durch den Kalender die Bäckereien Kruse und Risse. Die Gärtnereien Fecke und Unruhe werden ebenso bedacht wie die Engel-Apotheke, die es heute noch gibt, und viele weitere Institutionen von damals.

Der Kalender im A3-Format kostet 19 Euro. Er ist von Samstag an erhältlich direkt bei Heinrich-Karl Hillebrand, Dietrich-Bonhoeffer-Straße 18 in Lichtenau, sowie im Geschäft Buchhandlung – Schreibwaren – Lotto Küting-Sander in der Langen Straße.

Verlosung

Drei WV-Leser haben die Chance, jeweils einen der Heimatkalender „Aus Lichtenaus vergangenen Tagen“ von Heinrich-Karl Hillebrand zu gewinnen. Wenn Sie am Gewinnspiel teilnehmen möchten, rufen Sie an unter 01379/883009.

Nennen Sie das Stichwort „Heimatkalender“, Ihren Namen und Ihre Adresse. Teilnahmeschluss ist am Sonntag, 6. Dezember, um 23.59 Uhr. Der Anruf kostet 50 Cent aus dem Festnetz der Deutschen Telekom, mobil abweichend. Die Namen der Gewinner werden im WV veröffentlicht. Sie können ihre gewonnenen Kalender dann direkt bei Heinrich-Karl Hillebrand in Lichtenau abholen.

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